Schüler der Gemeinschaftsschule Theley zu Besuch in der Unfallchirurgie

Autorennen, alkoholisierte Fahrten mit Freunden nach dem Discobesuch, Übermut, Handys am Steuer, dröhnende Musik im Auto und Selbstüberschätzung der eigenen Fahrfähigkeit sorgen sehr häufig für Unfälle mit Jugendlichen im Straßenverkehr. Statt sich mit mehreren Personen ein Taxi zu nehmen oder  die Eltern anzurufen, steigen die jungen Leute häufig zu ebenfalls alkoholisierten Bekannten ins Auto ein, ohne weiter über die Risiken nachzudenken. Die Unfallrate an Wochenenden liegt sehr hoch. Die lebenslangen Folgen, körperlicher wie seelischer Natur, werden nicht bedacht. Ohne weiter nachzudenken gehen die jungen Leute oft große Risiken ein.

Das Präventionsprogramm P.A.R.T.Y. (Prävention, Alkohol, Risiko, Trauma, Youth), das auch vom Marienkrankenhaus St. Wendel umgesetzt wird, soll den Schülern zeigen, welche Auswirkungen und Risiken gedankenloses Handeln hat.

Die Schüler sollen Risiken selbst einschätzen und keine Risiken für andere eingehen. Auf Initiative ihrer Klassenlehrerin Nicole König nahm die Klasse 9b der GemS Schaumberg Theley kürzlich am P.A.R.T.Y. – Tag teil. Dabei lernten die jugendlichen Schüler verschiedene Stationen nach einem schweren Unfall kennen und auch, welche Folgen verschiedene Verletzungen nach sich ziehen können. Nach Filmvorträgen mit waghalsigen Stunts erkannten die jungen Leute sofort, wie schnell eine ganz kurze Ablenkung erfolgt und was sie anrichtet. Realistisch zeigten die Notfallsanitäter den Schülern die Erstversorgung am Unfallort. Mit dem Rettungswagen ging es dann zur Notaufnahme, wo die weitere Vorgehensweise im Schockraum der Unfallchirurgie simuliert wurde. Durch Dr. Rupp und sein Team folgten weitere Informationen zu Operationen, der Intensivstation, den komplizierten medizinischen Geräten und den leidvollen Erfahrungen mit Angehörigen von Unfallopfern und deren Sorgen und Ängsten. Bei dem anschließenden Besuch der Orthopädie mussten die Schüler erfahren, wie lange, mühevoll und kräfteraubend für viele Unfallopfer die Rehabilitation und die Rückkehr in den normalen Alltag sind.

Zum Abschluss der  Veranstaltung im Marienkrankenhaus St. Wendel erzählte ein ehemaliger schwerverletzter Traumapatient eindrucksvoll von seinem Unfall und schilderte seine schwierige Zeit zurück ins Leben.

In einem abschließenden Gespräch beantworteten Dr. Rupp und sein Team noch viele Fragen. Die Schüler waren insgesamt von diesem Präventionstag begeistert. Viele gaben ihre emotionale Betroffenheit auch offen zu. Celine Rolles fand beängstigend, was bei und nach einem Unfall alles passieren kann. Amina war überrascht, wie viele Stationen ein Trauma-Patient durchläuft. Auch Klassenlehrerin Nicole König war vom P.A.R.T.Y. – Programm überzeugt und beabsichtigt bei nächster Gelegenheit wiederholt an dieser Präventionsschulung teilzunehmen.

Foto: Gemeinschaftsschule Theley

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