Rallyefahrzeug löste bei Reichenbach und Kronweiler Feuer auf zehn Hektar Waldfläche aus

Foto: Florian Blaes

Ein Waldbrand historischen Ausmaßes hält seit Donnerstag, dem 30. Juli 2026, den Landkreis Birkenfeld in Atem. Zwischen den Ortsgemeinden Reichenbach und Kronweiler breitete sich ein Feuer auf rund zehn Hektar aus – laut Landrat Miroslaw Kowalski der größte Waldbrand in der Geschichte des Landkreises. Auch auf Landesebene stellt der Brand den bisherigen Höchstwert dieses Sommers dar und übertrifft damit das Feuer bei Draisen im Landkreis Bad Kreuznach im Juni.

Das Feuer brach kurz nach 12 Uhr aus, als gleichzeitig ein starkes Sturmfeld über die Region zog. Heftige, ständig drehende Winde trieben die Flammen in verschiedene Richtungen und fachten das Feuer immer wieder an. Bereits gegen 15 Uhr wurde angesichts der rasanten Ausbreitung Alarmstufe 4 ausgelöst. Damit übernahm der Nationalparklandkreis Birkenfeld unter Gesamtverantwortung von Landrat Kowalski die Einsatzleitung. Die Technische Einsatzleitung wurde am Bürgerhaus in Reichenbach eingerichtet.

Rund 220 Einsatzkräfte waren im Kampf gegen die Flammen gebunden. Neben den Feuerwehren aus dem Landkreis Birkenfeld rückten auch Kräfte aus den Landkreisen Bad Kreuznach, Kusel und dem saarländischen Landkreis St. Wendel an. Darüber hinaus unterstützten die Bundeswehr aus Baumholder, die US-Feuerwehr Baumholder sowie Fachkräfte der Organisation @fire Deutschland den Einsatz.

Aus der Luft warfen drei Löschhubschrauber – zwei aus Rheinland-Pfalz und einer aus Hessen – fortlaufend Wasser über den Brandherden ab. Am Boden setzten die Einsatzkräfte mehrere Bulldozer und einen Panzer der Bundeswehr ein, um Brandschneisen anzulegen. Zusätzlich kam ein Löschpanzer der Polizei Rheinland-Pfalz mit Wasserwerfer und einem 10.000-Liter-Wassertank zum Einsatz.

Einen wichtigen Beitrag leisteten auch zahlreiche Landwirte aus dem Landkreis. Sie transportierten mit Güllefässern große Mengen Wasser in das schwer zugängliche Gelände und sicherten so die Wasserversorgung der Einsatzkräfte.

Die steile Topografie mit schwer erreichbaren Hängen erschwerte die Löscharbeiten erheblich. Immer wieder auffrischender Wind ließ Glutnester erneut aufflammen. Am Abend konzentrierten sich die Kräfte auf das Ablöschen zahlreicher Bodenfeuer. Die Einsatzleitung geht davon aus, dass die Arbeiten noch mehrere Tage andauern werden.

Für die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften bestand nach Angaben der Behörden keine akute Gefahr. Weder die Ortsgemeinden Reichenbach und Kronweiler noch das Abfallwirtschaftszentrum Reibertsbach waren bedroht. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand. Eine von zwei überörtlichen Stromleitungen im Einsatzgebiet musste vorsorglich abgeschaltet werden, Auswirkungen auf die allgemeine Stromversorgung gab es jedoch nicht.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde der Brand durch einen technischen Defekt an einem Rallyefahrzeug ausgelöst. Das Fahrzeug war laut Behördenangaben ohne Genehmigung auf einem Feldwirtschaftsweg der Ortsgemeinde Reichenbach unterwegs. Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Foto: Florian Blaes
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