Nach Beschluss im St. Wendeler Stadtrat

„Operation am offenen Herzen“: Pläne zum Umbau der Bahnhofstraße konkretisieren sich

Bahnhofstraße St. Wendel
Foto: Stadt St. Wendel, Kernplan GmbH

Der Stadtrat von St. Wendel hat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht für den Umbau der Bahnhofstraße und deren Einmündungsbereichs gegeben. Der vorgelegte Planungsentwurf für die Bahnhofstraße erhielt die Zustimmung der Ratsmitglieder, nachdem die Vereinbarung zwischen dem Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) und der Kreisstadt St. Wendel am 2. Dezember 2022 geschlossen wurde. (wir berichteten)

Die Vereinbarung basiert auf dem von der Kreisstadt St. Wendel präsentierten Planungsentwurf, der die Umgestaltung der Fahrbahnführung (die Bahnhofstraße soll einspurig werden), Vergrößerung der Gehwege, Neugestaltung des Einmündungsportals am Bahnhof und den Wegfall der Unterführung vorsieht. Das Ingenieurbüro Schönhofen aus Kaiserslautern wurde vom LfS beauftragt, den Planungsentwurf gemäß den gültigen Regelwerken und Standards für Landstraßen 1. Ordnung zu erarbeiten.

Ein zentrales Thema, das im Stadtrat zu kontroversen Diskussionen führte, war die Frage des Radwegs. Während der Landesbetrieb für Straßenbau einen separaten Einrichtungsradweg vorsieht, gab es Uneinigkeit im Rat. Einige Ratsmitglieder bevorzugten einen gemeinsamen Weg für Radfahrer und Fußgänger, um potenzielle Konflikte zu vermeiden. CDU-Sprecher Sebastian Schorr äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Hindernisse auf dem Gehweg, wie beispielsweise Ausstellern von Geschäften, die das Ausweichen der Fußgänger auf den separaten Radweg zur Folge hätte. Die CDU sieht einen gemeinsamen Rad- und Fußweg als akzeptablen Kompromiss an.

Die Ratsmitglieder betonten die Bedeutung einer engen Kommunikation mit Anwohnern und Einzelhändlern, um mögliche Unannehmlichkeiten während der Bauphase zu minimieren. Jürgen Möller (SPD) hob die oberste Priorität hervor, den innerstädtischen Handel nicht zu schädigen. Er äußerte Bedenken über die Auswirkungen von Sperrungen auf die Geschäfte und forderte, dass die Arbeiten so geplant werden müssen, dass der örtliche Handel so wenig wie möglich eingeschränkt wird, was mit dem geplanten Mehrschichtbetrieb möglich wäre. Sören Bund-Becker (Grüne) betonte die Bedeutung der Bahnhofstraße als Geschäftsstraße. Er lobte die Planungen für Sitzmöglichkeiten, getrennte Parkflächen und Ladestationen. Bezüglich des Radwegs äußerte er konträre Ansichten zur CDU und betonte die Bedeutung eines Radwegs in der Bahnhofstraße, den er wie vom LfS in getrennter Form als sinnvoll erachtet. Zum Bedauern des Ratsmitglieds der Grünen, soll die Bahnhofstraße das Tempolimit 50 beibehalten.

Unterstrichen wurde außerdem die Wichtigkeit der Baumaßnahmen für die Attraktivität der Bahnhofstraße und es wurde von allen betont, dass der zeitliche Ablauf der Arbeiten in Abstimmung mit den örtlichen Geschäften erfolgen müsse. Schorr verglich die Bahnhofstraße mit einer Vene, die zum Herzen (dem Schlossplatz) führt. Er sah die anstehenden Bauarbeiten als „Operation am offenen Herzen“ und betonte die Notwendigkeit, nicht nur die Straße, sondern auch den Bahnhof selbst zu überdenken.

Bürgermeister Peter Klär konnte bereits einen Zeitplan für die Bauarbeiten nennen. Der Umbau der Bahnhofstraße soll unmittelbar nach den Bauarbeiten in der Parkstraße beginnen und so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Die Stadt wird finanzielle Unterstützung bei eventuellen Mehrkosten leisten, und es wurde betont, dass Druck auf die Deutsche Bahn ausgeübt werden müsse, um sicherzustellen, dass auch das Bahnhofsgebäude rechtzeitig umgebaut wird.

Der Beschluss des Stadtrats spiegelt die Uneinigkeit in Bezug auf den Radweg wider, wobei CDU, SPD und AfD dem Beschlussvorschlag zur Umsetzung der Umbaumaßnahme zustimmten, enthielten sich Grüne und Linke. Die FDP stimmte dagegen. Klär betonte auf das Drängen der SPD hin, dass der Beschluss außerdem nicht starr sei, sondern die Entwicklung des Projekts flexibel begleitet werde.

Die geplante Umgestaltung der Bahnhofstraße kann nun in die nächste Planungsphase übergehen.

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