
Ein moderner, sozial gerechter und flächendeckender ÖPNV ist Teil der Daseinsvorsorge. Gerade in einem Flächenland wie dem Saarland muss Mobilität für alle Generationen gewährleistet sein. Trotz vieler politischer Ankündigungen hat sich die Situation des öffentlichen Personennahverkehrs im Saarland, insbesondere im ländlichen Raum, kaum verbessert. Mobilität im Alter ist keine Frage des Komforts, sondern eine Frage von Selbstständigkeit, Würde und gesellschaftlicher Teilhabe. Aus diesem Grund habe ich einige Vorschläge zur konsequenten Verbesserung im ÖPNV im Saarland.
1. Abschaffung des komplizierten Wabensystems
Das derzeitige Wabensystem ist für viele Bürgerinnen und Bürger schwer verständlich. Hier muss ein einfaches und transparentes Tarifsystem geschaffen werden. Ich plädiere daher für einen einheitlichen Saarland-Tarif ohne Wabengrenzen.
2. Konsequenter Ausbau von (Rufbussen), FlitSaar-Bus und flexiblen Mobilitätsangeboten
Viele Orte im Saarland sind nur selten oder gar nicht an Buslinien angebunden. Für ältere Menschen ohne eigenes Auto bedeutet dies häufig eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität.
Ganz wichtig ist der flächendeckende Ausbau des FlitSaar-Busses, eines sogenannten On-Demand-Systems. Dadurch entsteht eine deutlich bessere Anbindung kleiner Ortschaften an Mittelzentren und Kreisstädte.
Die Buchung der Fahrten ist per App und auch per Telefon möglich, damit auch ältere Menschen ohne Smartphone das Angebot nutzen können.
3. Kostenfreie Nutzung von Bus und Bahn für Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren
Ein ganz starkes politisches Signal wäre, wenn alle Bürgerinnen und Bürger ab dem 65. Lebensjahr Bus und Bahn im Saarland kostenfrei nutzen könnten. Dies wäre eine Anerkennung für die Lebensleistung dieser Generation und ein wichtiger Beitrag gegen die Einsamkeit im Alter. Viele ältere Menschen verfügen nur über kleine Renten und verzichten daher auf notwendige Fahrten zum Arzt, zur Bank, auf Amtsgänge oder auch auf soziale Kontakte. Dies führt nicht selten zur sozialen Isolation.
Allein der Landkreis St. Wendel fördert die Mobilität der älteren Generation und hat aus diesem Grund eine Vereinbarung mit dem SaarVV abgeschlossen. Seniorinnen und Senioren ab dem 65. Lebensjahr erhalten vom Landkreis St. Wendel eine Bezuschussung in Höhe von 20,00 Euro auf das Deutschlandticket, das im Jahr 2026 63,00 Euro kostet.
Info-Punkt ist das Tour-Rondo am Bahnhof in St. Wendel.
4. Barrierefreiheit und seniorengerechte Infrastruktur
Ein moderner öffentlicher Personennahverkehr muss für ältere Menschen und auch für körperlich eingeschränkte Mitbürger gut nutzbar sein. Ziel ist in diesem Fall eine barrierefreie Haltestelle, die Anschaffung von Niederflurbussen sowie barrierefreien Fahrzeugen. Gut lesbare und verständliche Fahrgastinformationen (Mikrofon) wären für viele Mitfahrer sehr hilfreich.
5. Seniorenfreundlicher, flächendeckender öffentlicher Nahverkehr
Ein seniorenfreundlicher, verständlicher und flächendeckender öffentlicher Nahverkehr ist keine freiwillige Leistung, sondern Teil einer verantwortungsvollen Politik für alle Generationen.
Manfred Johann
Tischler und Meister



