Amüsante Nachbarschaftsstreits

Von Wlan-Bashing bis Matratzenakrobatik – Nachbarschaftsstorys aus dem St. Wendeler Land


Unabhängig von bitterbösen und eskalierten Nachbarschaftsstreits, die sogar vor Gericht landen, können sich die Verläufe von Unstimmigkeiten unter Nachbarn auch „positiver“ gestalten. Wir haben für euch ein paar amüsante und erheiternde Nachbarschaftsgeschichten aus dem Landkreis anonymisiert zusammengefasst. Von „Zigaretten und Joints in Bliesen“, über „Pippipausen in Tholey“ bis hin zu „Matratzenakrobatik im Ostertal“, sind die verschiedensten Nachbarschaftsdifferenzen vertreten.

„Wlan-Bashing“ in Oberthal

„Meine Nachbarin geht seit ein paar Monaten einer neuen Leidenschaft, dem Singen, nach und das leider zum Nachteil aller umliegenden Anwohner. Der trällernde Kanarienvogel übt fleißig und lautstark, ganz gleich ob in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend. Auf meine höfliche Nachfrage, die wunderschönen Gesangskünste doch bitte etwas einzustellen, weil sie nicht nur mich, sondern auch andere Nachbarn stören, reagierte die selbsternannte deutsche Britney Spears höchstbeleidigt. Eines Abends kam unseren Nachbarn eine Idee: Kommunikation ist doch alles, deshalb trug unser Wlan von da an wochenlang den Namen „Shut up!“. Seitdem wurde es deutlich ruhiger um die talentierte Sängerin.“

„Heavy Metal- Partys“ in Bosen

„Jeder hat seinen eigenen Musikgeschmack, meiner ist ganz klassisch. Ich höre meistens Aktuelles aus den Charts und Popmusik, allerdings in Zimmerlautstärke. So gar nicht meins sind brüllend laute Kreisch- und Kehlgesänge, wie mein Nachbar und seine Freunde sie so gerne hören. Nach den ersten Heavy Metal-Partys vor einem Jahr war ich ganz schön sauer, denn es war so laut, dass nicht einmal mein Klingeln, um auf die Lärmbelästigung aufmerksam zu machen, gehört wurde und ich mehrfach kurz davor war, die Polizei zu rufen. Auch wenn ich an den darauffolgenden Tagen klingelte, hatte ich kein Glück. Den Morgen nach der gefühlt zehnten Party brach es nach dem freundlichen Gruß meines Nachbarn vor der Haustür aus mir heraus, und ich schrie ihn zusammen, denn lautes Gekreische war er ja gewohnt. Völlig erschrocken und nahezu erstarrt vor Schreck entschuldigte der schüchterne Metal-Fan sich kleinlaut und verschwand in seiner Wohnung. Seitdem habe ich vor allen „Kreischpartys“, die mittlerweile deutlich ruhiger verlaufen, immer Muffins vor der Wohnungstür stehen, denen ein Zettel mit der Aufschrift „Sorry“, sozusagen als präventive Maßnahme, beigefügt ist. Heute lachen wir zusammen darüber.“

Zigaretten und Joints“ in Bliesen

„Nahezu jeden Abend das Gleiche- entweder sitzt er alleine da und raucht Zigaretten oder konsumiert Cannabis oder es sitzen noch ein paar weitere Herren dabei und es riecht wie auf einem Hippie-Festival. Ich bin nicht päpstlicher als der Papst, aber wenn man sowieso schon von der eingeschränkten Handlungsfähigkeit, den roten, aufgequollenen Augen und dem Geruch, der mit dem Konsum einhergeht, nicht gerade angetan ist und dann auch noch sämtliche Zigarettenstummel beziehungsweise Joint-Überreste im eigenen Garten landen, ist es sicher nachvollziehbar, dass man nach einer gewissen Zeit nicht gerade gut auf den Herrn Nachbar zu sprechen ist. Als mein Partner und ich ihn auf das Thema ansprachen, wurden wir frech mit den Worten „Ich kann machen, was ich will- kümmert euch um euren eigenen Schei**!“ abserviert. Wenige Wochen später hatte unser lieber Nachbar Geburtstag und eine Freundin gab einen Überraschungskuchen für ihn bei uns ab, weil er noch nicht zu Hause war. Es tat uns wirklich leid um den schönen Kuchen, aber getreu dem Motto „Wer nicht hören will, muss fühlen“ verpassten wir ihm eine Lektion. Sämtliche Zigaretten- und Jointstummel, die in den letzten Tagen mal wieder zu uns in den Garten geschnipst wurden, sammelten wir auf und steckten sie in den Kuchen, welchen wir mit der Botschaft „Happy Birthday- lass es dir schmecken!“ verzierten. Kindisches, übertriebenes Verhalten? Vielleicht, aber es war tatsächlich wirksam. Seit dieser Aktion landeten wider Erwarten nur noch vereinzelt Stummel in unserem Garten.“

„Die duftige Überraschung“ in St. Wendel

Vor zwei Jahren war es endlich soweit und wir konnten unser schönes, aber renovierungsbedürftiges Eigenheim, an dem noch viel gewerkelt werden musste, beziehen. Eine unserer verwitweten Nachbarinnen schaute uns tagtäglich durchs Fenster beim Arbeiten zu, schüttelte immer wieder den Kopf und störte sich letztlich massiv daran, dass es bei uns wie auf einer Baustelle aussah. Wenigspäter kam sie zu uns und sagte, dass das äußere Erscheinungsbild unseres Hauses dem Ansehen der Straße schaden würde und wir gefälligst schneller arbeiten sollten. Wir blieben höflich und gingen nicht darauf ein. Nach einer Weile beobachteten wir, dass ständig Hundekot in unserem Vorgarten lag,teilweise traten wir auch hinein. Kurze Zeit danach sahen wir, wie die besagte Nachbarin ihren Hund immer wieder bewusst dazu animierte, sein Geschäft auf unserem Grundstück zu verrichten. Nach dem Aufstehen eines Morgens sah ich wieder die Exkremente des süßen kleinen Fiffis in unserem Blumenbeet liegen. Ich nahm mir eine undurchsichtige „Überraschungstüte“, hob damit sein Geschenk auf und legte es unserer Nachbarin vor die Haustüre. Seitdem sie versehentlich hineinlatsche, als sie ihr Haus verließ, ist Ruhe im Karton.“

Das Heckendrama“ in Nohfelden

„Was eine Hecke so alles bewirken kann! Die Unstimmigkeiten zwischen uns und unseren Nachbarn begannen damit, dass die Hecke der Nachbarschaft übermäßig wucherte und uns Stück für Stück mehr behinderte. Auch auf unsere mehrfachen freundlichen Bitten hin diese zurückzuschneiden, geschah nichts. Letztlich wurden wir nach etlichen Versuchen, die Sache friedlich zu klären nur noch unschön behandelt und wandten uns deshalb an das Ordnungsamt. Wir haben die Kommunikation wirklich oft genug gesucht, aber was soll man denn tun, wenn einfach nichts passiert und man nicht ernstgenommen wird? Seit ein Brief der Ordnungsbehörde unsere Nachbarn erreichte, war es ganz vorbei. Seither folgten ständige Unruhen in Form von verbalen Provokationen, über das Verteilen selbstentworfener Protokolle und der penetranten Bilddokumentation unserer privaten Tätigkeiten bis hin zu Wasserpistolenschlachten und sogar Eierwurfattacken. Das hört sich ein bisschen an wie im Kindergarten, oder? Vor noch nicht allzu langer Zeit entschloss ich mich schließlich, all meine negativen Gefühle, die sich im Laufe der Zeit in dieser Angelegenheit angestaut hatten, zurückzustellen und nach vorne zu blicken, was mir nach diesem Theaterspiel alles andere als leicht fiel. Ich klingelte bei unseren Nachbarn und entschuldigte mich dafür, dass ich, wenn meiner Ansicht nach, auch berechtigt, die Behörden eingeschaltet hatte. Ich sagte, dass wir alle Fehler gemacht hätten und es an der Zeit wäre, wieder bei Null anzufangen. Wir reichten uns die Hände und die Hecke wurde eine Woche später zurückgeschnitten. Manchmal muss man einfach über seinen Schatten springen. Der Klügere gibt nach.“

„Pippipausen“ in Tholey

„Sind wir doch ehrlich: manche Menschen sieht man und hegt von Sekunde eins an eine Antipathie gegen sie. Eine solche Abneigung kann sich nochmal lösen, aber in meinem Fall blieb sie dauerhaft bestehen, denn mein Nachbar und ich konnten uns einfach nicht leiden. Ich grüße höflichkeitshalber noch, was er gar nicht einsieht. Eines Abends stand ich am Fenster und dachte, ich sehe nicht richtig. Es war unfassbar- der Kerl urinierte auf unser Gemüsebeet und das nicht nur dieses eine Mal. Zunächst tat ich nichts, weil ich gar nicht wusste, wie ich vor lauter Wut reagieren sollte. Nach dem zweiten Mal schrie ich ihn zusammen und fragte ihn, ob er sich nicht schäme; es folgte keinerlei Reaktion. Nach der dritten Pinkeleskapade schenkte ich meinem Nachbar einen großen Korb voller
Gemüse aus unserem Garten. Kaum zu glauben, aber seither darf meine Familie leckeres, gesundes Gemüse aus dem Garten- ganz ohne Uringeschmack-genießen.“


„Gratis Wlan“ in St. Wendel

„Dass meine Vermieterin, die im gleichen Haus wie ich lebt, eine seltsame Zeitgenossin ist, leuchtete mir schnell ein, aber, dass ihr Verhalten recht dreist werden könnte, hätte ich nicht gedacht. Die toughe, vermeintlich korrekte und
gut situierte Geschäftsfrau entpuppte sich schon wenige Wochen nach meinem Einzug als Wölfin im Schafspelz. Nach etlichen Telefonaten mit meinem Internetanbieter, wurde nach circa acht Wochen ein Techniker beauftragt, sich vor Ort anzuschauen, warum ich keine Interverbindung mehr habe und das auch noch kurz vor meinem Examen. Letztlich stellte sich heraus, dass meine Vermieterin mein Wlan-Kabel in den Zugang der Ferienwohnung im gleichen Haus gelegt hatte, sodass ich ihren Gästen das Wlan finanzierte und selbst leer ausging. Vehement stritt sie ab dies getan zu haben- blöd nur, dass sie als Einzige Zugang zu dem Kellerraum hat, in dem alle Anschlüsse liegen und sie vergessen hatte, das Kabel wieder umzustecken, bevor der Techniker vor Ort war. Nachdem der Techniker mich freundlicherweise unterstütze und mit mir zusammen ihr lautstark eine Ansage machte, ist sie zahm wie ein Reh.“


Matratzenakrobatik“ im Ostertal

„Als eine junge Dame in das gleiche Mehrparteienhaus zog, in dem ich lebte, konnte ich meinen Augen und vor
allen Dingen meinen Ohren nicht trauen, denn das Mädel ließ es ganz schön krachen. Wechselnde Herrenbesuche, gefolgt von lautem Stöhnen und Rufen zum Allmächtigen, gehörten zur Tagesordnung. Ich bin recht locker eingestellt, aber irgendwann ging mir diese Ruhestörung gehörig auf den Geist, und ich sprach das
junge Mädel schmunzelnd darauf an. Zu ihrer Verteidigung erklärte sie, dass sie nichts dafür könne, da die Geräusche beim Geschlechtsakt schwer kontrollierbar und die Wände auch sehr dünn seien. Als ich mich coronabedingt im Homeoffice befand, wurde die Situation noch anstrengender und ich verschaffte mir bei meinem Vermieter Gehör, welcher sie darauffolgend bat die Sex-Geräusche auf Zimmerlautstärke herunterzuschrauben. Kurze Zeit später hatte sie anscheinend einen festen Partner, und nach der „Schmetterlinge im Bauch“- Phase wurde es dann auch leiser.“

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