Ministerin Berg und Deutscher Wetterdienst legen ersten Klimareport für das Saarland vor

Ministerin Petra Berg (l.) und Tobias Fuchs (r.) vom DWD stellen gemeinsam den ersten Klimareport für das Saarland vor (Foto: Daniel Bittner)

Das Saarland hat erstmals einen eigenen Klimareport erhalten. Umweltministerin Petra Berg und Tobias Fuchs vom Deutschen Wetterdienst (DWD) stellten den Bericht am 15. September in der Landespressekonferenz vor. Das Dokument bündelt vergangene, aktuelle und zukünftige Klimadaten für das Bundesland und soll als Grundlage dienen, um Anpassungsstrategien an den Klimawandel zu entwickeln.

„Der Klimareport macht sichtbar, was sich in unserem Land verändert. Unsere Aufgabe ist jetzt, aus diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen konkret Vorsorge zu treffen: Damit schützen wir das Klima, passen unser Land an unvermeidbare Veränderungen an und unterstützen dabei die Menschen, Kommunen und Unternehmen. Klimapolitik bedeutet für uns vor allem eines: die Verantwortung für die Zukunft unseres Landes zu übernehmen“, sagt Berg. Tobias Fuchs, Geschäftsbereichsleiter Klima und Umwelt und Mitglied des DWD-Vorstands, ergänzte: „Der vorliegende Klimareport für das Saarland fasst den aktuellen Wissensstand zum Wetter und Klima in dieser Region präzise zusammen. Der Bericht ermöglicht, sich faktenbasiert über die Entwicklung des vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Klimas im Saarland zu informieren und so zu einem besseren Verständnis des Klimawandels und seinen Herausforderungen zu kommen.“

Konkret wertet der Report Beobachtungsdaten von 1881 bis heute aus und liefert Modellrechnungen bis zum Jahr 2100. Dabei nutzte der DWD erstmals die neuesten Szenarien des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change, Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderung) und bildete diese in einem Landes-Klimareport ab. Dargestellt werden unter anderem Temperatur, Niederschlag, Sonnenstunden und Bodenfeuchte.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den konkreten Auswirkungen des Klimawandels im Alltag. So beschreibt der Report etwa Veränderungen in der Phänologie – also der jahreszeitlichen Entwicklung von Pflanzen. Diese Daten sind nicht nur für die Landwirtschaft relevant, sondern auch für Privatpersonen, die gärtnern oder unter Pollenallergien leiden. Darüber hinaus benennt der Bericht weitere Folgen des Klimawandels für die menschliche Gesundheit.

Eine Besonderheit stellt die Analyse des Stadtklimas in Völklingen dar. Der DWD führte dort an einem Hitzetag im Sommer des vergangenen Jahres eine Profil-Messfahrt durch. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie etwa ein städtischer Park die Umgebungstemperatur senkt, während hochverdichtete Industrie- und Gewerbegebiete sie erhöhen. Sogenannte blau-grüne Infrastruktur – also Gewässer und Grünflächen – wirkte sich dabei besonders positiv auf das Stadtklima aus.

Der Klimareport richtet sich an Verwaltungen, Unternehmen und die interessierte Öffentlichkeit und bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung geeigneter Anpassungsmaßnahmen im Saarland.

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