Landkreis St. Wendel: Arbeitslosenquote auf Rekordtief

  • Arbeitslosigkeit gegenüber Vorjahr deutlich gesunken
  • Niedrigste Oktober-Arbeitslosigkeit seit 2000
  • Nachfrage nach neuen Mitarbeitern höher als vor einem Jahr

Im Landkreis St. Wendel hat sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber September leicht um 67 auf rund 1.486 erhöht. Das ist der niedrigste Arbeitslosenbestand in einem Oktober seit achtzehn Jahren. Gegenüber Oktober 2017 ist die Arbeitslosigkeit deutlich um 6,2 Prozent gesunken.

Mit einer Arbeitslosenquote von nur noch 3,1 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte zu Oktober 2017) hebt sich der Landkreis St. Wendel weiter deutlich von den übrigen Kreisen im Saarland ab.

Die Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich:

Landkreis St. Wendel: 3,1 Prozent

Landkreis Merzig-Wadern: 3,9 Prozent

Landkreis Saarlouis: 4,5 Prozent

Saarpfalz-Kreis: 4,7 Prozent

Landkreis Neunkirchen: 6,3 Prozent

Regionalverband Saarbrücken: 8,1 Prozent

 

„Den zu Ende gegangenen Monat bezeichnet der Volksmund gern als den goldenen Oktober. Diese Floskel trifft unabhängig von der Witterung auch für den Arbeitsmarkt zu“, erläutert Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen „Erfreulich ist, dass alle Personengruppen von dieser Verbesserung profitieren. Besonders deutlich fällt sie bei der jüngeren Generation aus. Das liegt vor allem daran, dass viele junge Menschen, die sich im Sommer nach dem Ende ihrer Schul- oder Berufsausbildung neu orientieren mussten, inzwischen eine Arbeitsstelle gefunden haben. Bei den Unternehmen der Region sind die frisch ausgebildeten Fachkräfte als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr willkommen. Ein nicht unerheblicher Teil der jungen Leute hat ein Studium aufgenommen, was sich ebenfalls positiv in den Arbeitsmarktzahlen bemerkbar macht.“

 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Oktober um 29 auf 709 gestiegen, das waren 19 mehr als vor einem Jahr. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit mit 83 auf Vorjahresniveau. In der Altersgruppe 50plus waren 344 Personen arbeitslos gemeldet, 18 mehr als vor einem Jahr.

 

Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitslose

Auch das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verzeichnet einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Oktober (plus 38 auf 777). Damit lag sie um 13,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit besteht im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters weiterhin nicht.

210 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent verringert. Mehr als ein Drittel der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 280 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 36 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 14 Prozent.

Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit)

Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis St. Wendel im Oktober mit 2.440 Personen um 9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug rund 61 Prozent.

Definition Unterbeschäftigung

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen bzw. ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde. Mit dem Konzept der Unterbeschäftigung werden Defizite an regulärer Beschäftigung umfassender erfasst und realwirtschaftliche bedingte Einflüsse auf den Arbeitsmarkt besser erkannt. Zudem können die direkten Auswirkungen der Arbeitsmarktpolitik auf die Arbeitslosenzahlen nachvollzogen werden.

 

Stellenmarkt

Unternehmen der Region haben im Oktober 216 Stellen zur Besetzung gemeldet, 68 mehr als im im Oktober vor einem Jahr. Seit Jahresbeginn wurden rund 2.200 Stellen gemeldet, 7,2 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Zum Monatsende waren noch 843 Stellen unbesetzt.

Die meisten offenen Stellen gibt es in der Zeitarbeit, im Handel, im Baugewerbe, im Gastgewerbe, im Verarbeitenden Gewerbe und im Gesundheits- und Sozialwesen.

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