Wir reden über: Oberthaler Pfarrteam im Engagement für die Kirche, Weltgebetstag für nigerianische Frauen, Menschen begeistern für den Glauben – Aktionen in und außerhalb der Kirche in Oberthal
„Kommt! Bringt eure Last.“ Unter diesem Motto wird der diesjährige Weltgebetstag für nigerianische Frauen weltweit und auch in mehreren Pfarrgemeinden des Landkreises St. Wendel zelebriert.
Seit nahezu 100 Jahren (in 2027) kommen Christen unterschiedlicher Konfessionen in 120 Ländern in Gottesdiensten zusammen, um auf die Nöte von Frauen aufmerksam zu machen. Der Weltgebetstag ist die größte ökumenische Bewegung christlicher Frauen weltweit. In diesem Jahr erarbeiteten nigerianische Christinnen die Gestaltung von Gottesdiensten, an die sich teilnehmende Pfarreien und Gemeinden rund um den Erdball anlehnen. Der Weltgebetstag findet jährlich am ersten Freitag im März statt (in der Gemeinde Oberthal in diesem Jahr im Rahmen des Gottesdienstes am 7. März um 17:30 Uhr in der Kirche St. Stephanus). Die Pfarrgemeinde lädt hierzu herzlich ein. Die Kollekte geht an nigerianische Partnerprojekte.
In einem persönlichen Gespräch mit vier Frauen des Oberthaler Pfarrteams (s. Foto) wurde herausgestellt, wie wichtig es ist, dass von Missständen betroffene Frauen weltweit sich von einer globalen christlichen Gemeinschaft mitgetragen fühlen, sei es durch die Bekanntmachung der Nöte, durch Hilfsprojekte, Spendensammlungen und Kollekten, durch die Teilnahme an den Weltgebetstagen und nicht zuletzt durch Gebete. Denn die Gebete sind es, die weltumspannend Hoffnung gegen Hoffnungslosigkeit aufbauen und Menschen trotz Notlagen innere Stärke und Zuversicht schenken.
Ein nigerianisches Sprichwort sagt: „Der Schmerz von Einzelnen ist der Schmerz aller“. Über all den Negativschlagzeilen, denen die Medien ihre Sendezeit widmen, dürfen wir nicht übersehen, dass es Menschen gibt, die auch ohne Kriege täglich schlimmsten Lebensbedingungen ausgesetzt sind, wie es bei nigerianischen Frauen, vor allem den Christinnen, der Fall ist. Ihr Alltag ist geprägt von Unterdrückung in einer zutiefst patriarchalisch geführten Gesellschaft, die geprägt ist von Gewalt (sexueller und häuslicher Gewalt), fehlender Gleichberechtigung, eingeschränktem Zugang zu Bildungsangeboten und Gesundheitsversorgung, Zwangsverheiratung u.v.m… Nicht selten werden Mädchen und junge Frauen in der Hoffnung auf ein besseres Leben über sogenannte nigerianische Madames mit Versprechungen ins europäische Ausland gelockt, um sie letztendlich in die Prostitution zu zwingen.
Das Pfarrteam in Oberthal, in dem sich ca. 15 Personen aktiv und weitere 10 Personen sporadisch unterstützend engagieren, hat sich zum Ziel gesetzt, den Glauben in und außerhalb der Kirche wieder zu beleben und vor allem auch Kinder und junge Menschen zu begeistern. Denn der christliche Glaube verleiht innere Stärke und schenkt wertvolle Inhalte, die in unserer Gesellschaft zunehmend verloren gehen. Der Begriff „Gewissen“ ist fast zum Fremdwort geworden.
Wie kann Kirche wieder attraktiver werden für junge Menschen und Erwachsene? „Kirche muss sich verändern, sie muss begeistern“, so Barbara Klein. „Aber es müssen sich auch Personen engagieren, die begeistern können. Und wenn Eltern den Zugang zum Glauben und/oder der Kirche verlieren, ist es umso schwieriger, die Kinder für den Glauben und die Kirche zu gewinnen“.
Im Gespräch mit den Frauen des Pfarrteams wird diskutiert, warum diese Begeisterung verloren ging. Mit Bedauern wird festgestellt, wie attraktiv es für Kinder vorheriger Generationen war, sich als Pfadfinder*in oder Messdiener zu engagieren. Die Vielfältigkeit moderner Angebote für junge Menschen, der Einfluss von Social Media, Eltern, die den Glauben nicht mehr an ihre Kinder vermitteln und nicht zuletzt die Kirche mit ihren Missbrauchsskandalen ohne adäquate Aufarbeitung sind Faktoren, die zu den vielen Kirchenaustritten führten.
„Ja, auch die Kirche muss sich verändern!“ Dem Pfarrteam ist es ein Herzensanliegen, wieder mehr Menschen für den Glauben, auch in der Kirche, zu gewinnen, um eine Gemeinschaft der Christen wiederherzustellen. Denn in einer Gemeinschaft, die christliche Werte der Nächstenliebe anbietet, finden Menschen Halt und Unterstützung, die moderne Freizeitmöglichkeiten nur bedingt ersetzen können. Wer bleibt bei Krankheit, Trauer, Einsamkeit und Not?
Kirche soll wieder begeistern! Aktionen in der Pfarrgemeinde Oberthal
Hier sehen sich die anwesenden Frauen in Vertretung des Oberthaler Pfarrteams aufgerufen, ihren Teil zur Festigung des Glaubens IN und AUSSERHALB der Kirche beizutragen mittels Aktionen u. a. wie der Teilnahme an dem jährlichen Weltgebetstag, einem stattgefundenen Taizé Abend, Faschingsgottesdiensten, Gottesdiensten mit Gospelchor, einer stattgefundenen Busfahrt nach Maria Laach. Im Januar wurde für die Gottesdienstbesucher nach dem Gottesdienst angegrillt – all dies, um die Gemeinschaft der Gläubigen in der Pfarreiengemeinschaft zu stärken. Darüber hinaus werden Besuche im Seniorenheim und im Kindergarten durchgeführt. Wolldecken für ältere Gottesdienstbesucher konnten durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen auf der Kirmes angeschafft werden. Weitere attraktive Aktionen sollen für die Gemeindemitglieder folgen, um die Gemeinschaft der Christen zu stärken und Nichtchristen für den Glauben zu begeistern, denn Kirche soll auch Spaß machen. Die Aktionen werden in den Medien veröffentlicht.



