Kinder in Marpingen lernen mit Friedenstreppe Konflikte selbst zu lösen

Foto: Projektvorstellung „Friedenstreppe" mit Bürgermeister Volker Weber und den Projektbetreuerinnen und Projektbetreuern der FGTS - Julia Ehre / Gemeinde Marpingen

An der Grundschule Marpingen lernen Kinder künftig, Streit eigenständig und gewaltfrei beizulegen. Die Freiwillige Ganztagsschule (FGTS) hat standortübergreifend gemeinsam mit der Grundschule im Schuljahr 2026/2027 das Projekt „Friedenstreppe nach Zwenger-Balink“ eingeführt. Im Rahmen der Demokratietage setzten die Kinder das Vorhaben gemeinsam um.

Die Friedenstreppe funktioniert in vier Schritten: Auf der ersten Stufe, symbolisiert durch ein Auge, schildern die Kinder, was passiert ist. Auf der zweiten Stufe steht ein Herz für die Frage, wie sie sich gefühlt haben. Die dritte Stufe zeigt eine Glühbirne – hier suchen die Streitenden gemeinsam nach einer Lösung. Auf der vierten Stufe, gekennzeichnet durch eine Friedenstaube und einen Handschlag, wird Frieden geschlossen. Unterstützend kommt die sogenannte „OMA-Regel“ zum Einsatz: Das O steht für das Ohr und damit fürs Zuhören, das M für den Mund und das Sprechen in Ich-Botschaften, das A für das Auge und den Blickkontakt.

An allen drei FGTS-Standorten gestalteten die Kinder das Projekt aktiv mit. Die Neue Arbeit Saar baute die Friedenstreppen, die von den Schülerinnen und Schülern mitgestaltet wurden. Eine Kreativgruppe erstellte Plakate und Gefühlsuhren, eine Mediengruppe produzierte Interviews und Stop-Motion-Erklärvideos. Die entstandenen Materialien werden auch der Grundschule zur Verfügung gestellt, damit die Methode langfristig im Schulalltag verankert werden kann.

Darüber hinaus schulte das Adolf-Bender-Zentrum eine feste Kindergruppe aus allen drei Standorten gezielt zu Friedensexpertinnen und Friedensexperten. Zum Abschluss durften die Kinder einem Richter im Sitzungssaal der Gemeinde Fragen zur Rechtsprechung stellen. Dabei erfuhren sie, welche Bedeutung das Zuhören, das Verstehen unterschiedlicher Sichtweisen und die Suche nach Lösungen auch im Rechtssystem haben.

Umgesetzt wurde das Projekt in Kooperation mit der Grundschule Marpingen, Idee.on, der Neuen Arbeit Saar und dem Adolf-Bender-Zentrum. Die Projektleitung lag bei den Kita-Sozialarbeiterinnen Harbiye Acar-Poyraz und Jasmin Klein. Am Standort Marpingen waren Uwe Lorscheider, Hanna Will, Dennis Warken und Michael Groß beteiligt, am Standort Alsweiler Thomas Steinmann, Lina Rein und Luca Reinshagen.

„Ein riesiges Dankeschön gilt unserem engagierten Team der FGTS und des Jugendbüros sowie dem Adolf-Bender-Zentrum und der Neuen Arbeit Saar für ihren Einsatz und die Umsetzung dieses tollen Projekts. Solche Initiativen zeigen, wie wichtig gute pädagogische Arbeit ist. Denn Respekt, Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen gelernt und gelebt werden. Frieden beginnt bei jedem Einzelnen von uns. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, unseren Kindern das nötige Rüstzeug mitzugeben, damit sie Konflikte respektvoll lösen und ein friedliches Miteinander gestalten können“, betont Bürgermeister Volker Weber.

Weitere interessante Artikel:

ANZEIGEN

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Blätterbarer Katalog 2026 mit 44 Seiten:

Weitere Informationen zu den neuen „Gudd-Zweck-STERNZEICHEN-ETIKETTEN“ finden Sie hier:
https://www.gudd-zweck.de/fyi/ho-roos-kop/