Inflationsrate steigt im Saarland auf 6,5 Prozent

Die Inflationsrate im Saarland ist nach Angaben des Statistischen Amtes im März auf 6,5 Prozent gestiegen. Ein höherer Wert war zuletzt vor gut 40 Jahren im Dezember 1981 mit 6,7 Prozent gemessen worden. Im Vergleich zum Vormonat Februar 2022 ist das Verbraucherpreisniveau um 2,2 Prozent gestiegen. Der aktuelle Wert des Verbraucherpreisindexes liegt bei 113,9 (Basisjahr 2015=100).

Einen sehr starken Preisanstieg zeigen die Heizölpreise, die binnen Jahresfrist um 147,4 Prozent gestiegen sind. Unter anderem infolge vermehrter Bevorratung vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine wurde hier im Vergleich zum Vormonat ein Preisanstieg von 68,7 Prozent gemessen. Flüssiggas wurde im Jahresvergleich um 120,8 Prozent und innerhalb eines Monats um 60,2 Prozent teurer. Bei Energieträgern, die keine Bevorratung erlauben, war die Entwicklung moderater. So stiegen die Strompreise im Jahresvergleich um durchschnittlich 11,4 Prozent, Erdgas einschließlich Umlage verteuerte sich um 19,1 Prozent. Die Preise für Fernwärme stiegen seit vergangenem Jahr um 39,4 Prozent an. Noch vergleichsweise maßvoll war die Preisentwicklung bei festen Brennstoffen. Bei Holzpellets und Brennholz liegt der aktuelle Preis um 6,9 Prozent über Vorjahresniveau.

Die Kraftstoffpreise an den Tankstellen lagen nach einem Preisanstieg um 20,9 Prozent binnen vier Wochen um 42,2 Prozent über dem Vorjahreslevel.

Rechnet man aus der Preisentwicklung den direkten Einfluss von Heizöl und Kraftstoffen heraus, so reicht der Wert mit 4,2 Prozent ebenfalls weit über die inflationskritische Marke von 2 Prozent hinaus. Das deutet darauf hin, dass sich der indirekte Einfluss der dramatischen Energiepreisentwicklung allmählich auch in den Endverbraucherpreisen vieler Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs bemerkbar macht. Dies zeigt sich unter anderem bei den Nahrungsmittelpreisen (+ 5,7 %) oder bei Dienstleistungen des Beherbergungs- und Gaststättengewerbes (+ 6,4 %).

Einen stabilisierenden Faktor bilden die Wohnungsmieten, die sich im Saarland in den letzten 12 Monaten im Schnitt nur um 1,1 Prozent verteuert haben.

Bei diesen Informationen handelt es sich um vorläufige Ergebnisse der Berechnungen zum saarländischen Verbraucherpreisindex. Endgültige Ergebnisse werden mit dem Statistischen Bericht MI2 im Internet hier veröffentlicht: www.statistik.saarland.de.

Erläuterung: Eine Inflationsrate (Veränderung des Verbraucherpreisindexes) von 2,0 Prozent bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Verbraucher für einen unveränderten Warenkorb, der vor einem Jahr z. Bsp. 1 000 Euro gekostet hat, heute 20 Euro oder 2,0 Prozent mehr ausgeben müsste. Dieser Warenkorb beinhaltet nahezu alle Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten gekauft werden. Neben Nahrungsmitteln und Getränken sind Wohnungsmieten ebenso enthalten wie Bekleidungsartikel, Urlaubsreisen oder Friseurdienstleistungen. Preissteigerungen bei einer Reihe von Gütern stehen stets auch Preissenkungen bei anderen gegenüber. Die Preisentwicklung der einzelnen Güter wird bei der Ermittlung des Verbraucherpreisindexes entsprechend den jeweiligen Ausgabenanteilen eines Durchschnittshaushaltes berücksichtigt.

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