Gemeinschaftsschule Marpingen feierte zehnte Transalp-Tour mit 21 Schülerinnen und Schülern

Fotos: Markus Mörsdorf

Zum zehnten Mal haben Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Marpingen die Alpen mit dem Fahrrad überquert. 21 Zwölftklässler legten vom 26. Mai bis 2. Juni insgesamt 450 Kilometer und 6300 Höhenmeter von München bis an den Gardasee zurück – ausschließlich aus eigener Muskelkraft. Seit 2016 organisiert Sportlehrer Thomas Alt diese besondere Schulexkursion, die längst zur festen Tradition geworden ist.

Los ging es im Englischen Garten in München. Schon die erste Etappe entlang der Isar nach Bad Tölz forderte die Gruppe bei der ersten Sommerhitze des Jahres deutlich mehr als erwartet. Einige erreichten das Etappenziel nahezu erschöpft. Am zweiten Tag führte die Route über den österreichischen Achensee ins Zillertal, wo ein Gewitterguss für kurze Abkühlung sorgte. Der eigentliche Höhepunkt sollte die Überquerung des 2250 Meter hohen Pfitscher Jochs werden – doch ein Wettersturz Mitte Mai hatte dort noch so viel Schnee hinterlassen, dass der Pass von Norden her unpassierbar war. Die Gruppe musste umdrehen, 500 bereits erklommene Höhenmeter waren umsonst gewesen. Kurzerhand ging es mit der Bahn über den Brenner und von dort per Rad ins Eisacktal und wieder hinauf zum Unterbergerhof an der Südseite des Pfitscher Jochs. Trotz der Bahnetappe kamen am Ende sogar mehr Höhenmeter zusammen als ursprünglich geplant. Ein Grillabend im abgeschiedenen Pfitscher Tal entschädigte für die Strapazen.

Die vierte Etappe führte von Sterzing auf den 2100 Meter hohen Jaufenpass, wo sich ein Panorama über die gesamten Südtiroler Alpen bot. Stolz feierten die 21 jungen Radlerinnen und Radler dort den Höhepunkt der Tour, bevor eine aussichtsreiche Serpentinenabfahrt nach Meran folgte. Die letzten beiden Etappen hatten es noch einmal in sich: Nach einem Badestopp am Montiggler Waldsee entpuppte sich die weitere Strecke als abenteuerlicher Mountainbike-Trail, auf dem die Räder teilweise über Felspassagen und durch dichtes Gestrüpp getragen werden mussten. Im Etschtal blies ein böiger Gegenwind, weshalb die Gruppe die Schlussetappe statt über die Pässe des Brentagebirges flach an der Etsch entlang nach Riva del Garda führte. Ein letzter Minipass mit 150 Höhenmetern war nach sechs Tagen voller Anstrengung das größtmöglich zumutbare Übel. Am Ende erreichten alle 21 Teilnehmer ihr Ziel – manche mit kleineren Blessuren, aber alle glücklich und stolz auf diese „Wahnsinnstour“, wie viele sie nannten.

Da Thomas Alt krankheitsbedingt verhindert war, übernahm Jan Wagner die Leitung der Tour, begleitet von Markus Mörsdorf – beide ebenfalls raderfahrene Lehrer der Gemeinschaftsschule. Die Lehrer Georg Wilhelm und Bruno Kistner sorgten mit den Begleitbussen für Gepäcktransport, Verpflegung und stellten bei müden Waden einen freien Platz bereit. Als kundige Bergradler waren außerdem Christoph Pristorius, Carsten Sahner und Ralf Barrois dabei, um die Sicherheit auf der anspruchsvollen Strecke zu gewährleisten.

Eine elfte Auflage ist bereits in Planung: Jan Wagner führt die Tradition fort und plant für das kommende Jahr eine Route von Salzburg über den Wilden Kaiser und das Pfitscher Joch nach Bozen – wieder mit einem zwölften Schuljahr und wieder mit ordentlich „Schmackes“ in den Waden.

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