32 Fünftklässler der Gemeinschaftsschule Marpingen erlebten Anfang Mai einen außergewöhnlichen Schultag in der historischen Wassermühle Moulin Arnet im lothringischen Volmunster. Die Einladung kam von ihrer Partnerschule, dem Collège Jean-Jacques Kieffer aus Bitche, als Gegenbesuch zum gemeinsamen Weihnachtsmarktbesuch in St. Wendel im Dezember 2025.
Die am Ufer der Schwalb gelegene Mühle wird von der Familie Arnet noch heute betriebsfähig gehalten. Während sich die Hauptproduktion mittlerweile außerhalb des Ortes befindet, dient die historische Anlage im Ortskern Demonstrationszwecken und beherbergt eine Boutique. Die Müllerfamilie mahlt dort weiterhin Getreide regionaler Landwirte und verkauft neben Roggen- und Weizenmehl auch Produkte aus alten Getreidesorten wie Dinkel und Einkorn sowie weitere Erzeugnisse lokaler Hersteller.
Die deutsch-französische Schülergruppe erhielt von der Familie Arnet detaillierte Einblicke in die Funktionsweise der Mühle. Besondere Aufmerksamkeit erregte das wasserbetriebene Schaufelrad. Die Erklärungen erfolgten zweisprachig, wobei der in dieser Region noch verbreitete pfälzisch-ähnliche Dialekt das Verständnis erleichterte. Die Kinder verfolgten den kompletten Prozess vom Mahlen bis zum Sieben des Getreides. Als Höhepunkt backten alle gemeinsam kleine Brioches in verschiedenen Formen – vom Bär über den Fisch bis zur Eule. Während des Backens lernten die deutschen Schüler neue französische Begriffe, während ihre lothringischen Altersgenossen sich an deutschen Wörtern wie „Förmchen“ oder „Hefezopf“ versuchten.
Nach dem schnellen Verzehr der selbstgebackenen Leckereien folgte eine Schnitzeljagd durch die Wiesenlandschaft rund um Volmunster. Unter dem Motto „Natur erkunden, Rätsel lösen und kleine Experimente durchführen“ konnten sich die Schüler austoben und gleichzeitig ihre Sprachkenntnisse in der Praxis anwenden. Die Begeisterung über das abwechslungsreiche Programm und den unterhaltsamen Austausch war auf beiden Seiten groß. Neue Freundschaften entstanden, verbunden mit echtem Interesse an den Nachbarn jenseits der Grenze und deren Sprache. Beide Schulen planen bereits die Fortsetzung des Austauschprogramms im kommenden Jahr mit neuen Zielen, die die Motivation zum Sprachenlernen weiter fördern sollen.





