Wir haben am Nordpol nachgefragt

„Draußen vom Walde komm ich her“: Das Nikolausfest in Europa

Nikolaustag

„Seid gegrüßt zusammen, Groß und Klein, denn jetzt schaut der Nikolaus in euer Heim hinein.
Von weit, weit her bin ich gereist, durch dunkle Wälder voll Schnee und Eis,
um euch zu besuchen, in dieser besonderen Nacht, und ich habe euch auch etwas mitgebracht.
Doch freut euch nicht zu früh, gebt Acht, denn der Nikolaus ist stets bedacht.
Nur wer artig war das ganze Jahr, für den werden Geschenketräume wahr.
Den hier in meinem goldenen Buch, steht jeder von euch drin, da hilft kein Täuschungsversuch.
So habe ich in meinen großen Sack, nur für die artigen Kinder Geschenke eingepackt.
So fangen wir doch direkt mal an, wer ist nun als erstes dran?“ (desired.de)

Es ist der 06.Dezember. Habt ihr alle ordentlich eure Schuhe geputzt und wart brav? Im letzten Jahr haben wir beleuchtet, wann denn der Nikolaus jetzt wirklich kommt (Hier geht’s zum Artikel). Heute soll es um die Frage gehen, wie man den Nikolaustag denn in anderen europäischen Ländern feiert.

Steht der Teller mit Plätzchen und anderem Weihnachtsgebäck schon bereit? Bei uns in Deutschland ist es gängig, dass der Nikolaus bei seinem Besuch einen Teller mit Leckereien bereitgestellt bekommt, damit er seine beschwerliche Reise durch das ganze Land schafft.

In Bulgarien ist das so ähnlich, nur gibt es da für den bärtigen Mann keine Plätzchen. Der Николай, wie der Nikolaus auf bulgarisch heißt, ist der Schutzheilige der Fischer. Ihm zu ehren, gibt es also am Nikolausabend in Teig eingewickelten Fisch und die Gräten werden anschließend verbrannt und in einen Fluss geworfen.

Die Menschen in Kroatien feiern ihren Sveti Nikola mit Bootsrennen. Besonders beliebt ist das in den Küstengebieten. Mit einem alten Holzboot, was dann daraufhin verbrannt wird, soll um Segen für die Seefahrer:innen gebeten werden.

Bei uns fürchten sich die Kinder vor allem vor dem bösen Knecht Ruprecht, der immer mit dem Nikolaus unterwegs ist. In der Slowakei sieht das etwas anders aus. Die artigen Kinder finden in ihren Stiefeln am Morgen Süßigkeiten und anderes Gebäck. Der Nicholas bringt hingegen den unartigen Kindern eine Zwiebel, die er ihnen dann in den Stiefel legt.

Auch in Rumänien gibt es einen anderen Brauch für die Kinder. Ihnen bringt Moș Nicolae einen Apfelzweig mit. Dieser wird dann in Wasser gelegt und wenn er bis Weihnachten aufgeblüht ist, hat ihnen der Nikolaus vergeben. Tut er es nicht, so blüht auch der Apfelzweig nicht auf.

Bringt der Nikolaus den Erwachsenen eigentlich auch Geschenke? Zumindest in der Niederlande ist das so. Sinterklaas reist mit seinem Gefährten, dem Zwarten Piet, schon seit Novemberbeginn durch das ganze Land. In Begleitung eines Fernsehteams wird also der Nikolaustag zu einem Nikolausmonat und einer Fernsehshow. Nicht nur die braven Kinder bekommen kleine Geschenke, nein, auch die Erwachsenen werden beschenkt. Aber nur die Artigen, der Rest muss sich mit einem Stück Kohle zufrieden geben.

Eine Hexe verpasst den Stern, der sie nach Bethlehem führen soll und irrt jetzt jeden fünften und sechsten Dezember durch Italien. Laut Legende ist genau das die Geschichte hinter La Befana, die den Kindern in Italien kleine Geschenke bringt. Dort kommt also der Nikolaus gar nicht.

Wie ihr seht, feiert jedes Land den Nikolaustag etwas anders und es gibt überall andere Traditionen. Aber egal, ob es Geschenke von einer Hexe oder von einem weißen bärtigen Mann gibt, jedes Kind ist aufgeregt und freut sich auf den 06. Dezember. Hoffen wir, dass heute Nacht nur Geschenke verteilt wurden und niemand mit einem Stück Kohle oder Zwiebeln in den Stiefeln aufgewacht ist.

Wir aus der Redaktion wünschen euch einen tollen Nikolaustag!

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