Der Arbeitsmarkt im Juni 2020 – Erste positive Anzeichen für eine Arbeitsmarktbelebung

Im Landkreis St. Wendel waren im aktuellen Monat 1.968 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, vier mehr als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter 402 Arbeitslose mehr gemeldet (plus 25,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote lag mit 4,1 Prozent genauso hoch wie im Vormonat und um 0,9 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. 

„Auch im Juni sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf dem saarländischen Arbeitsmarkt deutlich spürbar. Obwohl es weiterhin mit hohem Einsatz des wirkungsvollen Instruments Kurzarbeitergeld gelingt, Arbeitsplätze zu sichern, ist nach wie vor ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit – auch im Vergleich zum Vorjahr – zu verzeichnen, vornehmlich im Rechtskreis SGB III“, erläutert die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, Madeleine Seidel. „Erfreulich ist, dass nach einem extremen Einbruch bei den Zugängen offener Stellen seit dem vergangenen Monat wieder mehr Stellenmeldungen eingehen. Das sind erste positive Anzeichen für eine Belebung des Arbeitsmarktes. Dennoch hält die Verunsicherung vieler Unternehmen an und drückt sich weiterhin in einer zurückhaltenden Einstellungsbereitschaft aus.“ 



Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich 

Landkreis St. Wendel: 4,1 Prozent 

Landkreis Merzig-Wadern: 5,1 Prozent 

Saarpfalz-Kreis: 5,8 Prozent 

Landkreis Saarlouis: 5,9 Prozent 

Landkreis Neunkirchen: 8,3 Prozent 

Regionalverband Saarbrücken: 10,7 Prozent 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung 

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 13 auf 1.050 gesunken. Das waren 262 mehr als vor einem Jahr (plus 33,2 Prozent). Bei den Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit bei 127. Sie verringerte sich um vier im Vergleich zum Vormonat und lag um 42 über dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus betrug 497. Sie ist gegenüber dem Vormonat um 12 gesunken und gegenüber dem Vorjahr um rund 100 gestiegen. 

Entwicklung in der Grundsicherung 

Beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel waren im Juni 918 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 17 mehr als im Mai. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen rund 18 Prozent über dem Vorjahreswert. Jugendarbeitslosigkeit ist weiterhin im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vorhanden. 287 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber Mai um 26 und gegenüber Juni 2019 um 43 erhöht. Rund 30 Prozent der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Juni 275. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 18. 

Stellenmarkt 

Die Zahl der neu gemeldeten Stellen hat sich nochmals leicht erhöht. Unternehmen der Region haben im Juni insgesamt 146 Stellen zur Besetzung gemeldet, 16 mehr als im Mai. Seit Jahresbeginn wurden 706 offene Stellen gemeldet, 41,3 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Aktuell stehen 556 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. Der Stellenbestand liegt damit rund 35 Prozent unter dem Vorjahresniveau. 

Kurzarbeit 

Im Juni haben im Landkreis St. Wendel nochmals 7 Unternehmen für insgesamt 69 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 827 Unternehmen Kurzarbeit für 8.562 Personen angezeigt. 

Ausbildungsmarkt 

„Der Ausbildungsmarkt zeigt sich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie etwas weniger stark beeinträchtigt als der Arbeitsmarkt. Wir befinden uns aktuell in der „heißen Phase“ der Ausbildungsvermittlung. Noch immer sind zahlreiche Jugendliche auf der Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle. Gleichzeitig haben viele Betriebe ihre Entscheidung für die Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze noch nicht endgültig getroffen, möchten aber trotz der Pandemie weiterhin ausbilden. Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ – insbesondere das neu geschaffene Instrument der Ausbildungsprämie – wird dabei unterstützen“,“ so Madeleine Seidel. 

Im Landkreis St. Wendel wurden seit Beginn des Ausbildungsjahres im vergangenen Oktober 489 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 33 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig suchten 459 junge Menschen eine Ausbildungsstelle über die Arbeitsagentur, 22 weniger als vor einem Jahr. Am statistischen Zähltag im Juni waren noch 235 Stellen unbesetzt und 173 Jugendliche unversorgt. 

Top 10 der noch unbesetzten Ausbildungsstellen 

Kaufmann/-frau im Einzelhandel (18) 

Verkäufer/in (15) 

Koch/Köchin (13) 

Metallbauer/in Konstruktionstechnik (9) 

Elektroniker/in – Energie-/Gebäudetechnik (9) 

Anlagenmechaniker/in – Sanitär-/Heiz.-/Klimatechnik (9) 

Fachverkäufer/in Lebensmittelhandwerk – Fleischerei (8) 

Industriemechaniker/in (7) 

Handelsfachwirt/in (7) 

Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (7) 

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