Am Samstag fanden in St. Wendel drei politische Versammlungen statt. Neben einer Kundgebung unter dem Titel „Frieden, Meinungsfreiheit, Demokratie“ zogen zwei Gegenveranstaltungen durch die Stadt: der „Protest gegen Rechtsextremismus“ und das „Picknick der Vielfalt“ des Bündnisses „Frauen gegen rechts“. Insgesamt nahmen deutlich weniger Menschen teil als erwartet. Die Polizei war im Einsatz und musste mehrfach einschreiten – unter anderem wegen eines Übergriffs auf einen Pressevertreter.
Die Hauptversammlung auf dem Rezé-Platz zählte rund 75 Teilnehmer. Nach einer ersten Kundgebung zog die Gruppe durch die Innenstadt. Dabei zeigte ein Teilnehmer den verbotenen „Hitlergruß“. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein. Versuche von Gegendemonstranten, den Aufzug zu stören, wurden unterbunden. Die Veranstaltung endete gegen 15:30 Uhr nach einer Abschlusskundgebung.
Die Gegenversammlung „Protest gegen Rechtsextremismus“ setzte sich bereits um 13:15 Uhr vom Bahnhof aus in Bewegung. Während des Aufzugs wurde ein Pressevertreter aus der Versammlung heraus von Linksextremisten massiv bedrängt, in seiner Arbeit behindert und körperlich angegriffen. Zudem kam es zu einer Beleidigung gegenüber dem Journalisten von wndn.de. Die Polizei schritt nur zögerlich ein. Auch bei weiteren Auseinandersetzungen mit Passanten war ein Eingreifen erforderlich – dabei wurden die Beteiligten mittels einfacher körperlicher Gewalt getrennt. Einige Personen vermummten sich verbotenerweise, als sie versuchten, den Aufzug zum Rezé-Platz zu stören.
Ruhig verlief dagegen laut Polizeiangaben das „Picknick der Vielfalt“ im Stadtpark. Hier versammelten sich zeitweise bis zu 100 Teilnehmer. Die Polizei verzeichnete dort keine besonderen Vorkommnisse.
Trotz zwei weiterer Veranstaltungen – einem Flohmarkt und einer Motorsportveranstaltung – kam es zu keinen nennenswerten Verkehrsbeeinträchtigungen.



