Sebastian Schorr: „Unsere Stadt steht vor erheblichen personellen Herausforderungen“

CDU St. Wendel: Bürgergeldempfänger sollen am Beschäftigungsprojekt „Together@work“ teilnehmen

Sebastian Schorr CDU
Sebastian Schorr (Foto: CDU)

Die Christdemokraten in St. Wendel sprechen sich für eine verstärkte Beteiligung der Kreisstadt am Beschäftigungsprojekt „Together@work“ des Landkreises aus. Sowohl die CDU-Stadtratsfraktion als auch der örtliche Parteiverband fordern, dass die Kommune geeignete Arbeitsmöglichkeiten für das Integrationsprogramm zur Verfügung stellt.

Das vom Landkreis initiierte Vorhaben wendet sich an Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Dazu zählen Menschen im laufenden Asylverfahren, geduldete Personen sowie ausreisepflichtige Ausländer. Die rechtliche Grundlage bildet Paragraf 5 des Asylbewerberleistungsgesetzes, der Arbeitsgelegenheiten bei staatlichen, kommunalen oder gemeinnützigen Trägern ermöglicht, wenn das Arbeitsergebnis der Allgemeinheit zugute kommt. 56 erwerbsfähige Asylsuchende aus dem gesamten Landkreis wurden in den ersten drei Monaten des Projekts zur gemeinnützigen Arbeit verpflichtet. Davon erschien lediglich die Hälfte regelmäßig. Der Rest fehlt oft unentschuldigt oder meldet sich laufend krank.

Seit April 2025 nehmen bis zu 20 Personen aus der Stadt an dem Programm teil und werden dabei von fachkundigem Personal angeleitet. Die Tätigkeitsbereiche erstrecken sich auf die Pflege und den Rückschnitt von Grünanlagen, die Instandhaltung und Verschönerung von Spielplätzen sowie unterstützende Arbeiten in öffentlichen Einrichtungen, Gebäuden, bei Vereinen und kirchlichen Einrichtungen. Hierzu gehören einfache Sanierungs- und Renovierungstätigkeiten sowie grundlegende Arbeiten für die kommunalen Bauhöfe.

Die Maßnahme verfolgt mehrere Ziele: Sie schafft eine verbindliche Tagesstruktur und stärkt die Arbeitsbereitschaft der Teilnehmer. Gleichzeitig ermöglicht sie erste berufspraktische Erfahrungen, stellt Kompetenzen fest und fördert den Einstieg in einfache Arbeitsprozesse. Zusätzlich bietet das Programm einen niedrigschwelligen Zugang zur deutschen Sprache. Die sichtbare Beschäftigung im öffentlichen Raum sendet ein klares Signal an die Gesellschaft: Wer Leistungen erhält, übernimmt auch Verantwortung.

Bei unbegründeter Verweigerung der Teilnahme kann das Jobcenter des Landkreises St. Wendel die Leistungen kürzen. Fehlzeiten müssen begründet werden, andernfalls drohen Sanktionen. Motivierte Teilnehmer erhalten bevorzugt Zugang zu Integrationskursen. Als Träger der Maßnahme fungiert die St. Wendeler Initiative für Arbeit und Familie (WIAF) gGmbH. Die Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung.

Sebastian Schorr, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat und Landtagsabgeordneter, erklärt: „Unsere Stadt steht vor erheblichen personellen Herausforderungen – insbesondere im Bereich Grünpflege, Spielplätze oder Friedhöfe. Gleichzeitig werden Sozialleistungen vielfach ohne Verpflichtung zur Mitwirkung gewährt. Together@work ist ein pragmatischer, umsetzbarer Ansatz, dem auch die Kreisstadt folgen sollte. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Verantwortung zu übernehmen.“

Alexander Zeyer, CDU-Stadtverbandsvorsitzender, ergänzt: „Together@work steht für ein konsequentes und praxisnahes Prinzip von Fordern und Fördern: Wer staatliche Unterstützung erhält, muss sich im Rahmen seiner Möglichkeiten auch für das Gemeinwesen engagieren. Gleichzeitig profitieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von klarer Struktur, geregelten Abläufen und sinnvollen Aufgaben. Das Projekt ist ein Gewinn für alle Beteiligten – für die Kommune wie für die Teilnehmenden.“

Die CDU strebt außerdem eine Ausweitung des Modells auf erwerbsfähige Bürgergeldempfänger nach Paragraf 16d SGB II an. Dabei sollten die Hürden der Zusätzlichkeit, Gemeinnützigkeit und Wettbewerbsneutralität gelockert werden. Neben den persönlichen Vorteilen für die Teilnehmer – wie Tagesstruktur und erste Arbeitserfahrung – könnten gerade im ländlichen Raum viele kommunale Aufgaben übernommen werden, für die bislang Personal oder Mittel fehlen.

Weitere interessante Artikel:

ANZEIGEN

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Blätterbarer Katalog 2026 mit 44 Seiten:

Weitere Informationen zu den neuen „Gudd-Zweck-STERNZEICHEN-ETIKETTEN“ finden Sie hier:
https://www.gudd-zweck.de/fyi/ho-roos-kop/