Am 06. Februar 2023 stand der Rest der Welt still, als Erdbeben 11 Provinzen der Türkei und den Norden Syriens erschütterten. Die Katastrophe forderte mehr als 59.000 Tote und 125.000 Verletzte. Zurück blieben Verwüstung und Menschen in Not. Noch immer sind Helfer aus der ganzen Welt in den Erdbebengebieten im Einsatz.
Daniel Müller ist Teil des THW Ortsverbandes St. Wendel und war im April dieses Jahres 3 Wochen lang als Helfer im Rahmen eines IHP-Einsatzes in der türkischen Stadt Kahramanmaraş. Was er dort erlebt hat, wie er helfen konnte und wie es den Menschen vor Ort heute geht, hat Daniel uns in einem Interview erzählt, welches einen bleibenden Eindruck hinterlässt:
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Kahramanmaraş ist ein Stadt mit rund 680.000 Einwohnern, die genau zwischen den zwei größten Epizentren der Katastrophe lag, wodurch dort 60% der Häuser eingestürzt sind. Die Menschen leben größtenteils in Zelten, die von der türkischen Regierung nun durch Container ersetzt werden sollen, da der Wiederaufbau der Stadt noch mindestens eineinhalb Jahre andauern wird.
Daniel Müller war im Rahmen eines IHP-Einsatzes (International Humanitarian Partnership) in seiner Funktion als Gruppenführer der Fachgruppe Elektroversorgung als „Camp Expert“ & „Electrical Expert“ im Erdbebengebiet Kahramanmaraş eingesetzt. Dort half er dabei, ein von der UN geführtes „Field Office“ zu erbauen und instand zu halten. Ein solches „Field Office“ wird zumeist mitten auf dem Land, nahe des Katastrophengebietes aufgebaut, um von dort aus die benötigte Hilfe koordinieren zu können. Zelte, Container, Toiletten – eine ganze Infrastruktur muss demnach aus dem Nichts aufgebaut werden. Daniel Müller kümmerte sich hierbei vor allem um die sichere Elektrik, aber darüber hinaus beispielsweise auch um die Kanalisation oder die Befestigung der Wege.
In seiner Zeit durfte Daniel zudem zusammen mit der UN die Betroffenen der Katastrophe in den Zelt- bzw. Containerdörfern besuchen und beraten. Auf dem Weg dorthin wurde ihm das Ausmaß der Katastrophe vor Augen geführt: Überall einsturzgefährdete Hochhäuser, in deren Untergeschossen provisorische Stützen die Läden der Bewohner:innen schützen sollen, die dort ihre Geschäfte weiterhin betreiben müssen. Noch immer ist die Gefahr allgegenwärtig, kleinere Beben erschüttern auch heute noch den Erdboden und bringen die Menschen vor Ort stets in Gefahr.




