Digitalisierung und neue Medien sind aus unserer Zeit nicht mehr wegzudenken. Doch wie man sie sinnvoll nutzt, will erlernt sein. In der Gemeinschaftsschule Freisen wird den Schülerinnen und Schülern der richtige Umgang mit Smartphone, Tablet und Co. nähergebracht, aber auch der respektvolle Umgang miteinander in den sozialen Medien. Für Ideen, die sich digital umsetzen lassen, hat die Schule jetzt einen eigenen Raum eröffnet: den MakerSpace. Wir haben ihn uns einmal näher angeschaut.
Betritt man den MakerSpace-Raum, erkennt man gleich, dass es sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Klassensaal handelt. Zehn Monitore zieren die Wand. In der Mitte des Saals befinden sich Tische auf Rollen. Sie sollen sich, je nach Konstellation der Arbeitsgruppen, flexibel zusammen- bzw. auseinanderrollen lassen, erklärt Schulleiter Marc André Müller bei der Führung durch die Räumlichkeiten. Statt auf eine Grüntafel blickt man auf einen großen Monitor. Lego-Roboter und ein 3D-Drucker runden den ersten Eindruck ab: Wir befinden uns in einem hochmodernen Klassenzimmer. Die Zwischentür zum nächsten Saal ist geöffnet. Kommt man ihr näher, kann man schon einen zarten Grünschimmer wahrnehmen. Beim Betreten fällt sie dann als erstes auf: die grüne Wand. Davor ist professionelle Beleuchtung aufgebaut. Es handelt sich um einen Greenscreen, um ein ganzes Filmset. Schulklassen produzieren hier Videos, die thematisch zum Unterricht passen.
Das Filmset lasse sich zum Beispiel hervorragend in den Fremdsprachenunterricht integrieren, berichtet Französischlehrerin Jessica Klaiber. Die Schüler können beispielsweise einen Einkaufsdialog auf Französisch vor dem Greenscreen führen. Auf diesen projizieren sie dann den Kassenbereich eines französischen Supermarktes. Der Betrachter des fertigen Videos sieht dann zwei Schüler, die sich in einem französischen Supermarkt auf Französisch unterhalten. Diese Abwechslung zum herkömmlichen Unterricht sei bei den Schülerinnen und Schülern sehr willkommen, erzählt Klaiber.
In der anderen Ecke des Raums befindet sich eine professionelle Ausstattung für Podcast-Produktionen. Vor allem die von Herrn Müller geleitete Crossmedia-AG kann sich hier richtig austoben. Wo man vorher schauen musste, welcher Raum für Projektarbeiten zur Verfügung stand und die AG auch öfter mal mit den Arbeitsgeräten umziehen musste, befindet sich heute alles an seinem festen Platz, im MakerSpace-Raum.
Klassen können den MakerSpace-Raum für ihre Projekte buchen. Unter den Schülerinnen und Schülern, die ihn bereits nutzen durften, ist er inzwischen sehr beliebt, wie Müller und Klaiber bestätigen. Hier haben Tüftler Raum für ihre Ideen, können programmieren, ausprobieren, filmen, lernen, wie sie die neuen Medien sinnvoll nutzen. Die eingangs erwähnten Legoroboter zeigen eindrucksvoll, was hier entstehen und welches Verständnis für Technik vermittelt werden kann.
Rund 100.000 Euro aus Bundesmitteln des Digitalpakts sind in die Ausstattung geflossen. Dafür hat die Schule auch schon frühzeitig ein Digitalkonzept abgegeben. Denn für die spätere berufliche Zukunft sei es wichtig, dass die jungen Menschen bereits in der Schule ein Verständnis für Technik entwickeln und sich eine Digitalkompetenz aneignen, betont der Schulleiter.
Zeitgleich mit dem MakerSpace, dem hochmodernen Raum für digitale Projekte, wurde auch das analoge Pendant an der Schule eröffnet: die Schulbibliothek. Zahlreiche Sachbücher und Romane, die über Jahre in Kartons eingelagert waren, finden in dem modern und gemütlich eingerichteten Raum wieder einen Platz. „Es ist einfach schön, wenn man beim Lesen ein richtiges Buch in der Hand hält. E-Books sind nichts für mich“, sagt Müller beim Rundgang durch die Bibliothek. So sehen das auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule, denn, wie Müller berichtet, ist die Bibliothek in den Pausen immer gut gefüllt mit Schülern, die entweder vor Ort lesen oder sich Bücher ausleihen möchten. Finanziert wurde die neue Bibliothek mit 30.000 Euro vom Landkreis St. Wendel, dem Schulträger der Schule.












