Die stark gestiegenen Heizölpreise belasten zahlreiche Haushalte im Saarland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt der Preis derzeit 74,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die saarländische Landesregierung fordert deshalb finanzielle Hilfen für Menschen, die besonders stark von den Preissteigerungen betroffen sind. Gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern brachte das Saarland in der 1067. Sitzung des Bundesrates eine entsprechende Initiative ein.
Nachdem bereits eine Entlastung beim Tanken auf den Weg gebracht wurde, soll nach dem Willen der beiden Bundesländer auch das Heizen mit Öl berücksichtigt werden. Die Preissteigerungen treffen nach Einschätzung der Landesregierung sowohl private Haushalte als auch Unternehmen.
Besonders schwierig sei die Situation für Menschen, die kurzfristig Heizöl bestellen müssen. Anders als beim regelmäßigen Tanken fallen dabei häufig hohe Kosten auf einmal an.
Fast jede dritte Wohnung im Saarland heizt mit Öl
Im Saarland hat die Entwicklung der Heizölpreise eine besondere Bedeutung. Nach den Ergebnissen des Zensus 2022 werden rund 29 Prozent der Wohnungen im Saarland mit Heizöl beheizt. Bundesweit liegt dieser Anteil bei etwa 19 Prozent.
Damit ist der Anteil der Wohnungen mit Ölheizung im Saarland deutlich höher als im Bundesdurchschnitt.
Verbraucherschutzministerin Petra Berg erklärte dazu im Bundesrat:
„Der Preisschock kommt über Nacht. Eine neue Heizung nicht. Gerade im Saarland trifft die Preisentwicklung viele Menschen doppelt: beim Tanken und beim Heizen. An der Zapfsäule wird bereits entlastet, zumindest kurzfristig. Wer jetzt aber Heizöl bestellen muss, zahlt die hohen Preise auf einen Schlag. Deshalb brauchen wir auch für besonders belastete Heizölhaushalte eine gezielte Entlastung. Eine warme Wohnung darf kein Luxus werden.“
Finanzielle Hilfen für einkommensschwache Haushalte
Mit ihrer gemeinsamen Initiative setzen sich das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern dafür ein, die Energiepreisentlastung auf Heizöl auszuweiten.
Vorgeschlagen werden gezielte finanzielle Ausgleichsregelungen. Diese könnten über einen direkten Auszahlungsmechanismus insbesondere Menschen mit geringem Einkommen, einkommensschwache Haushalte sowie Rentnerinnen und Rentner unterstützen.




