Alten- und Pflegeheime gehören für Feuerwehren zu den schwierigsten Einsatzorten überhaupt. Viele Bewohner sind in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt oder auf Hilfe angewiesen – im Brandfall eine enorme Herausforderung für die Rettungskräfte. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, führte die Feuerwehr kürzlich eine groß angelegte Gemeinschaftsübung im Alten- und Pflegeheim „Haus Petersberg“ in Kastel durch. Rund 40 Einsatzkräfte aus mehreren Löschbezirken waren beteiligt. In der Einrichtung leben etwa 50 Personen, von denen viele nicht oder nur eingeschränkt mobil sind.
Das angenommene Szenario: eine unklare Rauchentwicklung im rückwärtigen Bereich des Gebäudes. Der Löschbezirk Kastel traf wenige Minuten nach der Alarmierung ein. Nach der Erkundung der Lage ging ein Trupp unter schwerem Atemschutz ins Gebäudeinnere vor, um den Brand zu bekämpfen und nach Personen zu suchen. Die Mannschaft des Staffellöschfahrzeugs (StLF 10) baute die Wasserversorgung über einen Unterflurhydranten im Straßenbereich auf, während die Besatzung des Mannschaftstransportwagens (MTW) die Einsatzstelle weiträumig absicherte und nachrückende Kräfte einwies. Der ebenfalls mit einem StLF 10 ausgerückte Löschbezirk Braunshausen ging unterdessen auf der Gebäuderückseite im Kellergeschoss zur Brandbekämpfung vor. Zusätzlich wurde eine vierteilige Steckleiter als weiterer Rettungsweg aufgebaut.
Für die erweiterte Löschwasserversorgung über eine lange Wegstrecke sorgte die Besatzung des Gerätewagens „Logistik“ aus Nonnweiler gemeinsam mit Kasteler Einsatzkräften. Das Wasser wurde dabei aus dem nur wenige Meter entfernt fließenden Bachlauf der Prims entnommen. Zwei als vermisst gemeldete Hausbewohner konnten nach kurzer Suche unverletzt aufgefunden und durch den Haupteingang ins Freie gebracht werden. Als Brandursache stellte sich ein Feuer in einem der Kellerräume heraus, das rasch unter Kontrolle gebracht wurde. Allerdings geriet beim Innenangriff im Keller eine Einsatzkraft unter Atemschutz in eine Notlage und musste selbst aus dem Gebäude gerettet werden.
Wegen der zunächst unklaren Gesamtlage war zusätzlich das Drehleiterfahrzeug des Löschbezirks Bosen-Eckelhausen aus der Nachbargemeinde Nohfelden angefordert worden. Tatsächlich musste ein nicht mobiler Bewohner aus dem zweiten Obergeschoss evakuiert werden. Die Drehleiter wurde im Hinterhof positioniert, der Bewohner per Trage sicher nach unten befördert und den dort bereitstehenden Kräften übergeben. Die Mannschaft des Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugs aus Nonnweiler hatte vorsorglich eine weitere Wasserversorgung aufgebaut. Vom Korb der Drehleiter aus kontrollierten Einsatzkräfte zudem die übrigen Wohnräume über Fenster und Balkone visuell. Die zentrale Objektlagedarstellung wurde vom Einsatzleitfahrzeug Primstal aus koordiniert. Abschließend vertrieben mehrere Lüfter die letzten Rauchschwaden aus dem Gebäude.
Als aufmerksame Beobachter verfolgten Einrichtungsleiterin Katja Herloch und der Kasteler Ortsvorsteher Joachim Hahn den Übungsablauf. Der stellvertretende Gemeindewehrführer Thorsten Maring zeigte sich zufrieden und bescheinigte den beteiligten Einsatzkräften eine in jeder Hinsicht professionelle Vorgehensweise. Das Übungsziel sei voll erreicht worden.




