Umwelt-Campus Birkenfeld zeichnet spanische Forschende für thermodynamische Wirtschaftsbewertung aus

Fotografin: Dune Solanot

Professor Dr. Antonio Valero Capilla und seine Tochter Professorin Dr. Alicia Valero Delgado werden mit dem diesjährigen Friede-Gard-Preis für Nachhaltige Ökonomik ausgezeichnet. Die beiden Forschenden stehen für zwei Generationen der sogenannten Schule von Zaragoza der Thermoökonomik. Bei diesem Ansatz werden Gesetzmäßigkeiten aus der Thermodynamik – einem Teilgebiet der Physik – genutzt, um auf dem Energieverbrauch (genauer: Exergieverbrauch) beruhende Kosten von Produkten, Produktionsprozessen und Abfällen zu berechnen. Auf diese Weise lässt sich bestimmen, wie nachhaltig oder eben nicht nachhaltig unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem arbeitet – und wo gezielt Verbesserungen ansetzen können.

Antonio Valero Capilla hat nach einem Maschinenbaustudium zunächst die thermodynamische Analyse und energetische Optimierung von Maschinen und Produktionsprozessen erforscht. Daraus entwickelte er eine allgemeine Theorie zur Bewertung der mineralischen und fossilen Rohstoffe der Erde. Gemeinsam mit seiner Tochter Alicia, einer studierten Chemieingenieurin, baute er diese Arbeit zu einer umfassenden thermodynamischen und thermoökonomischen Theorie aus, die den gesamten Rohstoffkreislauf von der unberührten Natur zurück zur unberührten Natur abbildet. Hunderte Fachpublikationen und mehrere Bücher dokumentieren die Ergebnisse ihrer Forschung. Weitere Informationen zu den Preisträgern und ihrem Werk sind auf der Homepage des Friede-Gard-Preises unter www.umwelt-campus.de/friede-gard-preis abrufbar.

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, den 15. Oktober 2026 ab 18 Uhr als Online-Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache statt. Die beiden Ausgezeichneten werden dabei einen allgemeinverständlichen Einblick in ihre Arbeit geben. Sie wollen unter anderem erklären, was die Thermoökonomik ist und worin sie sich etwa von der verbreiteten Lebenszyklusanalyse unterscheidet. Anhand praktischer Beispiele soll gezeigt werden, wie weit die Kreislaufwirtschaft bereits geschlossen ist, worauf es beim Recycling ankommt, wie nachhaltig erneuerbare Energien tatsächlich sind und was eine nachhaltige Landwirtschaft ausmacht. Die Laudatio hält Carlos Álvarez Pereira, Generalsekretär des Club of Rome. Die Organisation wurde 1972 durch den Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ international bekannt und veröffentlicht seitdem kontinuierlich Analysen zu Nachhaltigkeitsthemen.

Für ein fachlich vorgebildetes Publikum ist am Freitag, den 16. Oktober 2026 ab 9 Uhr ein Online-Seminar in englischer und deutscher Sprache mit den Preisträgern geplant, bei dem sowohl theoretische als auch praktische Aspekte vertieft werden. Zusätzlich wird der Gründer der Friede-Gard-Stiftung, Gerd Schuster, einen Vortrag darüber halten, wie Exergie unser derzeitiges Geld ersetzen könnte und welche Vorteile dies mit sich brächte. Anmeldungen zu Preisverleihung und Seminar sind bereits unter https://www.umwelt-campus.de/anmeldung-friede-gard-preisverleihung möglich.

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