Sven aus Weicherdange spendete Knochenmark und rettete einem Kleinkind das Leben

Foto: Spender Sven, Stefan Morsch Stiftung

Ein junger Familienvater aus Weicherdange hat einem gerade einmal zwei Jahre alten Jungen neue Hoffnung auf ein gesundes Leben geschenkt. Sven, der im Hausmeisterdienst eines Gymnasiums arbeitet, hatte sich vor rund acht Jahren über die luxemburgische Initiative Plooschter Projet als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen. Der Gedanke dahinter: Vielleicht einmal ein Leben retten können. Neben seiner Arbeit widmet sich der frisch gebackene Vater in seiner Freizeit dem Zeichnen, der Gartenarbeit und dem Bemalen von Miniaturfiguren.

Als Sven zu Hause die Nachricht erhielt, dass er als Spender infrage kommt, sagte er sofort zu. Nach ausführlicher medizinischer Aufklärung und zahlreichen Untersuchungen stand schließlich der Tag der Entnahme bevor. Anders als in rund 90 Prozent der Fälle, in denen Stammzellen aus dem Blut gewonnen werden, erfolgte bei Sven die Entnahme direkt aus dem Knochenmark. Dabei wird unter Vollnarkose eine Punktion des Beckenknochens vorgenommen. „Als der Tag der Entnahme kam, wurde ich ein wenig nervös doch richtige Angst hatte ich keine“, erinnert sich Sven. „…ich bin vom Charakter her eine Person, die vieles locker hinnimmt und sich nicht viele Gedanken macht…“, sagt er über sich selbst. „Die Krankenschwestern sowie Ärzte waren begeistert von meiner ruhigen und lockeren Art“, führt er weiter aus. Nach dem Aufwachen aus der Narkose blieb neben einem intensiven Muskelkater im unteren Rückenbereich vor allem eines: die Hoffnung, dass seine Spende seinem genetischen Zwilling eine zweite Chance gibt.

Als Sven erfuhr, dass seine Stammzellen an einen zweijährigen Jungen gingen, wurde er emotional. „Ich bekam sofort Tränen in die Augen. Ich würde meinem genetischen Zwilling gerne fest umarmen und sagen, dass er sein Leben in vollen Zügen genießen soll“, sagt Sven. Als Vater eines kleinen Sohnes spüre er besonders, wie wertvoll die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft sei. Nun möchte er andere zur Registrierung motivieren: „Egal wieviel Angst jemand vor der Entnahme oder sogar bei der Voruntersuchung hat. Das nichts im Vergleich zu dem Gefühl, das man hat, wenn man weiß, dass man einem anderen Menschen eine zweite Chance gegeben hat.“

Möglich wurde die Spende durch die länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem Plooschter Projet in Luxemburg und der Stefan-Morsch-Stiftung im rheinland-pfälzischen Birkenfeld. Die Stiftung führt die Stammzellspenderdatei für Luxemburg, während das Plooschter Projet und die Initiative Don de Moelle vor Ort Aufklärungsarbeit leisten und neue Spenderinnen und Spender gewinnen. Sven gehört zu den bereits über 22.000 potenziellen Spendern, die das Plooschter Projet seit seiner Gründung registrieren konnte. Die Stefan-Morsch-Stiftung übernahm anschließend die Analyse der Gewebemerkmale sowie die Betreuung vor, während und nach der Spende.

„Dass ein beim Plooschter Projet registrierter Spender dank der engen Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung nun einem kleinen zweijährigen Jungen Hoffnung auf ein neues Leben schenken konnte, ist für uns ein sehr berührender Moment und ein wunderbares Beispiel dafür, dass Grenzen bei der Hilfe für andere keine Rolle spielen“, betont Christiane Lieners, Sprecherin des Plooschter Projets. Susanne Morsch, Vorsitzende der Stefan-Morsch-Stiftung, bekräftigt den Stellenwert der Partnerschaft: „Wir sind für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Plooschter Projet, die nun seit mehr als zehn Jahren besteht, sehr dankbar. Wir freuen uns darüber, den gemeinsam Weg weiterzugehen und weiterhin auf das Thema Stammzellspende aufmerksam zu machen, um auch in Zukunft möglichst vielen Patientinnen und Patienten helfen zu können.“

Wer sich ebenfalls registrieren lassen möchte, kann dies nicht nur bei einer der zahlreichen Typisierungsaktionen vor Ort tun, sondern auch jederzeit online über https://stefan-morsch-stiftung.com/typisierung/. Weitere Informationen zur Typisierung und Stammzellspende gibt es unter www.stefan-morsch-stiftung.de.

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