Auf dem Weiherhof im saarländischen Sötern hat das Energieunternehmen Perigus Energy eine neuartige Freiflächen-Solaranlage in Betrieb genommen, die deutschlandweit erstmals großflächige Solarstromerzeugung mit der Haltung von Damwild kombiniert. Am 1. September wurde die sogenannte WildparkPV-Anlage auf einer 6,9 Hektar großen Teilfläche des Damwildgatters feierlich eingeweiht – im Beisein von Petra Berg, der saarländischen Ministerin für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 8,3 Megawattpeak und soll jährlich rund 9,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen – genug für rechnerisch etwa 3.200 Haushalte. Gleichzeitig werden nach Angaben des Betreibers jährlich rund 5.530 Tonnen CO2 eingespart.
Ministerin Berg betonte bei der Eröffnung die Bedeutung des Vorhabens: „Die Eröffnung der WildparkPV-Anlage ist ein saarländischer Meilenstein für den Umwelt- und Klimaschutz und die Wirtschaft. Der Weiherhof der Familie Welter zeigt, wie gut eine nachhaltige, moderne und zukunftsorientierte Landwirtschaft funktionieren kann.“ Das Besondere an der Anlage sind die aufgeständerten Solarmodule, die nach dem Prinzip der Agri-Photovoltaik mit einer Bodenfreiheit von mindestens 1,60 bis 1,80 Meter errichtet wurden. So bleibt unter den Modulen ausreichend Platz für die Tiere, die dort zugleich Schatten und Schutz bei Hitze oder schlechtem Wetter finden. Auch die Weideflächen profitieren laut Perigus Energy von der teilweisen Beschattung, da die Erträge in trockenen Sommermonaten stabilisiert werden könnten. Ein spezieller Wildschutzzaun sowie auf die Tierhaltung abgestimmte Sicherungskonzepte für Kabelführungen und Wechselrichter sorgen zusätzlich für den Schutz der Tiere.
Während der rund neunmonatigen Bauphase weidete die etwa 150 Tiere umfassende Herde auf alternativen Gatterflächen des Weiherhofs. Seit Ende Juli befinden sich die Tiere wieder auf den umgestalteten Flächen. Wolfgang Welter, Inhaber und Betreiber des Weiherhofs, zeigte sich zufrieden: „Die ersten Erfahrungen sind äußerst positiv: Die Tiere nehmen die umgestalteten Flächen gut an und bewegen sich selbstverständlich unter und zwischen den Modulreihen. Wir werden die Entwicklung weiterhin eng begleiten und das Verhalten der Tiere fortlaufend beobachten und dokumentieren.“ Annemarie Röbl, Leiterin Projektmanagement und Prokuristin bei Perigus Energy Deutschland, ergänzte: „Von Beginn an stand für uns im Mittelpunkt, die Bedürfnisse der Tiere ebenso zu berücksichtigen wie die Anforderungen an eine leistungsfähige und nachhaltige Energieerzeugung. Es freut uns, dass die WildparkPV-Anlage nun erfolgreich und termingerecht ans Netz gegangen ist, die Tiere die Flächen bereits wieder nutzen und das Konzept in der Praxis funktioniert.“ Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in die Weiterentwicklung des Konzepts für weitere ähnliche Projekte in Deutschland einfließen. Auch die Gemeinde Nohfelden profitiert finanziell: Über den im Erneuerbare-Energien-Gesetz verankerten Kommunalbonus fließen pro eingespeister Kilowattstunde 0,2 Cent in den kommunalen Haushalt.




