20 Neuntklässler aus Marpingen wanderten mit zehn Kilo Gepäck durch die Berchtesgadener Alpen

Foto: Gerd Rauch, Eva Wagner

Zwanzig Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs der Gemeinschaftsschule Marpingen haben Anfang Juni eine sechstägige Wanderung durch die Berchtesgadener Alpen und das angrenzende österreichische Grenzgebiet absolviert. Die Jugendlichen aus dem Profilfach hatten sich zuvor monatelang im Unterricht und in der Freizeit auf die Tour vorbereitet. „Mit zehn Kilo Gepäck mehrere Tage auf über 2100 m zu wandern – und das bei jedem Wetter – muss gut geplant sein“, erklären Sportlehrer Gerd Rauch, der die Tour seit einigen Jahren regelmäßig organisiert, und seine Kollegin Ruth Jäckel. Wegen der hohen Teilnehmerzahl begleiteten zusätzlich die bergerfahrenen Lehrkräfte Eva Wagner und Nico Andree die Gruppe.

Am ersten Tag stimmten sich die Jugendlichen nach der Bahnanreise nach Berchtesgaden mit einer leichteren Etappe ein: Die Besteigung des Jenners gelang mit Unterstützung der Bergbahn, lediglich der Aufstieg zum Gipfelkreuz musste zu Fuß bewältigt werden. Der Blick über die Berchtesgadener Bergwelt und den Königssee machte Lust auf mehr. Bereits am zweiten Tag wurde es ernst – bei strömendem Regen mussten 1200 Höhenmeter vom Königssee zum Kärlingerhaus überwunden werden. Der Hüttenwirt entschädigte die durchnässte Gruppe mit einer Portion Kaiserschmarrn. Von der Berghütte als Basisstation aus unternahmen die Schüler in den folgenden zwei Tagen Wanderungen auf den 1886 Meter hohen Feldkogel mit Watzmannblick, den 2158 Meter hohen Viehkogel sowie eine adrenalinreiche Tour mit Klettersteigfeeling zum Grünsee.

Am vierten Wandertag wechselte die Gruppe zum Ingolstädter Haus und überquerte dabei die Landesgrenze nach Österreich. Schneefelder, die vom Wettersturz Mitte Mai stammten, mussten passiert werden, bevor die urige Berghütte auf 2119 Metern Höhe erreicht wurde. Das Wetter besserte sich, und ein Sonnenuntergang im Alpenglühen über den Gipfeln der Ostalpen belohnte die Gruppe. Am folgenden Tag ging es über Serpentinen und entlang des kristallklaren Dießbaches über mehr als 1000 Höhenmeter bergab bis zum Dießbachstausee und weiter nach Hintersee. Ein Wanderbus brachte alle zurück nach Berchtesgaden, wo die heißen Duschen der Jugendherberge für Begeisterung sorgten.

Am letzten Tag durchquerten die Schüler die imposante Wimbachklamm, in der sich der tosende Wimbach seit der letzten Eiszeit tief ins Gestein gegraben und eindrucksvolle Felsformationen geschaffen hat. Zum Abschluss besuchte die Gruppe das Nationalparkzentrum Haus der Berge, das allen Schülerinnen und Schülern kostenlosen Eintritt gewährte. Anhand der Ausstellungen zu Geologie, Flora und Fauna der Alpen konnten die Jugendlichen ihre Erfahrungen und Eindrücke der Hochgebirgswanderung Revue passieren lassen.

Neben den Panoramen, durchnässten Schuhen und lebhaften Hüttenabenden werden den Teilnehmern auch die Begegnungen mit Gämsen, Murmeltieren und Alpensalamandern in Erinnerung bleiben. Die Tour vermittelte den Jugendlichen, dass Teamgeist, Ausdauer und gegenseitige Unterstützung zum gemeinsamen Erfolg beitragen – und dass man auf dem Weg zum Gipfel gelegentlich durch tiefe Täler gehen muss, um sich selbst, seinen Körper und seine Grenzen neu kennenzulernen.

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