Reporter: Florian Blaes

230 Einsatzkräfte kämpfen bei Eitzweiler gegen meterhohe Flammen

Foto: Florian Blaes

Ein zunächst kleiner Flächenbrand hat sich am Sonntagnachmittag, 9. August, bei Eitzweiler innerhalb kürzester Zeit zu einem großflächigen Wald- und Vegetationsbrand entwickelt. Mehr als 230 Einsatzkräfte aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz kämpften stundenlang gegen meterhohe Flammen. Nach ersten Erkenntnissen wurden mehr als 15 Hektar Wald- und Vegetationsfläche zerstört.

Gegen 15.40 Uhr war gegenüber dem Friedhof unmittelbar hinter mehreren Wohnhäusern zunächst eine kleinere Fläche in Brand geraten. Wegen der anhaltenden Trockenheit und der ausgedörrten Vegetation griffen die Flammen innerhalb kürzester Zeit auf Hecken und Büsche und anschließend auf ein kleines Waldstück über.

Binnen weniger Augenblicke entwickelte sich ein großer Brand. Meterhohe Flammen schlugen aus der Vegetation, während eine weithin sichtbare Rauchsäule in Richtung Rheinland-Pfalz und Landkreis Birkenfeld zog. Zahlreiche Feuerwehren wurden daraufhin alarmiert.

Trotz der schnell anrückenden Kräfte breitete sich das Feuer weiter aus. Die Flammen erfassten ein größeres Waldstück und anschließend eine weitläufige Wiesenfläche. Drei am Waldrand abgestellte Fahrzeuge wurden vom Feuer erfasst und brannten vollständig aus.

An einem Hang fraß sich das Feuer bergauf in ein weiteres Waldstück. Dort wurden eine Hütte und ein Anhänger zerstört. Auch ein Bienenvolk fiel den Flammen zum Opfer. Der Brand breitete sich anschließend weiter in Richtung der nahe gelegenen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz aus.

Starkstromleitung vor Flammen geschützt

Eine zusätzliche Gefahr stellte eine durch das Brandgebiet verlaufende Starkstrom-Freileitung dar. Den Einsatzkräften gelang es, die Leitung vor den Flammen zu schützen. Zu einem Stromausfall kam es nicht.

Erschwert wurden die Löscharbeiten durch die Wetterbedingungen. Während eine Kaltfront über die Region zog, frischte der Wind immer wieder auf und fachte die Flammen erneut an. Zeitweise standen die Einsatzkräfte einem großen Flammenmeer gegenüber.

Für die Wasserversorgung brachte der Katastrophenschutz mehrere Abrollbehälter mit großen Löschwasservorräten an die Einsatzstelle. Tausende Liter Wasser mussten in das weitläufige Brandgebiet transportiert werden.

Landwirte helfen mit Güllefässern und Grubern

Unterstützung erhielten die Feuerwehren von zahlreichen Landwirten aus der Region. Sie kamen unter anderem mit wassergefüllten Güllefässern und Grubern zur Einsatzstelle. Mit den landwirtschaftlichen Maschinen wurden Schneisen angelegt, während das mitgebrachte Wasser unmittelbar für die Brandbekämpfung genutzt werden konnte.

Auch aus Rheinland-Pfalz rückten Einsatzkräfte an. Feuerwehren aus dem Landkreis Birkenfeld sowie den Verbandsgemeinden Birkenfeld und Baumholder unterstützten mit weiteren wasserführenden Fahrzeugen. Die Bundeswehr beteiligte sich ebenfalls mit Spezialfahrzeugen, darunter einem Waldbrandfahrzeug.

Gemeinsam mit dem Katastrophenschutz und Einsatzkräften aus nahezu allen Kommunen des Landkreises St. Wendel waren schließlich mehr als 230 Kräfte mit der Bekämpfung des Großbrandes beschäftigt.

Polizeihubschrauber bekämpft Feuer aus der Luft

Zusätzliche Hilfe kam aus der Luft. Ein Polizeihubschrauber aus Koblenz unterstützte die Einsatzkräfte mit Löschwasserabwürfen. Dadurch konnten insbesondere schwer zugängliche Teile des Brandgebietes erreicht werden.

Unmittelbar hinter der Ortslage von Eitzweiler wurde die Einsatzleitung aufgebaut. Dort positionierten sich auch Rettungsdienst, DRK und Malteser. Für die zahlreichen Helfer wurde außerdem eine Verpflegungsstation eingerichtet.

Bei Temperaturen um 30 Grad und Sonnenschein bedeutete der stundenlange Einsatz eine erhebliche körperliche Belastung. Neben der Hitze erschwerten dichter Rauch, das schwierige Gelände und der auffrischende Wind die Arbeiten.

Mehr als 15 Hektar verbrannt

Erst am Abend gelang es den Einsatzkräften, die weitere Ausbreitung zu stoppen und den Brand unter Kontrolle zu bringen. Nach ersten Erkenntnissen sind mehr als 15 Hektar Fläche den Flammen zum Opfer gefallen. Durch den massiven Einsatz konnte verhindert werden, dass sich das Feuer noch weiter ausbreitete.

Der Brand ist bereits der dritte größere Wald- beziehungsweise Flächenbrand im Landkreis St. Wendel während der derzeitigen Trockenperiode. Eine nachhaltige Entspannung der Wald- und Vegetationsbrandgefahr ist angesichts der weiterhin trockenen Witterung vorerst nicht in Sicht.

Zur Ursache des Feuers liegen bislang keine Angaben vor.

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