Die Kosten für einen Pflegeheimplatz im Saarland steigen weiter an. Mit durchschnittlich fast 3.700 Euro Eigenanteil im ersten Jahr zählt das Bundesland zu den teuersten in ganz Deutschland. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Alwin Theobald, kritisiert die Reaktion von Gesundheitsminister Magnus Jung als unzureichend. Für viele Pflegebedürftige und deren Angehörige werde stationäre Pflege zunehmend zur finanziellen Überforderung.
Theobald wirft dem Minister vor, die Verantwortung ausschließlich auf die Bundesebene abzuwälzen. „Völlig unverständlich ist, dass Gesundheitsminister Jung die Verantwortung für die dramatische saarländische Situation ausschließlich nach Berlin schiebt“, so Theobald. Zwar sei eine grundlegende Pflegereform auf Bundesebene nötig, doch entbinde das die Landesregierung nicht von der eigenen Verantwortung. Das Land habe mit den sogenannten Investitionskosten einen eigenen Hebel in der Hand. Diese würden derzeit über die Eigenanteile auf die Bewohnerinnen und Bewohner umgelegt und trieben die monatlichen Kosten zusätzlich in die Höhe. Andere Bundesländer engagierten sich in diesem Bereich deutlich stärker, während die Regierung Rehlinger eine entsprechende Entlastung verweigere.
Die CDU-Fraktion hat nach eigenen Angaben eine Übernahme der Investitionskosten durch das Land vorgeschlagen. Damit könnten die Eigenanteile unmittelbar gesenkt und die Kostenentwicklung bei Pflegeheimen spürbar gebremst werden. „Pflege darf keine Frage des Wohnortes oder des Geldbeutels sein“, betonte Theobald. „Wer im Saarland pflegebedürftig wird, muss sich darauf verlassen können, dass er nicht durch immer weiter steigende Eigenanteile finanziell überfordert wird. Minister Jung sollte weniger nach Berlin zeigen und endlich im Saarland handeln.“





