Ich, Martina Ernst, 57 Jahre jung, geboren in Thedinghausen, Niedersachsen, und hatte am 14.2.2026 einen Unfall im Meer auf meiner Lieblingsinsel La Digue, Seychellen. Eine Welle hat mich auf den Meeresgrund geschleudert und mir den zweiten Lendenwirbel gebrochen. Mit Hilfe von Rettungshelfern und der örtlichen Feuerwehr wurde ich auf einem Board über Felsen zum nächsten Strand getragen und per Rettungswagen ins La Digue Hospital gebracht. Für die notwendigen weiteren Untersuchungen war ein Transport per Ambulanzwagen und Speedboot zur Hauptinsel Mahé nötig. Meine Freunde Jörg und Doris, die beim Unfall dabei waren, haben mir zur Seite gestanden und Peter hat mich ins Mahé Hospital begleitet. Die ersten Untersuchungen und das Röntgenbild machten Hoffnung auf Genesung durch das sechswöchige Tragen eines Korsetts. Kurz vor meiner geplanten Abreise zurück ins Hotel wurde sicherheitshalber ein MRT gemacht. Ein dritter, hinzugezogener Arzt aus Singapur erkannte die Hochgefährlichkeit meiner Verletzungen und riet mir, mich nicht mehr zu bewegen, weil die Wirbelkörper verrutschen und das Rückenmark verletzen könnten. Es drohte eine Querschnittslähmung. Ich sollte dringend zurück nach Deutschland fliegen und mich operieren lassen.
Bald stellte sich heraus, dass es nicht so einfach ist, einen Liegendflug per Stretcher Case zu ergattern. Obwohl in meinen Arztunterlagen stand, dass ich alleine fliegen könnte, bestanden die Fluggesellschaften auf eine Begleitung. Für jede Fluggesellschaft musste ein neues Formular vom Arzt ausgefüllt werden. Es dauerte manchmal zwei Tage und länger bis wir alle notwendigen Unterlagen parat hatten. Ein ums andere Mal platzten unsere Pläne. Hoffnung wechselten sich mit Verzweiflung ab. Letztendlich war ich trotz der intensiven Bemühungen meiner Freunde 19 Tage im Mahé Hospital und habe auf meine Rückreise gewartet. Sieben Mal wurde der Rückflug liegend im Stretcher Case verschoben. Unser Glück war ein Reisebüro, das eine Krankenschwester für mich als Begleitung organisierte. Sylvie arbeitet sonst auf Privatinseln, ist freiberuflich tätig und hat früher im Mahé Hospital gearbeitet. Dank ihr klappte es mit den Unterlagen, den Flügen und dem Transport zum Flughafen. Wir mussten aufgrund des Irankriegs kurzfristig von Emirates auf Turkish Airlines umbuchen. Im Gegenzug haben wir ihr die Flüge bezahlt. Darüber hinaus wollte sie kein Geld. Sie hat sich auf zwei Tage München gefreut, und Peter konnte ihr eine günstige, zentral gelegene Unterkunft vermitteln.
Die Organisation meiner Rückreise erheblich erschwert hat die Tatsache, dass meine Auslandsreisekrankenversicherung nicht zahlt, weil ich zwei Tage über dem 42-Tage-Zeitraum bin und auch der Transport innerhalb Deutschlands wird von meiner Krankenkasse nicht übernommen. Es handelt sich immer noch um die Rückreise aus meinem Urlaub. Meine Freunde Peter aus München und Seychellois und Imbisschefin Ketty haben auf den Seychellen mehr als 20000 Euro für mich ausgelegt und meine Freunde Jörg und Doris aus St. Wendel in Deutschland knapp 2000 Euro Transportkosten und vieles mehr. Sie haben mich Zuhause bei sich aufgepäppelt, weil ich über 10 Kilo Gewicht verloren habe, und mich zurück nach Bremen gebracht. Jörg hat, noch während ich im Krankenhaus auf den Seychellen lag, einen Spendenaufruf für mich gestartet:
https://www.gofundme.com/f/querschnittslahmung-verhindern-heimflug-zur-op
Vom 5.3. bis 16.3. war ich in der Unfallklinik Murnau und bin am 6.3. erfolgreich operiert worden. Ich bin sehr froh, wieder gehen zu können. Für die Heilungsphase brauche ich noch etwas Geduld. Die Reha steht noch an. Ohne meine vier Freunde Jörg, Doris, Peter und Ketty hätte ich das alles nicht geschafft. Mit Sylvie bin ich immer noch in Kontakt und halte sie über meine Genesung auf dem Laufenden. Unvergesslich wie sie mir kurz vor der Rückreise in meinem Krankenbett per Wasserschüssel die Haare gewaschen hat. Während der beiden Flüge über Istanbul nach Deutschland und der Wartezeiten in Ambulanzwagen auf dem Rollfeld hat sie mir mit ihrer fröhlichen, hilfsbereiten Art sehr geholfen, die Zeit zu überstehen. Es gab viel Hilfsbereitschaft und Unterstützung auch von unerwarteter Seite. Im Minijob arbeite ich im Fitnessstudio Bodymotion in Bremen. Meine Chefin hat eine Spendenbox für mich aufgestellt und zu Ostern gab es von den Fitnessgästen einen Schoko-Osterkorb. Die vielen Menschen, die bei meiner Genesung mitfiebern, haben mich sehr berührt. Trotz aller Anstrengung reichen die Spenden noch nicht aus, um das finanzielle Chaos zu bewältigen und meinen Freunden die komplette Summe zurückzubezahlen. Ich bin über jede Hilfe und Unterstützung sehr dankbar.






