Seit 1859 pilgern die Winterbacher jedes Jahr zum Wallfahrtsort Eberhardsklausen an der Mosel, um ein Gelübde zu erfüllen. Dieses Jahr fand die 166. Wallfahrt statt, um an das Versprechen der Vorfahren zu erinnern, das Dorf vor weiteren Seuchen zu bewahren.
Im Jahr 1858, als die Rinderpest das Dorf heimsuchte, versprachen die Bauern, jährlich zu pilgern, wenn das Dorf von weiteren Plagen verschont bliebe. Auch im Jahr 1944, als nur ein einziger Pilger den Weg nach Klausen auf sich nahm, wurde das Gelübde nicht unterbrochen.
Junge und Alte gemeinsam unterwegs
Dieses Jahr machten sich etwa 60 Teilnehmer, darunter auch Bewohner benachbarter Dörfer, auf den 76 Kilometer langen, zweitägigen Fußmarsch. Besonders erfreulich war die Teilnahme junger Leute, wie der dreizehnjährigen Paula Riefer, die die Strecke ebenso meisterte wie ältere Teilnehmer über 70 Jahren.
Unter der Leitung von Walter Scheid und Martina Weiand wurde der Pilgerstab vom 87-jährigen Alois Görgen überreicht. Scheid, seit über 50 Jahren dabei, betonte die besondere Kameradschaft unter den Pilgern und die umfangreichen Vorbereitungen, die Wochen vor der Wallfahrt beginnen.
Tradition und Gemeinschaft
Die Route führte von Winterbach über Tholey-Theley, Primstal, Nonnweiler und Hermeskeil bis nach Klausen. Ortsvorsteher Gerhard Weiand war für das Begleitfahrzeug und die Verpflegung zuständig. Eine Votivkerze, die in der Wallfahrtskirche brennt, symbolisiert die Anliegen der Winterbacher Pfarrei.
Martina Weiand hob hervor, dass neben dem Gebet auch Gespräche und gegenseitige Hilfe wichtig sind, um die Strapazen der langen Strecke zu bewältigen. Das Glockengeläut der Wallfahrtskirche in Klausen kündigte das Ende der Reise an, gefolgt von einem Empfang durch Pater Albert und einem gemütlichen Beisammensein.
„Die Freude, diese Fußwallfahrt nach Klausen geschafft zu haben, ist ein besonderes Erlebnis“, betonte Bruder Jörg Recktenwald, der normalerweise im Jugend-Kloster der Redemptoristen in Kirchhellen/Bottrop tätig ist.





