Wieder verstärkt Kurzarbeit in den Betrieben

Im Dezember waren 37.860 Menschen im Saarland arbeitslos gemeldet, das waren fast 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – lag bei 7,1 Prozent. Im Dezember 2019 hatte sie noch bei 6,2 Prozent gelegen. 

„Von November auf Dezember gab es keinen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit. Es zeichnet sich allerdings bereits ein deutlicherer Anstieg der Arbeitslosigkeit über den Jahreswechsel ab. Wie die Entwicklung am Arbeitsmarkt aussehen wird, hängt auch vom weiteren Verlauf der Pandemie und den Folgen bestehender Beschränkungen ab“, kommentiert Madeleine Seidel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, die aktuelle Arbeitsmarktlage. „Weiterhin wichtigstes Instrument, um die Folgen der Corona-Krise am Arbeitsmarkt abzumildern, bleibt das Kurzarbeitergeld, das wieder verstärkt von Unternehmen in Anspruch genommen wird. Ungeachtet der aktuell schwierigen Situation besteht weiterhin Fachkräftebedarf. Die Themen Fachkräftesicherung, Weiterbildung und Beschäftigtenförderung bleiben auch in 2021 Schwerpunkte unserer Arbeit.“ 

Arbeitslosenquoten aller saarländischen Landkreise im Vergleich 

Landkreis St. Wendel: 3,9 Prozent 

Landkreis Merzig-Wadern: 4,7 Prozent 

Saarpfalz-Kreis: 5,5 Prozent 

Landkreis Saarlouis: 5,6 Prozent 

Landkreis Neunkirchen: 7,8 Prozent 

Regionalverband Saarbrücken: 10,0 Prozent 



Entwicklung im Landkreis St. Wendel 

Im Landkreis St. Wendel waren im Dezember 1.868 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 68 mehr als im November. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcen-ter rund ein Fünftel mehr Arbeitslose gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag mit 3,9 Prozent um 0,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und um 0,7 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. 

„Auch im Dezember gab es Dynamik am Arbeitsmarkt. So konnten rund 120 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden und eine neue Beschäftigung aufnehmen“, so Madeleine Seidel. 

Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Dezember bei 90 und damit ein Fünftel höher als im Vormonat. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um knapp sechs Prozent erhöht. 805 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Ihre Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr um fast ein Viertel erhöht. Sorge bereitet die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit, deren Anstieg sich weiter fortsetzt. Mehr als ein Viertel der registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Dezember 515. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um fast 60 Prozent. 

Betrachtet man die beiden Rechtskreise getrennt, ist zu erkennen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich im Bereich der Arbeitslosenversicherung und der Grundsicherung fast gleich stark ausgefallen ist. Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 55 auf 1.011 gestiegen. Das waren 21,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Dezember waren beim Jobcenter im Landkreis St. Wendel 857 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 13 mehr als im November und 158 mehr als im Vorjahr. 

Stellenmarkt 

Auch in dieser schwierigen Zeit gibt es Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Im Dezember gab es 126 neue Stellenmeldungen im Landkreis St. Wendel. Die meisten offenen Stellen gab es in der Zeitarbeit, im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich und im Gesundheits- und Sozialwesen. Auch im Handel, im Öffentlichen Dienst und im Verarbeitenden Gewerbe gab es zahlreiche offene Stellen. 

Im Vorjahresvergleich meldeten Unternehmen der Region insgesamt einen geringeren Personalbedarf. Seit Jahresbeginn wurden 1.533 offene Stellen gemeldet, das waren über 37 Prozent weniger als im Vorjahr. Den größten Abstand zum Vorjahr gab es im April mit fast 80 Prozent. “Die Abweichung zum Vorjahr wurde im Jahresverlauf deutlich geringer. Das gibt Hoffnung auf eine positive Dynamik am Arbeitsmarkt auch in 2021“, so Madeleine Seidel. 

Aktuell stehen 2.632 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung. 

Kurzarbeit 

Die konjunkturelle Kurzarbeit trägt seit März wesentlich zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei. Im Landkreis St. Wendel haben im Dezember 67 Betriebe für 430 Beschäftigte neu Kurzarbeit angezeigt, aufgrund des Lockdowns ist die Zahl der Anzeigen für Kurzarbeit nochmals gestiegen. Seit Beginn der Corona-Krise haben insgesamt 971 Unternehmen Kurzarbeit für 9.980 Beschäftigte angezeigt. Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten jedoch nicht automatisch deren Realisierung. Daten über den Umfang der realisierten Kurzarbeit werden mit einer Wartezeit veröffentlicht, da hiermit eine sichere Statistik auf vollzähliger Basis mit hoher Datenqualität gewährleistet ist. Um möglichst zeitnah Zahlenmaterial zur Verfügung stellen zu können, werden Hochrechnungen auf Basis der vorläufigen Daten vorgenommen. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Juli 270 Unternehmen der Region für 1.469 Beschäftigte Kurzarbeit umgesetzt. 

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