Weimarer-Dreieck-Preis für Europäische Akademie Otzenhausen

v.l.n.r. Sophia Rickert, Stéphanie Bruel, die Schülerinnen Linde Pabst, Alicia Kemper und Lian Beilstein, Lehrerin Katrin Mundt (Foto: Dr. Karin Drechsler, Weimarer Dreieck e.V.)
Dieter Hackmann, Sophia Rickert, Roswitha Jungfleisch, Stéphanie Bruel, OB der Stadt Weimar Peter Kleine (Foto: Dr. Karin Drechsler)

Dass etwas wie „Peace, Alter!“ sie einmal in das ehrwürdige Rathaus der Klassikerstadt Weimar führen würde, hätten sich die drei so nicht gedacht. Und doch machten sich Stéphanie Bruel (Geschäftsführerin der Europäischen Akademie Otzenhausen, EAO), Sophia Rickert (federführende Studienleiterin) und Roswitha Jungfleisch (stellvertretende Vorsitzende der Gesellschafterversammlung) Ende August 2020 nach Thüringen auf: Aus den Händen des Oberbürgermeisters der Stadt Weimar, Peter Kleine, sowie des Vorsitzenden des Vereins Weimarer Dreieck e.V., Dieter Hackmann, nahmen sie den renommierten Weimarer-Dreieck-Preis entgegen. In seiner Laudatio verdeutlichte der thüringische Staatssekretär Malte Krückels, worum es ging: „Die Europäische Akademie Otzenhausen wurde vor allem ausgezeichnet für die Projekte, die sie in den letzten zehn Jahren mit Jugendlichen aus Frankreich, Polen und Deutschland durchgeführt hat.“ Insbesondere die Projekte „Peace, Alter! Europa, ein Friedensprojekt – und was noch?“ (2020) und „Freiheit und Toleranz in Zeiten von Migration und Terrorgefahr – was ist es uns wert?“ (2019) hob er als beispielhaft hervor. Neben einer Urkunde und einem Preisgeld erhielten die Vertreterinnen der Akademie außerdem eine ausdrucksstarke, eigens zu diesem Anlass gefertigte Erinnerungsskulptur des Holzbildhauers Thomas Kretschmer, seinerzeit Bürgerrechtler und politischer Häftling in der DDR.



Studienleiterin Sophia Rickert stellte gemeinsam mit drei freudig aufgeregten Schülerinnen im Beisein von Michael Kremer als Vertreter des Auswärtigen Amts die Projekte vor. „Sie stehen für das, was die Bildungsarbeit bei uns an der EAO gemäß unserem Motto ‚Europa entsteht durch Begegnung‘ ausmacht. Kennenlernen des anderen durch persönlichen und offenen Austausch, Entwickeln von gemeinsamen Zukunftsvisionen in kreativen Projekten rund um die Frage: Wo soll es hingehen in Europa?“

Der Weimarer-Dreieck-Preis würdigt vorbildliche Aktivitäten bürgerschaftlichen Engagements im Rahmen von Projekten zwischen Frankreich, Polen und Deutschland. Dabei geht es darum, die Kontakte zwischen Jugendlichen aus diesen Ländern zu stärken und ihr gegenseitiges Vertrauen, Toleranz und Offenheit zu fördern. Das Weimarer Dreieck selbst wurde im August 1991 von den damaligen deutschen, französischen und polnischen Außenministern gegründet mit dem Ziel, die Politik dieser drei Staaten abzustimmen und die nachbarschaftlichen Beziehungen zu stärken. Der gleichnamige Verein unterstützt diese Ziele in seiner Arbeit.

„Wir bedanken uns sehr für diesen Preis und wissen dies – insbesondere in einem so schwierigen Jahr wie diesem – sehr zu schätzen,“ sagte Stéphanie Bruel. Schwierig nicht nur wegen der Corona-Pandemie, sondern auch, weil die Grenzen in Europa derzeit manchmal eher trennen als verbinden und politische und wirtschaftliche Krisen Verunsicherung bei vielen Menschen hervorriefen, so Bruel: „Daher sind europapolitische, interkulturelle Jugendbegegnungen wichtiger denn je.“ Schließlich ist die Akademie nicht nur eine Bildungseinrichtung, sondern versteht sich auch als zivilgesellschaftlicher Akteur. Hervorgegangen ist sie übrigens 1954, kurz nach dem Krieg, aus der Friedensidee, die die Akademie bis heute inhaltlich erweitert und zeitgemäß interpretiert. Auf Neudeutsch: „Peace, Alter!“

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