Was versteht man unter einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Das Wichtigste in Kürze

– Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu den wichtigsten Absicherungen, da statistisch etwa jeder Vierte im Laufe seines Berufslebens mindestens einmal berufsunfähig wird, unabhängig vom ausgeübten Beruf.

– In den meisten Leistungsfällen ist auf die Versicherung Verlass: Rund 80 Prozent der Anträge auf eine Berufsunfähigkeitsrente werden bewilligt, Ablehnungen haben meist nachvollziehbare Gründe.

– Am häufigsten führen psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-out zur Berufsunfähigkeit, gefolgt von Krebs sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates.

– Da die gesetzliche Absicherung für viele Erwerbstätige nur unzureichend greift und die Leistungsprüfung mehrere Monate dauern kann, ist eine private Vorsorge entscheidend, um den eigenen Lebensstandard langfristig zu sichern.

Was versteht man unter einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine zentrale Säule der privaten Vorsorge und dient dem Schutz Ihrer Arbeitskraft. Denn Ihre Fähigkeit, täglich Ihrem Beruf nachzugehen, bildet die Grundlage Ihres Einkommens und damit Ihres Lebensstandards. Können Sie diesen Beruf aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls dauerhaft oder für längere Zeit nicht mehr ausüben, entsteht häufig eine erhebliche finanzielle Lücke. Genau hier setzt die Berufsunfähigkeitsversicherung an.

Im Leistungsfall zahlt Ihnen die BU eine monatliche Rente aus. Diese ist dafür vorgesehen, den Einkommensverlust abzufedern und laufende Kosten wie Miete, Kredite, Versicherungen oder den Lebensunterhalt weiterhin decken zu können. Staatliche Leistungen reichen in solchen Situationen oft nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Eine private Absicherung wird daher umso wichtiger.

Ein weiterer Vorteil der Berufsunfähigkeitsversicherung besteht darin, dass sie unabhängig vom ausgeübten Beruf greift. Entscheidend ist, ob Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben können. So erhalten Sie finanzielle Sicherheit, selbst dann, wenn eine Umschulung oder ein Berufswechsel nicht möglich oder zumutbar ist.

Zusammengefasst lässt sich sagen:

Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung übernehmen Sie aktiv Verantwortung für Ihre finanzielle Zukunft. Sie schaffen eine verlässliche Absicherung für den Fall, dass Ihre Arbeitskraft unerwartet wegfällt und gewinnen damit ein wichtiges Stück Sicherheit und Planbarkeit für sich und Ihre Familie.

1. Auf die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung ist meistens Verlass

Viele Menschen zweifeln daran, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Ernstfall tatsächlich leistet. Die Zahlen zeichnen jedoch ein klares Bild: Auf die Leistungen der BU ist Verlass. Laut einer Umfrage des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) werden rund 80 Prozent aller Anträge auf eine Berufsunfähigkeitsrente bewilligt. Damit zeigt sich deutlich, dass Versicherer in der überwiegenden Mehrheit der Fälle ihre vertraglich zugesagten Leistungen erbringen.

Wird ein Antrag abgelehnt, geschieht dies in der Regel aus nachvollziehbaren Gründen. Häufig liegt die Ursache darin, dass die versicherte Person ihren zuletzt ausgeübten Beruf noch in erheblichem Umfang ausüben kann. In solchen Fällen gilt rechtlich keine Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen. Ein weiterer häufiger Grund ist, dass Antragstellende im Verlauf der Prüfung nicht mehr auf Rückfragen des Versicherers reagieren. Oft hängt dies damit zusammen, dass sich der Gesundheitszustand zwischenzeitlich gebessert hat und kein Leistungsbedarf mehr besteht. Auch die vorvertragliche Anzeigepflicht spielt bei Ablehnungen eine wichtige Rolle. Wird bei Vertragsabschluss eine relevante Vorerkrankung nicht angegeben, kann dies ebenfalls zur Ablehnung führen. Dieser Punkt zeigt, wie wichtig es ist, die Gesundheitsfragen vollständig und sorgfältig zu beantworten.

2. Jeder Vierte wird im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig

Das Risiko, im Laufe des Berufslebens berufsunfähig zu werden, wird häufig unterschätzt. Tatsächlich liegt die Wahrscheinlichkeit für privat abgesicherte Personen im Durchschnitt bei rund 25 Prozent. Statistisch betrachtet wird damit jede vierte erwerbstätige Person mindestens einmal im Arbeitsleben berufsunfähig. Dieses Ergebnis geht aus einer Analyse der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) aus dem Jahr 2018 hervor und verdeutlicht, wie real dieses Risiko ist.

Wichtig ist dabei:

Das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist nicht an bestimmte Berufe gebunden. Auch ein vermeintlich sicherer Bürojob schützt nicht vor gesundheitlichen Einschränkungen. Psychische Erkrankungen, Rückenleiden oder andere chronische Krankheiten zählen heute zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Können Betroffene ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausüben, geraten sie ohne entsprechende Absicherung oft schnell in finanzielle Schwierigkeiten.

Besonders kritisch ist die Situation, weil die gesetzliche Absicherung für viele Erwerbstätige nur eingeschränkt greift. Personen, die nach dem 2. Januar 1961 geboren sind, erhalten Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung nur unter strengen Voraussetzungen. Eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird erst gezahlt, wenn weniger als sechs Stunden täglich gearbeitet werden kann.

Die volle Erwerbsminderungsrente erhalten sogar nur diejenigen, die weniger als drei Stunden am Tag erwerbsfähig sind. Zudem liegt diese Leistung in der Regel bei weniger als einem Drittel des letzten Bruttogehalts.

3. Am häufigsten führen psychische Erkrankungen zur Berufsunfähigkeit

Psychische Erkrankungen sind inzwischen die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Ein erheblicher Anteil der anerkannten Fälle entfällt auf psychische Erkrankungen sowie Störungen des Nervensystems. Dazu zählen unter anderem Depressionen, Burn-out oder Angststörungen. Seit Jahren ist hier ein kontinuierlicher Anstieg zu beobachten. Die zunehmende mentale Belastung im Berufsalltag zeigt deutlich, dass Berufsunfähigkeit längst kein Randthema mehr ist, sondern viele Erwerbstätige betrifft, unabhängig von Branche oder Position.

An zweiter Stelle stehen Krebserkrankungen als häufiger Anlass für eine Berufsunfähigkeitsrente. Ebenfalls oft betroffen sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, etwa Rückenleiden, Arthrose oder Gelenkprobleme. Schwere Unfälle spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle als häufig angenommen, auch wenn sie oft zuerst mit Berufsunfähigkeit in Verbindung gebracht werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das durchschnittliche Eintrittsalter der Berufsunfähigkeit. Viele Versicherte werden bereits in der Lebensmitte berufsunfähig. Das bedeutet, dass sie im Leistungsfall über einen sehr langen Zeitraum auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. In vielen Fällen erstreckt sich die Rentenzahlung über einen langen Zeitraum, sofern keine Rückkehr in den Beruf möglich ist.

Wir sehen daran sehr deutlich, wie gravierend die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit sein können. Gerade weil psychische Erkrankungen oft schleichend entstehen und jeden treffen können, ist eine frühzeitige Absicherung besonders wichtig.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sorgt dafür, dass Sie auch in einer solchen Lebensphase finanziell abgesichert bleiben und sich auf Ihre Gesundheit konzentrieren können.

4. Die Bearbeitung der BU-Unterlagen nimmt meist drei bis vier Monate in Anspruch

Wer einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente stellt, sollte etwas Geduld mitbringen. Zwischen der Antragstellung und der endgültigen Entscheidung des Versicherers vergehen etwa drei bis vier Monate. Diese Dauer ist in erster Linie dem umfangreichen Prüfprozess geschuldet, der notwendig ist, um den Leistungsanspruch fair und sorgfältig zu bewerten.

Den größten Zeitanteil nimmt dabei das Einholen medizinischer Gutachten und ärztlicher Stellungnahmen ein. Versicherer sind darauf angewiesen, den Gesundheitszustand und die tatsächliche Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit genau zu beurteilen. Gleichzeitig benötigen auch die Antragstellenden Zeit, um alle geforderten Unterlagen vollständig zusammenzustellen und einzureichen. Dazu zählen unter anderem Arztberichte, Befunde oder Angaben zum beruflichen Werdegang.

Sobald alle erforderlichen Dokumente vollständig vorliegen, geht es meist deutlich schneller. Die eigentliche Entscheidungsfindung dauert bei BU-Versicherern im Schnitt nur etwa neun Tage. Wir empfehlen daher, die Unterlagen von Beginn an sorgfältig und vollständig einzureichen, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden und den Prozess so reibungslos wie möglich zu gestalten.

5. So wird der Streit vor Gericht beendet

Kommt es zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer zu keiner Einigung, kann der Leistungsstreit vor Gericht landen. Die Praxis zeigt jedoch, dass es in den meisten Fällen nicht zu einem langwierigen Urteil kommt.

Der überwiegende Teil der gerichtlichen Verfahren wird durch einen Vergleich beendet und dieser Anteil steigt kontinuierlich. Beide Seiten einigen sich dabei auf eine Lösung, ohne dass ein abschließendes Urteil gesprochen werden muss.

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