Wahl-o-Mat on Tour im Gymnasium Wendalinum

„Wahl-o-Mat on Tour“, das bedeutet, dass Kandidatinnen und Kandidaten, der im Saarländischen Landtag vertretenen Parteien, Schulen besuchen und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, mit ihnen über verschiedene Thesen und deren Standpunkte dazu, zu diskutieren.

Am Mittwochmorgen fand die Veranstaltung im Gymnasium Wendalinum in St. Wendel statt. Vertreten waren folgende Parteien: die SPD durch Magnus Jung, die FDP durch Roland König, die CDU durch Alexander Zeyer, die AfD durch Rüdiger Schaly, die Linke Partei durch Dennis Barth, die Piratenpartei durch Gerd Rainer Weber und die Grüne Partei durch Tina Schöpfer.

Die Aula war gefüllt mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern, die gespannt den Stellungnahmen der jeweiligen Parteien zu Thesen wie Französischunterricht ab der ersten Klasse, erneuerbarer Energien, Absenkung des Wahlalters, ökologischer Landwirtschaft, Wechsel von G8 zu G9, bedingungsloses Grundeinkommen für deutsche Staatsbürger und vielem mehr, zuhörten.

Im Anschluss an die Argumentationen der Politiker zu ihren Standpunkten, die nicht unterbrochen werden durften, wurde eine Diskussionsrunde zwischen Schülern und Politikern eröffnet. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr interessiert an der Politik. Sie durften Fragen stellen und ließen es sich auch nicht nehmen, verschiedenen Ansichten der Politikern zu widersprechen. Vier Themen stachen dabei als äußerst kontrovers hervor. G8 und G9 war eines der Themen, das für die Jugendlichen viele Fragen aufwarf. „Wird die Umstellung von G8 auf G9 nicht noch stressiger, wenn die Lehrpläne geändert werden?“, „Was unterscheidet Gymnasien dann noch von Gemeinschaftsschulen, wenn man in beiden Schulformen in der gleichen Zeit sein Abitur machen kann?“, waren nur einige Fragen, auf die es verschiedene Antworten gab. So sprach Magnus Jung davon, dass die SPD sich dafür einsetzen möchte, dass die Gymnasien es sich künftig aussuchen können sollen, ob sie G8 oder G9 anbieten, Alexander Zeyer von der CDU hingegen sprach sich für G8 aus, es seien lediglich Verbesserungen an den Lehrplänen durchzuführen, um den Schülern ein wenig Druck abzunehmen.

Ebenfalls für heißen Diskussionsstoff sorgte das Thema „Christliche Symbole in öffentlichen Gebäuden.“ Während die Christlich Demokratische Union sich dafür einsetzt, das Kreuz in öffentlichen Gebäuden wie Gerichtssälen und Krankenhäusern beizubehalten, definierte Gerd Rainer Weber von der Piratenpartei Religion als Privatsache, die nicht notwendigerweise durch Symbole in öffentlichen Gebäuden ausgelebt werden muss. Seine Aussage fand starken Anklang bei den Schülerinnen und Schülern, den sie mit starkem Applaus unterstrichen.

Die Flüchtlingspolitik war auch von großem Interesse für die Anwesenden. Eine Schülerin berichtete von ihren Erfahrungen, die sie gesammelt hat, als sie sich selbst mit einigen Mitschülern für die Integration von Flüchtlingen einsetzte und Nachhilfeunterricht anbot. Die Politiker der demokratischen Parteien zeigten sich beeindruckt und waren alle der Meinung, dass im Saarland schon sehr viel für die Integration geleistet wurde und dass man da stolz drauf zurückblicken kann, zugleich kann aber noch viel mehr geschehen, damit sich das Ganze weiterhin positiv weiterentwickeln kann. Wenig Zuspruch hingegen fand die Aussage Rüdiger Schalys, der die Integration der Flüchtlinge als überflüssig betrachte, da sie wieder in ihr Heimatland zurückkönnten, sobald es da sicher für sie sei. Diese Aussage sorgte dafür, dass die Schülerinnen und Schüler kurzzeitig verstummten, bis eine aufstand und sich dagegen aussprach „wer schlecht über Flüchtlinge redet, hat selbst noch keine kennengelernt. So einfach ist das.“

Nachdem diese Themen bis ins kleinste Detail auseinandergenommen und ausdiskutiert wurden, blieb nur noch wenig Zeit, um eine weitere These anzuschneiden. Ein Schüler wollte mehr über die ökologische Landwirtschaft wissen. Hierzu gab jeder Politiker ein kurzes Statement ab, ehe die Zeit abgelaufen war.

Zu guter Letzt blieben den Kandidaten und der Kandidatin jeweils 60 Sekunden, um sich wahlkämpferisch für die jeweilige Partei auszusprechen:

Tina Schöpfer von den Grünen: „Grün steht für Umwelt, wir stehen für ökologischen Landbau, wir lehnen die Massentierhaltung ab, wir sind für Trinkwasserschutz, wir sind für moderne Energiepolitik, wir sind auch für eine moderne Politik was die Gesellschaft angeht, wir wollen endlich, dass die Homo-Ehe kommt, wir wollen gleiches Adoptionsrecht haben, wir wollen Gleichberechtigung für Frauen und Männer, wir wollen, dass sich jeder in der Gesellschaft nach seinen Werten so verwirklichen kann, wie er das will, eine offene, eine tolerante, eine vielfältige Gesellschaft, eine europäische Gesellschaft und dafür stehen die Grünen.“

Dennis Barth von den Linken: „Wir wollen eine tolerante, weltoffene, solidarische Gesellschaft, da gibt’s ganz viele Schritte dahin die mögen dem einen hier oder da nicht so gefallen, dafür andere Sachen umso mehr. Schaut euch das mal genau an, schaut euch an, was die anderen Parteien so schreiben. Noch wichtiger, schaut euch an, was nach Wahlen passiert ist und wie Wahlversprechen tatsächlich umgesetzt wurden und dann glaube ich, seid ihr alle in der Lage, ordentlich entscheiden zu können“

Gerd Rainer Weber von der Piratenpartei: „Ihr seid mit dem Internet aufgewachsen, informiert euch, nehmt euch die Informationen aus dem Internet, fragt die Politiker, so wie ihr es heute getan habt, bevor ihr eine Entscheidung trefft. Die nächste wichtige Botschaft ist, wenn ihr wahlberechtigt seid, geht alle zur Wahl, wenn ihr Menschen kennt, die nicht so motiviert sind, dahin zu gehen, dann motiviert sie dazu. Demokratie funktioniert nur dann wirklich richtig gut, wenn alle zur Wahl gehen. Dann bekommen wir ein entsprechendes Abbild und letztendlich die letzte Botschaft ist: haltet euch fern von Alternativen, die keine sind.“

Alexander Zeyer von der CDU: „Klare Haltung für unseren Landkreis, für die junge Generation gibt’s nur mit der CDU mit unserer Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und unserem St. Wendeler Innenminister Klaus Bouillon. Die sagen ganz klar, was sie nach der Wahl vorhaben. Wir wollen stabile Verhältnisse in unserem Land, wir wollen die große Koalition fortsetzen, weil wir einfach große Aufgaben vor uns haben, wir müssen weiterhin die Schuldenbremse einhalten, aber auch investieren. Wir haben es durch den Bund-Länder-Finanzausgleich geschafft, ab dem Jahr 2020 mehr Geld zu Verfügung zu haben, das wollen wir investieren in die Schulen, in die Universitäten, aber auch in die Infrastruktur. Dafür steht die CDU und ich ganz persönlich auch als Kandidat für den Saarländischen Landtag, der hier aus St. Wendel kommt. Ich würde mich umso mehr freuen, wenn ihr am kommenden Sonntag die CDU wählen würdet und dann freue ich mich auf spannende Jahre.“

Rüdiger Schaly von der AfD: „Wir sprechen alle Probleme der Welt in diesem Lande an und vor allen Dingen, das muss ich sagen, das wird euch nicht gefallen, von den hier schon länger hier Lebenden – lesen Sie unser Parteiprogramm und dann werden Sie sehen, dass das tatsächlich stimmt.

Roland König von der FDP: „Die FDP ist die Partei, die nicht nur auf die nächste Legislaturperiode schaut, sondern ein Programm aufgelegt hat, bis 2040, 2050 zu schauen, für uns alle eine planbare und gute Zukunft auf den Weg zu bringen, dass Sie hier mehr und bessere Bildung erfahren, Sie sind die Zukunft unseres Landes. Wir wollen mehr Grundschullehrer, wir wollen in die Schulen investieren, wir wollen in die Infrastruktur investieren. Wobei Infrastruktur schon bei Handynetzen beginnt, wir wollen bessere Verkehrsverbindungen, bis hin zu Investitionen in den Flughafen und selbstverständlich Entdemokratisierung.“

Magnus Jung von der SPD: „Die Landtagswahl ist eine sehr wichtige Wahl für unser Land, es geht um Fragen der Bildungspolitik, jeder sollte kostenlosen Zugang zur Bildung haben, das gilt zukünftig dann auch, wenn die SPD die Regierung führt, für Kindergärten und Krippen, da wir die Beiträge abschaffen wollen, das gilt natürlich weiterhin auch fürs Studium. Wir wollen  in Zukunft noch mal mehr in die Infrastruktur unseres Landes investieren, damit wir eine gute Infrastruktur haben. Es geht darum, dass wir ein Zeichen setzen für ganz Deutschland, dass soziale Gerechtigkeit wieder mehr im Fokus steht und es geht vor allen Dingen auch darum, dass wir im Saarland zeigen, die Afd hat bei uns keine Chance, wir sind eine offene Gesellschaft, die Rechten bleiben draußen, deshalb meine herzliche Bitte: geht alle zur Wahl und wählt die demokratischen Parteien.“

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