Tholey nimmt Abschied von „Vater Abt“ Makarios Hebler

Mit einem feierlichen Requiem (Sterbeamt) haben Abt Mauritius Choriol, die Mönche der Benediktinerabtei Tholey, Familie und Freunde des Verstorbenen und die Tholeyer Bürger am vergangenen Mittwochabend (8. November) Abschied von Abt em. Makarios Hebler genommen. Dieser war am 29. Oktober auf einer Pilgerreise im Heiligen Land plötzlich und unerwartet im Alter von 67 Jahren verstorben. Abt Makarios war von 1985 bis 2008 Abt von Tholey. An der Messe in der Tholeyer Pfarr- und Abteikirche nahmen auch der Neuburger Abt Winfried Schwab und der Trierer Weihbischof Robert Brahm teil. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ließ eine Würdigung verlesen.

Abt Mauritius Choriol, der seit 1983 Mönch der Abtei Tholey ist und 1990 unter Abt Makarios seine Profess ablegte, sagte, der Verstorbene habe als junger Abt eine Aufbruchsstimmung erzeugt.

Der Chef des Tholeyer Rathauses, Bürgermeister Hermann-Josef Schmidt, der zu „seinem Nachbarn“ in der Abtei ein gutes und freundschaftliches Verhältnis pflegte, bezeichnete den heimgegangenen Abt in seiner Ansprache als „hervorragenden Botschafter für das Schaumberger Land“ und „charismatischen Geist“. Durch seine offene und stets herzliche Art habe er immer eine sehr enge Bindung zu den Menschen, insbesondere den Kindern gehabt. „Eine bedeutende Persönlichkeit ist von uns gegangen, an die wir uns jederzeit mit Hochachtung erinnern werden“, so Hermann-Josef Schmidt.

Stellvertretend für die Pfarrgemeinde St. Mauritius Tholey gedachte Ute Morbach, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Abt Makarios. Dieser hatte 1997 nach dem Rücktritt von Pater Hugo als Pfarrer (und nach erfolgloser Suche nach einem geeigneten Nachfolger) selbst das Amt des Pfarrers von Tholey übernommen, um die Verpflichtung der Abtei gegenüber dem Bistum einen Pfarrer für die Pfarrgemeinde Tholey zu stellen, zu erfüllen. Elf Jahre trug Abt Makarios die Doppelbelastung als Abt und Pfarrer, bis er 2008 u. a. aus gesundheitlichen Gründen beide Ämter niederlegte.

Ein Vertreter der Familie von Abt Makarios Hebler hielt eine sehr persönliche Rede über seinen humorvollen und spontanen Cousin, der von seinen Nichten und Neffen liebevoll „Onkel Dickbauch“ genannt wurde. Weiter sagte er: „Wir haben unseren Mittelpunkt verloren, denn es war schon etwas Besonderes, einen Geistlichen in der Familie zu haben.“ Der Abtei werde die Familie weiter verbunden bleiben.

Peter Klos erinnerte als Präsident des Rotary-Clubs Neunkirchen/Saar, dem Abt Makarios seit 1988 angehörte, aber auch als Freund an den Verstorbenen. Abt Makarios habe ausgezeichnet, auf Menschen zugehen und ihnen zuhören zu können. Er sei authentisch und am Gegenüber wirklich interessiert gewesen. Ihm sei es in einzigartiger Weise gelungen, Kinder und junge Menschen miteinzubeziehen. Zum Ende seiner Rede erinnerte Peter Klos an einen Satz, den Abt Makarios ihm mal zum Thema „Kontroversen“ gesagt habe: „Statt mit dem zu beginnen, was uns trennt, sollten wir zuerst herausfinden, was uns eint; dann haben wir eine gute Basis gefunden, einander zu begegnen und miteinander zu reden.“

Bereits am Samstag (4. November) hatten die Menschen in Seubersdorf in der Oberpfalz (Bayern) in der dortigen Pfarrkirche von Abt Makarios mit einem Requiem Abschied genommen. Nach einem Sabbatjahr in Österreich war Abt Makarios dort 2009 Pfarrer geworden und zuletzt Leiter des Pastoralraumes „Pfarrverband Seubersdorf“. Mehr als 20 Priester, darunter Kapläne, Pfarrer, Dekane, Äbte und der Domkapitular der Diözese Eichstätt, Monsignore Paul Schmidt, hatten sich um den Altar versammelt. Hauptzelebrant war der Tholeyer Abt Mauritius Choriol.

In Seubersdorf waren die Menschen stolz auf ihren „Seubersdorfer Abt“. Und so stellte Dekan Elmar Spöttle fest: „Als erster Abt in der Pfarrei wird er mit Sicherheit in der Erinnerung der Menschen bleiben.“ Weiter sagte er, Abt Makarios sei es stets ein großes Anliegen gewesen, die Menschen zueinander zu bringen. Und so sei er jede Woche in die Schule gegangen, um die Kinder der dritten Klassen in Religion zu unterrichten.

Der Seubersdorfer Bürgermeister Eduard Meier erzählte von den Reaktionen der Bürger auf die Nachricht vom Tod des beliebten Geistlichen: „Es war eine große Leere in Seubersdorf zu verspüren.“ Abt Makarios sei schon eine Institution gewesen. Wenn er in schwarzem Mönchsgewand mit umgehängtem großem, silbernem Kreuz um die Brust in und um Seubersdorf gewandert sei, habe ihn jedes Kind erkannt. Gemeinsam, Bürgermeister und Pfarrer, so Meier weiter, habe man immer das Beste für die Menschen in der Gemeinde gewollt.

Der Sprecher des Seubersdorfer Pfarrgemeinderates, Dieter Weidner, erklärte: „Abt Makarios war eine Persönlichkeit und ein toller Mensch mit viel Humor, den wir sehr vermissen werden.“

Die Beisetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt nach der Überführung des Leichnams von Israel nach Deutschland in Tholey stattfinden. Abt em. Makarios Hebler wird dann in der Abteikirche neben seinen Vorgängern (dem Wiederbesiedlungsabt Dr. Petrus Borne und Abt Hrabanus Heddergott) beerdigt werden.

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