Der Theater- und Karnevalsverein Alsweiler e.V. lädt zu einer besonderen Theateraufführung unter freiem Himmel ein. Am 25. Mai 2025 wird an der Andachtsstätte der Marienquelle im Härtelwald die „Marienerscheinung 1876“ aufgeführt. Das von Herbert Ames verfasste und von Norri Brill inszenierte Stück thematisiert die historischen Ereignisse, die das 1600-Seelen-Dorf Marpingen vor fast 150 Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit rückten.
Die 90-minütige Aufführung, die in Mundart dargeboten wird, konzentriert sich auf die Geschehnisse des heißen Sommertags des 3. Juli 1876. Damals berichteten drei Kinder von der Erscheinung einer weißen Frau mit Kind im Härtelwald während der Heuerntezeit. Das achtköpfige Ensemble stellt besonders die Reaktionen der Dorfbewohner und die repressiven Maßnahmen des preußischen Staates in den Mittelpunkt, der mit Verhaftungen auf die Vorfälle reagierte.
Die Aufführung findet direkt am historischen Schauplatz statt, was dem Stück eine besondere Atmosphäre verleiht. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgen der Obst- und Gartenbauverein Marpingen sowie ehrenamtliche Helfer mit Rostwurst, vegetarischen Frikadellen und Getränken. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
Das Theaterstück versteht sich dabei ausdrücklich als künstlerische Interpretation der historischen Ereignisse, die sich während des Kulturkampfs zwischen dem preußischen Staat und der katholischen Kirche zutrugen. Eine theologische oder historische Bewertung der damaligen Geschehnisse ist nicht beabsichtigt.
Eine ergänzende Ausführung des Autors zum Stück:
Verehrtes Publikum!
Wir schreiben das Jahr 1876. Der Kampf zwischen Staat und kath. Kirche, der so genannte Kulturkampf, war in vollem Gange und hatte bei einem Großteil der kath. Minderheit in Preußen Furcht und Bitterkeit ausgelöst. Vor Juli 1876 hatte kaum jemand in Deutschland von dem Ort namens Marpingen gehört oder gar einen Gedanken an diesen Ort verschwendet. Marpingen, eine 1600-Seelengemeinde im nördlichen Saarland, war erzkatholisch.
Der Juli war die Zeit der Heuernte; die Arbeit begann in aller Frühe, und alle verfügbaren Kräfte wurden eingespannt. Auch die Kinder halfen mit, ja sie bekamen eigens Heuferien, um bei der Ernte zu helfen. Wer zu klein war, um bei Ernte oder den Tieren zu helfen, wurde zu Sammeln von Beeren geschickt.
Am 3. Juli, einem heißen Sommertag, waren drei Kinder im Härtelwald unterwegs, als eines der Mädchen plötzlich einen lauten Schrei ausstieß und auf eine weiße Gestalt zeigte. Aufgeregt und verängstigt liefen sie nach Hause und berichteten, dass sie eine weiße Frau gesehen hätten, die ein Kind auf dem Arm trug.
Im folgenden kurzen Theaterstück wollen wir auf die Ereignisse im Härtelwald, die im 19. Jahrhundert datieren, ein wenig eingehen. Die Geschehnisse werden nur genannt, es soll in dem Stück keine Wertung erfolgen, ob die Ereignisse historischer Wahrheit entsprechen. Es soll auch beileibe keine Wertung in theologischer Hinsicht vorgenommen werden. Es geht uns lediglich darum, die Geschehnisse aus der Sicht der unmittelbar Betroffenen darzustellen, und das auch nur in der gebotenen künstlerischen Freiheit.



