Tankrabatt gilt seit Mitternacht – Preise sanken bereits in der Nacht deutlich

Symbolbild

Seit dem 1. Oktober 2026 gilt in Deutschland ein neuer Tankrabatt. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel wurde um 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Zusammen mit der daraus resultierenden niedrigeren Mehrwertsteuer ergibt sich eine Gesamtersparnis von rund 16,7 Cent pro Liter. Die Maßnahme ist bis zum 31. Dezember 2026 befristet und soll Bürger und Wirtschaft angesichts der durch den Iran-Krieg gestiegenen Kraftstoffpreise entlasten.

Bereits in der ersten Nacht machte sich die Steuersenkung an den Zapfsäulen bemerkbar. Zwischen 23.41 Uhr und 0.41 Uhr fielen die deutschlandweiten Durchschnittspreise laut dem Spritpreisportal Tankerkönig um rund zehn bis elf Cent. Bis zum Morgen verstärkte sich der Effekt weiter: Der ADAC ermittelte um 8 Uhr für Super E10 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,062 Euro – das waren 14,5 Cent weniger als am Vortag. Diesel lag bei durchschnittlich 2,209 Euro, ein Minus von 15,2 Cent. Vielerorts wurde E10 sogar für unter 2 Euro angeboten, wobei es regionale Unterschiede gab. In München, Stuttgart und Leipzig fanden sich zahlreiche solcher Angebote, während in Köln am Morgen keine Tankstelle unter der 2-Euro-Marke lag.

Der Steuernachlass greift nicht direkt an der Tankstelle, sondern bei der Lieferung des Kraftstoffs aus Raffinerien und Tanklagern. Ob die Ersparnis vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird, ist umstritten. Beim letzten zweimonatigen Tankrabatt im Mai und Juni hatten das Ifo-Institut, die Monopolkommission und das Bundeskartellamt festgestellt, dass der Rabatt nicht komplett bei den Kunden ankam. Die Mineralölwirtschaft weist diese Darstellung zurück. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) erwartet eine sofortige und vollständige Weitergabe und kritisierte, dass entsprechende Untersuchungen andere Kostenfaktoren oft nicht berücksichtigten. Aus Daten des ADAC geht hervor, dass die Preise bei vergangenen Tankrabatten wenige Tage nach dem Start wieder gestiegen waren.

Der Bundestag hatte die Maßnahme am 25. September 2026 nach halbstündiger Debatte in namentlicher Abstimmung mit 434 Ja-Stimmen gegen 128 Nein-Stimmen beschlossen. Es gab keine Enthaltungen, 68 Abgeordnete stimmten nicht ab. Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD hatten die Steuersenkung über den Finanzausschuss in ein Gesetz zur Umsetzung von EU-Richtlinien zur Sanierung und Abwicklung von Versicherungsunternehmen (VSAAG) aufnehmen lassen. Dem Gesamtgesetz stimmten in dritter Lesung nur die Koalitionsfraktionen zu, während AfD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke es ablehnten. Grüne und Linke hatten zuvor beantragt, über den Tankrabatt und den Versicherungsteil getrennt abzustimmen. Dem Versicherungsteil allein stimmten auch die Grünen zu.

Die Grünen brachten zudem einen Entschließungsantrag ein, in dem sie die Einführung einer nationalen Übergewinnsteuer forderten. Diese sollte als Ergänzungsabgabe zur Einkommen- und Körperschaftsteuer greifen und Unternehmen betreffen, die in oligopolistischen Marktstrukturen ihre Preise übermäßig erhöhen. Als Schwelle sollte eine relative Gewinnsteigerung von 15 Prozent gegenüber dem Sieben-Jahres-Durchschnitt der Vorkrisenjahre gelten, bei einem Steuersatz von mindestens 33 Prozent. Zusätzlich wollten die Grünen die Stromsteuer auf den europarechtlich zulässigen Mindestsatz senken. Der Antrag wurde mit 418 Nein-Stimmen gegen 127 Ja-Stimmen abgelehnt.

Die Steuerausfälle durch den Tankrabatt beziffern die Koalitionsfraktionen auf 2,485 Milliarden Euro bei der Energiesteuer und 293 Millionen Euro bei der Umsatzsteuer. Allerdings erwarten sie, dass die erhöhte Kaufkraft der Bürger zu Umsatzsteuermehreinnahmen in anderen Bereichen führen könnte, sodass die Staatshaushalte im Ergebnis voraussichtlich nicht durch verringerte Umsatzsteuereinnahmen belastet werden.

Für Autofahrer gilt: Wer morgens tankt, profitiert von der sogenannten 12-Uhr-Regel, nach der die Preise am Vormittag nur sinken, nicht steigen können. Den günstigsten Preis gibt es laut Tankerkönig in der Regel kurz vor 12 Uhr. Allerdings kann es dann zu langen Schlangen kommen. Wer erst kurz nach 12 Uhr an die Zapfsäule gelangt, muss oft etwa 20 Cent pro Liter mehr bezahlen. Frühes Aufstehen lohnt sich dagegen nicht, da die Preise im Laufe des Vormittags ohnehin weiter fallen.

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