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Süße Träume- wenn die Backliebe zum Beruf wird

Anitha Balachandran-Thayakaran mit einer ihrer Torten-Kreationen

Wo sind die Backfans unter euch?

Die 34-jährige Anitha Balachandran-Thayakaran aus St. Wendel ist gelernte Bankkauffrau, möchte aber in Zukunft in einem ganz anderen Berufsfeld arbeiten. Die Mutter von zwei Kindern ist seit vielen Jahren passionierte Bäckerin, backt sehr viel für Verwandte, Freunde und Bekannte und möchte sich ihren Traum der Selbstständigkeit im Konditorbereich verwirklichen. Wie Anithas Faszination für das Backen entstanden ist, warum sie auch für den guten Zweck backt, welche Tipps sie für euch hat und wie sogar Starkonditor Christian Hümbs und bekannte TV-Formate auf sie aufmerksam wurden, erfahrt ihr im folgenden Artikel.

Anitha, wie ist deine Leidenschaft fürs Backen entstanden? Was war das Erste, das du gezaubert hast?

„Meine Mama ist eine leidenschaftliche Bäckerin, die sich zu meinen Geburtstagen immer etwas ganz Besonderes einfallen ließ. Ich bekam die tollsten Torten, beispielsweise in Form einer Gitarre oder passend zum Thema Schwanensee. Schon im Alter von drei Jahren faszinierten mich die Backkünste meiner Mutter, und ich unterstütze sie beim Backen für die ganze Familie, wo ich nur konnte. Wir verbrachten etliche gemeinsame Stunden mit dem Zaubern süßer Leckereien. Mit 15 Jahren traute ich mich das erste Mal alleine an das Backen einer Motivtorte heran, es war eine rosafarbene Prinzessinnentorte. Ich erinnere mich noch, wie stolz ich damals war.“

Was backst du am liebsten und warum?

„Ich liebe es zu backen, ganz egal ob Donuts, Muffins, Cupcakes, Cakepops, Cakesicles, Kuchen, Torten oder auch gemischte Treat-Boxen, es ist immer wieder ein Highlight für mich, denn ich kann kreativ sein und mich entsprechend dem Anlass, für den ich backe, künstlerisch austoben. Es bereitet mir große Freude, meinen Beitrag zu gelungenen Feierlichkeiten wie Geburtstagen, Taufen, Einschulungen, Hochzeiten und anderen Veranstaltungen beizutragen und die Menschen mit leckeren Sweets glücklich zu machen. Wenn meine Arbeit anderen gefällt und schmeckt, freut mich das am meisten. Insbesondere die strahlenden Kinderaugen, etwa bei Überraschungstorten, zaubern mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen.“

Anitha, du bist gelernte Bankkauffrau und möchtest dein Hobby, das Backen, zum Beruf machen. Mit „Ani’s Dream Cake“ möchtest du eine professionelle Backkarriere starten. Wie ist dieses Vorhaben entstanden?

„Wie gesagt, ich backe für mein Leben gerne und diese Passion will ich gerne zu meiner Berufung werden lassen. Das Backen ist mein Ausgleich, dabei kann ich entspannen. Auch wenn ich Autodidaktin bin, sehe ich mich ausgebildeten Konditoren nicht maßgeblich unterlegen. Vor circa 18 Monaten häufte sich in meinem Familien- und Freundeskreis immer wieder die Frage: „Warum machst du dein Hobby nicht zum Beruf? Mit dieser Fragestellung setzte ich mich eine Zeit lang auseinander, und schnell war klar: ich möchte professionell backen! Ich beschäftige mich seit ich klein bin mit der Materie des Backens und verfüge über ein großes Erfahrungsrepertoire. Mittlerweile habe ich viele hunderte Torten gebacken.
Die Arbeit kann sehr zeitintensiv sein und wird immer wieder stark unterschätzt. An einer Motivtorte habe ich an zwei Tagen einen Arbeitsaufwand von bis zu acht Stunden. An der fünfstöckigen Hochzeitstorte meiner Cousine
saß ich über zehn Stunden, das war bisher das Aufwendigste, was ich jemals gemacht habe.“

Anitha, sich als Selbstständige im Konditorbereich ohne Ausbildung durchzusetzen, wie schwer schätzt
du das ein?

„Jeder, der für das Backen brennt, über genügend Erfahrung und Know-How verfügt und sich selbstständig damit
machen möchte, dem rate ich, mutig zu sein und es anzupacken. In einer Konditorausbildung lernt man etwa das Herstellen von Backwaren, Gebäck, Pralinen, Speiseeeis, Süßspeisen, Marzipan-, Schokoladen- und Nougaterzeugnissen, Füllungen und Cremes, deshalb ist eine fundierte Ausbildung sicherlich von Vorteil. Dennoch bin ich aber der Meinung, dass die Ausbildung nicht zwingend notwendig ist, sofern man bereits über vielfältige Kenntnisse und langjährige Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Um als ungelernte Kraft im Bäcker- Metier arbeiten zu können, benötigt man, sofern man – wie ich – Süßspeisen ausliefern beziehungsweise zur Abholung zur Verfügung stellen möchte, eine Ausnahmebewilligung der Handwerkskammer, die man nach Ablegung einer praktischen und theoretischen Prüfung erhält. Nach der erfolgreichen Absolvierung erfüllt man die Voraussetzungen für die Eintragung in die Handwerksrolle für ein zulassungspflichtiges Handwerk.“

Du hast auf Facebook und Instagram die Seite „An´s Dream Cake“ erstellt, um auf deine Backkünste aufmerksam zu machen. Auf diesem Wege ist sogar Christian Hümbs, Juror der bekannten TV-Show „Das große Backen“, auf dich aufmerksam geworden. Wie war es für dich, als du das mitbekommen hast?

„In einem Wort- es war: unbeschreiblich. Christian Hümbs likte meine Ninjago-Torte. Es fühlt sich immer noch unwirklich für mich an und es ehrt mich sehr. Christian Hümbs ist so ein berühmter und talentierter Konditor, der sogar schon mehrmals als Patissier des Jahres ausgezeichnet wurde. Dass sich so eine angesehene Persönlichkeit für meine Kreationen interessiert und diesen mittlerweile schon mehrfach „Likes“ geschenkt hat, macht mich sehr happy. Darüber hinaus hat mir auch die offizielle Seite der Backshow „Sweet & Easy- Enie backt“ und Dr. Oetker Deutschland schon mal ein „Gefällt mir“ zu einer meiner Motivtorten da gelassen. Die absolute Krönung war, als die Sendung von Enie van de Meiklokjes meinen Muttertagspost, in dem ich einen Blumenstrauß aus Cupcakes vorstellte, auf ihrer Instagram-Seite geteilt hat. Zu den heutigen Social-Media-Zeiten ist das die größte Anerkennung. Was will man mehr? Einfach toll.“

Wow, du bist ja eine richtige Backberühmtheit, Gratulation! Du backst sogar auch für den guten Zweck. Wen unterstützt du damit?

„Im ersten Lockdown im letzten Jahr war ich mit meinen Kids zu Hause, als sie nicht in den Kindergarten beziehungsweise zur Schule gehen konnten und erklärte ihnen unter anderem, wie viele Menschen aufgrund der Coronapandemie noch härter arbeiten müssen als sonst. Mein Sohn fragte mich, warum wir den Menschen, die
gerade so beansprucht werden, nicht einfach etwas Süßes schenken, damit sie sich freuen. Zeitgleich startete ein gemeinnütziger St. Wendeler Verein einen Back- und Lieferservice als kleines Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit für Menschen, die in Berufen arbeiten, die während der Coronazeit besonders gefordert werden. Das passte super, ich wollte diese Aktion direkt mit meinen Kids unterstützen und bot sofort meine Hilfe an. Neben
dem Hospiz Emmaus, dem Kristenstab des Landkreises, den zahlreichen Helfern der Nachbarschaftshilfe in allen Stadtteilen und den vielen Altenpflegeheimen im gesamten Landkreis wurden auch Hilfsorganisationen wie das THW und das DRK beliefert. Gemeinsam mit den anderen freiwilligen Vereinshelfern haben wir tausende Muffins gebacken. Meine Kinder und ich haben uns gefreut, dass wir einigen Menschen hier in unserer Region damit unsere Wertschätzung ausdrücken konnten. Diese kleine Geste kam gut an und hat viele Menschen berührt. Wenn es darum geht, andere Menschen glücklich zu machen, bin ich immer dabei. Auch für dieses Jahr ist wieder eine ähnliche Aktion geplant, bei der ich selbstverständlich wieder mit an Bord bin.“

Anitha, zum Abschluss: Was sind deine persönlichen Tipps zum Thema Backen?

„Ein/e gute/r Bäcker/in muss in meinen Augen sorgfältig und gewissenhaft sein, da die Arbeit mit Lebensmitteln eine gewisse Verantwortung mit sich bringt. Kreativität und Geduld sind ebenso Eigenschaften, die zum professionellen Backen dazugehören. Auch ein hohes Maß an Flexibilität und natürlich die Leidenschaft an der Sache dürfen nicht fehlen.

Meine Tipps für Anfänger:

Anfangs, wenn man noch unerfahren ist, empfehle ich die Mengenangaben der Backrezepte präzise zu beachten. Die Zeitangaben in Rezepten variieren je nach Backofen. Das hört sich jetzt lustig an, aber man sollte sich auch Zeit nehmen, seinen Backofen kennenzulernen. Wenn ein Rezept mal schief geht, sollte man den Mut nicht verlieren und dranbleiben. Nach so vielen Backjahren passiert das auch mir heutzutage noch.

Meine Tipps für Fortgeschrittene:

Wenn man sich in den Grundrezepten der trockenen Kuchen, wie Schoko- oder Marmorkuchen und Muffins sicher fühlt, kann man sich Stück für Stück steigern, bis hin zur aufwendigen Motivtorte. Zum Modellieren und Verzieren von Motivtorten könnt ihr verschiedenste Kurse besuchen, in denen ihr viele wertvolle Tipps und Tricks erfahrt, das hat auch mir sehr geholfen. Übung macht den Meister! Traut euch Neues auszuprobieren und entwickelt euch weiter. Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg beim Backen!“

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