Wann werden die Straßen in Hoof saniert – und welche Mittel stehen dafür überhaupt zur Verfügung? Diese Fragen beschäftigen den Ortsrat des St. Wendeler Stadtteils. Ortsvorsteher Gernot Müller (SPD) kritisiert, dass eine schriftliche Antwort der Stadtverwaltung aus seiner Sicht keine konkreten Perspektiven nennt. Besonders im Fokus stehen die Ortsdurchfahrt am Ortseingang aus Richtung Leitersweiler, die Bruchwiesstraße und inzwischen auch die Rundstraße. Der Ortsrat fordert nun einstimmig, dass Bürgermeister oder Verwaltung in der nächsten Sitzung persönlich Auskunft geben. Müller ist seit über 20 Jahren Ortsvorsteher von Hoof.
Nach Müllers Darstellung erreichen ihn seit längerer Zeit Beschwerden und Nachfragen zum Zustand der Straßen. Besonders drastisch beschreibt er die Situation in der Bruchwiesstraße, die auch als Zufahrt zum Friedhof dient. Auf einer Länge von rund 300 Metern gebe es etwa 60 Flickstellen. Auch die Rundstraße habe sich zuletzt verschlechtert.
Der Ortsvorsteher fasst die Situation so zusammen, dass man sich an vielen Stellen im Dorf mit dem Auto nur noch „hoppelnd“ fortbewegen könne.
Ortsrat wollte konkrete Termine erfahren
Die SPD-Ortsratsfraktion brachte deshalb eine Anfrage ein, die vom Ortsrat an die Stadtverwaltung weitergegeben wurde. Darin wollte das Gremium unter anderem erfahren, wie die Stadt den Straßenzustand in Hoof bewertet und welche Straßen aus ihrer Sicht saniert werden müssen.
Außerdem fragte der Ortsrat nach der Dringlichkeit der einzelnen Maßnahmen, einer Sanierungsplanung für die kommenden Jahre und möglichen kurzfristigen Reparaturen. Auch die für Hoof vorgesehenen Mittel im Haushalt und in der mittelfristigen Finanzplanung sollten genannt werden.
Nach Müllers Darstellung hatte der Ortsrat mehrfach darum gebeten, dass ein Vertreter der Stadtverwaltung an einer Sitzung teilnimmt und die Fragen persönlich beantwortet. Dazu sei es bislang nicht gekommen.
Stadt verweist laut Müller auf Priorisierung
Die schriftliche Antwort der Stadt fasst Müller so zusammen: Straßensanierungen würden im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und entsprechend einer stadtweiten Priorisierung vorgenommen. Die Straßen würden kontrolliert und Schäden ausgebessert.
Der Zustand der Ortsdurchfahrt sei der Verwaltung bekannt. Die Bruchwiesstraße werde weiterhin als funktionsfähig angesehen, schadhafte Stellen würden dort mit Asphalt verfüllt. Bei der Frage nach den finanziellen Mitteln habe die Verwaltung allgemein auf den Haushalt verwiesen.
Eine vollständige Stellungnahme der Stadt liegt wndn.de mit den übermittelten Informationen nicht vor.
Dem Ortsrat reicht diese Antwort nach Müllers Angaben nicht aus. Es bleibe offen, welche Straßen konkret saniert werden sollen, an welcher Stelle sie in einer Prioritätenliste stehen und wann mit Arbeiten zu rechnen ist. Auch einen konkreten Betrag für Straßensanierungen in Hoof vermisst der Ortsrat.
Berichtete Zusage des Bürgermeisters wirft Fragen auf
Zusätzliche Fragen ergeben sich nach Müllers Darstellung aus einer Äußerung, die Bürgermeister Peter Klär Anfang des Jahres beim CDU-Heringsessen gemacht haben soll.
Besucher der Veranstaltung hätten berichtet, dass Klär in seiner Rede den schlechten Zustand der Leitersweilerstraße insbesondere am Ortseingang angesprochen und zugesagt habe, dafür zu sorgen, dass die Straße noch 2026 erneuert werde.
Eine unabhängige Bestätigung des genauen Wortlauts dieser berichteten Zusage liegt mit den vorliegenden Informationen nicht vor. Müller formuliert deshalb selbst ausdrücklich unter Vorbehalt: Sollte die Zusage in dieser Form gefallen sein, stelle sich die Frage, was daraus geworden sei.
Bislang sei die Ortsdurchfahrt nicht erneuert worden. Zwar sei das Jahr 2026 noch nicht beendet. Aus Sicht Müllers müsste die Stadt inzwischen aber konkret benennen können, ob und wann entsprechende Arbeiten beginnen sollen.
Der Ortsvorsteher kritisiert insbesondere, dass die von ihm wiedergegebene schriftliche Antwort der Verwaltung auf die berichtete Zusage nicht eingehe.
Müller befürchtet fehlende Sanierungsmittel
Müller macht zugleich deutlich, dass er aus den bisherigen Antworten keine verbindliche Aussage zur Finanzierung ableiten kann. Bei ihm entstehe der Eindruck, dass weder für das laufende noch für das kommende Jahr verbindliche Sanierungsmittel für Hoof eingeplant seien. Er betont allerdings ausdrücklich, dass die Stadt dies nicht bestätigt habe.
Damit bleiben aus Sicht des Ortsvorstehers zentrale Fragen offen: Wann wird die Ortsdurchfahrt saniert? Wie geht es mit der Bruchwiesstraße weiter? Welche Maßnahmen sind für die Rundstraße vorgesehen? Und wie viel Geld steht konkret für Hoof zur Verfügung?
Müller räumt dabei ein, dass nicht sämtliche Straßen im Stadtgebiet gleichzeitig saniert werden können. Er erwartet jedoch konkrete Antworten auf die gestellten Fragen.
Gesamter Ortsrat verlangt persönliche Antwort
Der Ortsrat hat nach Angaben Müllers inzwischen einstimmig beschlossen, auf einer persönlichen und vollständigen Beantwortung der offenen Fragen zu bestehen.
Dazu soll zeitnah eine weitere Ortsratssitzung stattfinden. Das Gremium erwartet, dass entweder der Bürgermeister selbst oder ein zuständiger Mitarbeiter der Stadtverwaltung daran teilnimmt und erläutert, welche Straßenbaumaßnahmen für Hoof geplant sind.
Die Forderung werde vom gesamten Ortsrat getragen. Bis dahin bleibt insbesondere offen, ob die Ortsdurchfahrt tatsächlich noch 2026 erneuert werden soll und welche konkreten Sanierungsmaßnahmen die Stadt für die weiteren Straßen in Hoof vorsieht.




