Als ich am letzten Dienstag vor dem Proberaum der Nimmermüden in Hasborn stehe, tönen mir die letzten Akkorde von „Knocking on Heaven’s Door“, dem Welthit von Guns’N’Roses entgegen. „Sie haben Glück, dass wir sie gehört haben, wir sind gerade am Proben.“ lautet die Begrüßung als sie mir die Tür öffnen. Die 13 Männer im besten Alter sitzen in lockerer Runde in ihrem kleinen Proberaum, wo sie sich seit April jede Woche zur Vorbereitung für ihr geplantes Revival treffen. Dieses soll am 23. Juli mit einem ersten Auftritt auf dem Stadionfest im Hasborn Waldstadion beginnen, weitere Auftritte, wie beispielsweise am 28. Juli auf dem Schaumberg im Rahmen der Konzertreihe „Flower Power am Schaumbergtower“, sind bereits geplant. Sie haben schon einige Angebote bekommen und planen nun gemeinsam, wo sie gerne spielen möchten, erzählen sie.
Dabei schweben ihnen Auftritte in Konzertlänge mit einem etwa zwei bis drei stündigen Programm vor. Dazu haben sie Teile ihres alten Programms übernommen und diese durch neue Titel ergänzt, sodass sie sich musikalisch in Richtung Country, Gospel und Oldies, weg von der Volksmusik, bewegen, wobei jedoch auch nicht ihre eigens umgedichteten Hits wie „Bei uns hier an der Saar“ oder „Segeltörn am Bostalsee“ fehlen werden. Mit letzterem feierten sie einen ihrer größten Erfolge als Band, das Lied befand sich fünf Wochen auf Platz 1 der SR 3 Schlager-Parade.
Die Nimmermüden sind eine Musikgruppe der anderen Art und das liegt nicht nur an der Tatsache, dass sie ganz ohne Schlagzeug und Bass, lediglich durch drei Gitarren begleitet, auftreten. Entstanden sind sie aus einem Freundeskreis, der bei gemeinsamen Wandertouren auch gerne mal zusammen gesungen hat. Seit 1994 machen sie offiziell als Gruppe Musik und seitdem konnten sie zahlreiche Erfolge verbuchen.
So spielten sie zum Beispiel am Bodensee und im Bayerischen Wald, sogar in Luxemburg sind sie schon aufgetreten, „wir sind eben auch international erfolgreich“, scherzen sie dazu. Mit eigenem Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Dresden Anfang der 90er Jahre leisteten sie sogar ihren eigenen „Beitrag zum Aufbau Ost“. Dazu kommen zahlreiche Auftritte im Fernsehen und Radio, wie beim „RTL Nachtjournal“ oder bei „Marianne und Michael“ sowie viele Wohltätigkeitsveranstaltungen, die sie musikalisch begleiteten.
Als Dieter Gessner, der musikalische Leiter der Gruppe, vor fünf Jahren nach Genf gezogen ist, fand ihre gemeinsame Karriere ein vorübergehendes Ende. Doch da nun einige der Männer im Alter von 57 bis 67 Jahren bereits im Ruhestand sind, somit mehr Zeit für die Musik haben und auch Dieter Gessner wieder zurück ist, wollen sie an ihre vergangenen Erfolge anknüpfen. Frei nach dem Motto „Wir sind wieder hier“, wie es in dem Lied von Marius Müller-Westernhagen, das auch zu dem neuen Repertoire der Gruppe gehört, heißt.
Trotz der zahlreichen Erfolge, die sie bisher in ihrer Karriere verbucht haben, haben die Nimmermüden nie die Bodenhaftung verloren. So denken sie immer noch dankbar an einen ihrer ersten Förderer, Bernd Duszynski, ein inzwischen verstorbener Moderator beim Saarländischen Rundfunk, zurück. Auch dem ehemaligen Präsidenten des saarländischen Landtags Hans Ley seien sie zu Dank verpflichtet.
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Außerdem haben sie noch immer Spaß an der Musik und dem gemeinsamen Musikmachen, wobei sie auch immer noch in engem Bezug zu ihrer Heimat, dem Saarland, stehen, was nicht zuletzt auch ihre Lobeshymne an die Heimat „Mir senn vom Saarland“ bestätigt. Man merkt ihnen an, dass sie nicht einfach nur irgendeine Band sind, sie sind auch enge Freunde, die in lockerer Runde ihre Witze machen, dabei auch die ein oder andere Flasche Bier trinken, sie verstehen sich als Team.
Abschließend stelle ich eine Frage, die ich mir während der Probe immer mal wieder gestellt habe: „Woher kommt eigentlich der Name? Die Nimmermüden?“
„Na ja, der passt einfach, weil wir nie müde sind.“, scherzen sie. Das merkt man und wünscht ihnen, dass sie auch in ihrer gemeinsamen Arbeit nie müde werden.
Foto: Carsten Schröder, Bergweiler, zur Verfügung gestellt von den Nimmermüden



