Meinung oder Werbung? Gesetzesentwurf zu Kennzeichnungspflicht schafft Klarheit

In der vergangenen Woche einigte sich das Bundeskabinett auf einen Gesetzentwurf zur Kennzeichnung von Werbung. Dieser neue Gesetzentwurf soll es Verbrauchern leichter machen, einschätzen zu können, wie eine Empfehlung zustande gekommen ist. „Um die Bürgerinnen und Bürger nicht zu manipulieren, ist es wichtig, das Werbung oder Sponsoring einheitlich gekennzeichnet sind“, so der saarländische Verbraucherschutzminister Reinhold Jost. 

Auch Influencer und Blogger profitieren von mehr Rechtssicherheit durch die im Gesetzentwurf enthaltene Regelung zur Kennzeichnung kommerzieller Kommunikation. Künftig müssen sie ihre veröffentlichten Beiträge immer dann als kommerzielle Kommunikation mit dem Begriff „Werbung“ kennzeichnen, wenn sie für ihr Posting oder Video eine Gegenleistung erhalten. „Diese praxisnahe Regelung gibt der steigenden Zahl an Influencern und Bloggern Rechtssicherheit.“, so Jost. Für die Fitness-Influencerin Jasmin Lehmann ist dieser Gesetzentwurf ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Die ganze Zeit hat jeder einfach alles wahllos als Werbung gekennzeichnet. Man hat einfach in jede Instagram-Story „Anzeige“ oder „Werbung“ geschrieben, weil `sicher ist sicher´. Der Sinn und Zweck dahinter ist dann aber auch verloren gegangen, denn die Follower konnten gar nicht auseinanderhalten, was bezahlte Werbung ist oder was man bewirbt, weil man es wirklich einfach cool findet“, erzählt sie. Wenn sie sich in Zukunft etwas selbst kauft, teste und gut findet, kann sie es einfach auf Instagram zeigen, ohne es zu markieren. Bei bezahlten Kooperationen oder kostenlos zugesandten Produkten können ihre Follower dann direkt an der Werbekennzeichnung erkennen, dass es sich hierbei aber auch nicht um ein selbstgekauftes Produkt handelt. Jasmin Lehmann sieht jedoch auch darin einen weiteren Zwiespalt, denn einige Influencer machen Produkt-Werbung für alles, wofür sie bezahlt werden, während andere nur Produkte bewerben, hinter denen sie stehen. Nun müssen die Influencer also selbst mit ihrer Community kommunizieren, welche Art der Werbung sie machen und wie glaubwürdig auch gekennzeichnete Postings letztendlich noch sein können.

Für die Follower und auch die Influencer selbst bietet dieser Entwurf jedoch eine sehr gute Möglichkeit transparent in sozialen Netzwerken zu agieren und Empfehlungen einschätzen zu können. 

Der am 20.01.2021 vom Bundeskabinett verabschiedete Regierungsentwurf wird im weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens dem Bundesrat und Bundestag zugeleitet.


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