Kolumne von Manfred Johann

Mehr Handwerker braucht das Land!

Manfred Johann
Manfred Johann

Liebe Leserinnen und Leser der wndn.de Nachrichten

mein Artikel befasst sich mit den Themen Handwerk, Schule, Beruf und Nachhaltigkeit.

Im Saarland gibt es momentan 2300 offene Lehrstellen! Viele Handwerksbetriebe suchen händeringend Auszubildende. Wir haben in allen Bereichen des Handwerks ein Überangebot an offenen Lehrstellen.

Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind derzeit sehr hoch. Aus diesem Grund sollte den jungen Leuten schon in den Schulen die Vorzüge der dualen Ausbildung im Handwerk aufgezeigt werden. Es bestehen im Handwerk so viele Aufstiegsmöglichkeiten, wie kaum in anderen Berufszweigen. Mein Appell geht an alle jungen Leute, Mädchen und Jungen: Informieren sie sich bei der Handwerkskammer des Saarlandes und bei den Arbeitsagenturen für eine Ausbildungsstelle im Handwerk.

Hiermit werbe ich für das Handwerk mit dem Slogan: „Hände hoch fürs Handwerk“!

Das Handwerk ist der TOP-Ausbilder in Deutschland und Europa. Das Handwerk ist innovativ und flexibel, aus diesem Grund wird das Handwerk mit all seinen Facetten als klarer Imagesieger der Digitalisierung hervorgehen. In Deutschland gibt es ca. 1 Million Handwerksbetriebe mit ungefähr 5,5 Millionen Beschäftigten und das Besondere am Handwerk ist, dass es mit Menschen zu tun haben will. Die Berufe, welche kreative Produkte herstellen, die das Leben des Menschen erleichtern, bedeutet, dass wir mit unseren Kunden reden um ihre Bedürfnisse zu erfahren. Dies ist ein großer Vorteil und bedeutet, dass das Handwerk in Zukunft anderen Berufen gegenüber als Sieger hervorgeht. Die Digitalisierung wird nicht nur Vorteile für viele Berufe bringen, einige Berufe werden einfach wegfallen. Die Digitalisierung wird viele Berufe ersetzen. Wir werden Berufe wie Call-Center-Angestellte, Berufe im Versicherungswesen und auch im Bankenwesen nicht mehr so stark benötigen.

Wir werden ein 2. Maschinenzeitalter erleben wie etwa vor 200 Jahren als die Dampfmaschinen, Stahlhämmer, Walzenstraßen, Druckmaschinen und auch Pumpen und Fördergeräte das Leben sehr stark veränderten. Nahezu alle Lebensbereiche werden durch die Digitalisierung umgekrempelt.

Viele Berufe und Dienstleistungen die man „algorithmisieren“ kann, werden in Zukunft wegfallen. Berufe wie Handwerker, Techniker, IT-Spezialisten und auch Menschen in der Gesundheits-Industrie, im Kranken und Pflegebereich erleben einen Aufstieg in Ihrer Akzeptanz und der Wertschätzung ihrer Arbeit.

Handwerkliche Tätigkeiten werden fast zum Luxus. Der hochqualifizierte Mittelstand wird in Zukunft bessere Verdienstmöglichkeiten als andere Berufszweige anbieten können. Im Handwerk gibt es durch Weiterbildung enorme Aufstiegsmöglichkeiten, angefangen beim Gesellen über Meister, Techniker bis hin zum Bachelor und Master. Auf dem Weg zur Digitalisierung wird das Handwerk in Deutschland besser vorankommen als andere Länder die das duale Ausbildungssystem nicht haben.

Viele Eltern versuchen krampfhaft ihre Kinder zum Abitur und zum Studium zu bringen. In meinen Augen wird das sogenannte akademische Fußvolk wegfallen. In der Zukunft wird sich die Trennung zwischen akademischen und praktischen Berufen fast auflösen.

Hier könnte in der Zukunft an den Schulen ein Schulabschluss mit verschiedenen Schwerpunkten, auch im praktischen Bereich angeboten werden. Die Schulen sollten in Zukunft mehr auf die unterschiedlichen Interessen der Kinder eingehen und mehr Werkunterricht anbieten.

Das Handwerk ist in der Lage, die Schulen mit fachkompetenten Leuten im praktischen Bereich zu unterstützen. Vier große Trends werden zielführend das Handwerk der Zukunft bestimmen. 1.) Networking, 2.) Automation, 3.) Marketing und 4.) Engagement.

Hauptthema unseres Denkens und Handeln wird sich auf die Nachhaltigkeit beziehen. Das Programm heißt: „Climate Action“. Im Vordergrund steht Vermeidung von Treibhausgasen, Energieeffizienz, Solaranlagen, Brennstoffzellen, Wasserstoffmotoren und steuerbares Smart-Home. Das Handwerk wird in allen Regionen zum Motor in Punkto Klimaschutz und Nachhaltigkeit aufsteigen.

All diese innovativen Entwicklungen werden vom Handwerk entwickelt, eingebaut und gewartet. CNC gesteuerte Maschinen erleichtern die Arbeit unserer Mitarbeiter und steigert die Qualität der Produkte für unsere Kunden.

Das Ziel heißt Handwerk 4.0!

Das digitale Zeitalter bietet für das Handwerk eine große Chance erfüllter und selbstbestimmter zu leben.

Unsere Gesellschaft braucht nicht nur Menschen die in der digitalen Ökonomie erfolgreich sind. Die Gesellschaft braucht Leute die unsere Handwerkskunst bewahren, Leute die sich für andere Menschen einsetzen, die unsere Werte bewahren und die Traditionen im Handwerk pflegen. Menschen die sich auch im sozialen Bereich kümmern, Menschen die in Vereinen und Verbänden und auch in der Politik tätig sind und über alternative Gesellschaftsmodelle nachdenken.

Eben Handwerker, Techniker und Master.

Manfred Johann

Tischler und Meister

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