Landkreis St. Wendel: mehr Geld für die Regionalentwicklung

Skulpturenstraße Baltersweiler (Foto: Josef Bonenberger)
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Es sei ein Meilenstein für die Regionalentwicklung im Saarland und im Landkreis St. Wendel. Das sagt der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald. Gemeint ist die Einigung der Agrarminister zur zukünftigen Mittelverteilung der EU-Förderung: Das Saarland bekommt deutlich mehr Geld. „Dank und Anerkennung gebührt der Landesregierung, vor allem dem zuständigen Umweltminister Reinhold Jost für sein unermüdliches Engagement und seinen Einsatz“, betont der Landrat. „Umweltminister Jost hatte vor einem Jahr als Vorsitzender der Agrarministerkonferenz den Prozess angestoßen, der nun Früchte trage“, erläutert Thomas Gebel, Vorsitzender der Kultur-Landschafts-Initiative St. Wendeler Land (KuLanI) und Sprecher der LEADER-Gruppen im Saarland.

Dem Beschluss der Agrarministerkonferenz fließe dem Saarland mehr als doppelt so viel Geld wie bisher zu (0,8 Prozent statt 0,345 Prozent). Damit werde die bisherige Benachteiligung hinsichtlich Ökolandbau, benachteiligte Gebiete und Grundbudget ausgeglichen. Durch die Umschichtung aus der ersten Säule (14,8 Millionen Euro mehr) für die Jahre 2023 bis 2027 und die nationale Kofinanzierung (30,8 Millionen Euro) werde es nicht nur möglich, die bisherigen LEADER-Regionen weiter zu fördern, sondern die Förderung deutlich zu erhöhen und eine fünfte LEADER-Region zu etablieren. Insgesamt fließen 90 Millionen Euro ins Saarland für den ländlichen Raum.

(Foto: Josef Bonenberger)

„Damit werden die Bemühungen auch der Landkreise in der Regionalentwicklung honoriert und weiterhin nachhaltig unterstützt“, freut sich Recktenwald. „Die Nachhaltigkeit erfolgreicher Entwicklung in der Regionalentwicklung und in der Dorferneuerung, aber auch die notwendige Unterstützung unserer Landwirtschaft durch Ausgleichszahlungen ist damit für die nächsten Jahre gesichert und kann ausgebaut werden. Ein tolles Signal und Statement für den ländlichen Raum!“

Im Saarland gibt es bisher vier lokale Aktionsgruppen, die EU-Mittel aus dem sogenannten LEADER-Programm erhalten. Diese fördern lokale Projekte, um den ländlichen Raum zu stärken. Eine davon ist die KuLanI, ein Regionalentwicklungsverein, der seit über 25 Jahren im St. Wendeler Land tätig ist. Recktenwald: „Die Arbeit der Aktionsgruppen ist Gold wert – sie bauen Strukturen auf, sie legen die Grundsteine der Regionalentwicklung, sie fördern die heimische Natur und Kultur. Eine Arbeit, die Geld kostet. Eine Arbeit, die verstetigt werden muss, denn Regionalentwicklung ist ein langwieriger Prozess, dessen Erfolge nicht über Nacht sichtbar werden. Denn es sind abgestimmte Konzepte, engagierte Menschen vor Ort, Kontinuität, funktionierende Netzwerke und die Zusammenarbeit verschiedener Ebenen vor Ort notwendig. Umso wichtiger, dass wir nun mehr Mittel erhalten, um diese wertvolle Arbeit fortzusetzten.“ Recktenwald wiederholt in diesem Zusammenhang seine Forderung, Regionalentwicklung zu einer zugelassenen Aufgabe der Landkreise zu machen: „Dadurch hätten die Kreise die Möglichkeit, kommunale Mittel für die Regionalentwicklung unterstützend in die Hand zu nehmen, zur Sicherung der Nahversorgung, der Förderung der Region in all ihren Facetten. Klar ist dabei: Regionalentwicklung brauche Zeit, Geld, Partner und nachhaltige Konzepte.“

„Als KuLanI freuen wir uns über die Ankündigung und starten bereits jetzt den Prozess, um uns für die neue Förderperiode mit einem weiterentwickelten Konzept zu rüsten. Dabei wollen wir die Bürgerinnen und Bürger stärker mit ins Boot holen, in verschiedenen Formaten ihre Ideen und Vorstellungen einfließen lassen“, sagt Thomas Gebel. Der Bewerbungsprozess für die nächste LEADER-Förderperiode läuft von Mai 2021 bis April 2022.

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