Landkreis St. Wendel: Besuch beim Zahnarzt erfolgt selten

Verglichen mit den anderen Landkreisen im Saarland gehen im Landkreis St. Wendel unterdurchschnittlich viele Menschen zum Zahnarzt. Das zeigt der Zahnreport der BARMER, der auf Daten aus dem Jahr 2015 beruht und den die Technische Universität Dresden zusammen mit AGENON Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen erstellt hat.

„Im Jahr 2015 haben 64,7 Prozent der Einwohner im Landkreis St. Wendel einen Zahnarzt aufgesucht. Damit lagen sie unter dem Saarland-Durchschnitt von 65,1 Prozent und auch unter dem Bundesdurchschnitt von 71,7 Prozent“, berichtet der BARMER Regionalgeschäftsführer Jörg Peter in St. Wendel. Im Vergleich aller sechs saarländischen Landkreise nimmt der Landkreis St. Wendel bei der Häufigkeit der Zahnarztbesuche seiner Einwohner Platz vier ein.

Kontrolluntersuchungen schützen am besten vor Parodontose

„Besonders bedenklich sind die Ergebnisse des Zahnreports, weil konsequentes Zähneputzen und regelmäßige Inanspruchnahme von Kontrolluntersuchungen der beste Schutz vor Parodontose sind. In keinem anderen Bundesland nehmen aber weniger Menschen eine Untersuchung von Zähnen und Zahnfleisch auf Parodontose in Anspruch als im Saarland“, sagt Peter.

Parodontose ist eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparats und Hauptursache für Zahnverlust in der zweiten Lebenshälfte. Gesetzliche Krankenkassen bezahlen alle zwei Jahre eine Parodontose-Untersuchung. Knapp jeder fünfte (19,9 Prozent) Saarländer hat diese im Jahr 2015 in Anspruch genommen. „Parodontose wird durch Beläge auf den Zähnen und in den Zwischenräumen ausgelöst“, erklärt Peter.

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Diabetiker mit erhöhtem Parodontose-Risiko

„Zahnentfernungen nach einer Parodontose-Therapie erfolgen bei Diabetikern häufiger, da die Therapie bei ihnen schlechter anschlägt. Besonders wichtig sind daher Früherkennungs- und Nachsorgeuntersuchungen zu Parodontose bei Zuckerkranken“, erläutert Peter. Nach den Worten des Regionalgeschäftsführers sollte die Zahnvorsorge bei Diabetikern Teil der strukturierten Behandlungsprogramme für Diabetiker werden. Darin sind bereits jetzt regelmäßige Augenuntersuchungen oder die Kontrolle der Füße enthalten.

Auch Raucher sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem und viel Stress haben ein erhöhtes Risiko an Parodontose zu erkranken. Zudem können erbliche Faktoren eine Rolle spielen. „Parodontose ist zunächst weitgehend schmerzfrei. Erste Warnsignale sind Zahnfleischbluten sowie geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch“, sagt Peter. Er ruft dazu auf, frühzeitig bei ersten Anzeichen für Parodontose zum Arzt zu gehen: „Eine beginnende Parodontose ist noch leicht und schmerzarm behandelbar.“

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