Das Museum St. Wendel lädt am Mittwoch, den 10. Juni, um 18 Uhr zu einer besonderen Buchpräsentation ein. Der Kulturhistoriker und Kurator Wolfgang Knapp stellt sein neues Werk „Schaufensterfiguren 1850-1950. Modelle – Hersteller – Marken“ vor. Die Veranstaltung findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Kunst & Kommerz – Mode im Zeitgeist von 1925-1935“ statt.
Knapps Veröffentlichung gilt als die erste umfassende Publikation zu diesem Thema in Deutschland. Das Buch kombiniert hochwertige Bildmaterialien mit wissenschaftlichen Untersuchungen und wendet sich an Interessierte aus den Bereichen Modegeschichte, Design, Kunstgewerbe und Warenpräsentation. Der Autor beleuchtet darin die Entwicklung der Schaufensterfiguren, die auch als Mannequins bekannt sind, von ihren ersten Erscheinungsformen im 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Diese Objekte gelten als bedeutende Zeitzeugen, die Schönheitsvorstellungen, Modetrends und Werbekonzepte ihrer jeweiligen Epoche widerspiegeln und dabei Kunst, Handwerk und industrielle Fertigung vereinen.
Ein Schwerpunkt des Buches liegt auf den 1920er- und 1930er-Jahren, die als Hochphase der Schaufenstergestaltung gelten. In dieser Zeit entwarfen namhafte Künstler wie Rudolf Belling, Karl Schenker, Paul Scheurich und Gerhard Schliepstein wegweisende Figuren. Wolfgang Knapp verfügt über eine jahrelang aufgebaute, international ausgerichtete Sammlung historischer Schaufensterfiguren sowie ein umfassendes Archiv zur Schaufensterkunst-Geschichte. Seine Kollektion gehört zu den wenigen spezialisierten Sammlungen weltweit, und Stücke daraus wurden bereits in angesehenen Museen im In- und Ausland ausgestellt. In der aktuellen Ausstellung im Museum St. Wendel werden ausgewählte Objekte aus Knapps Sammlung gemeinsam mit Modezeichnungen der St. Wendeler Künstlerin Mia Münster (1894-1970) gezeigt. Diese Zeichnungen entstanden ebenfalls in den 1920er- und 1930er-Jahren und schaffen eine besondere Verbindung zu den präsentierten Schaufensterfiguren. Nach der Buchvorstellung haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, mit dem Autor ins Gespräch zu kommen.




