In St. Wendel fand am 16. März eine von der Bürgerinitiative Missionshaus St. Wendel organisierte Versammlung statt, die von rund 150 Bürgerinnen und Bürgern besucht wurde. Im Restaurant Luise wurden die Entwicklungspläne für das Gebiet rund um das Missionshaus intensiv diskutiert. Anton Stier präsentierte die Dimensionen und potenziellen Risiken des Bauprojektes, insbesondere hinsichtlich seiner Größenordnung.
Uta Sullenberger, die Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, schloss sich der kritischen Betrachtung des Vorhabens an. Sie betonte die Notwendigkeit von Nachbesserungen, insbesondere bei den Konzepten für den Umgang mit Starkregenereignissen, und kritisierte, dass die Planungen nicht adäquat auf die Bedürfnisse von Normalverdienern eingehen. „Bauprojekte sollten für alle Bevölkerungsschichten zugänglich sein“, forderte Sullenberger und bemängelte zudem die mangelnde Nachhaltigkeit des Projekts, vor allem den geplanten Eingriff in den alten Baumbestand und die Opferung von Wiesenflächen. Sie kritisierte ebenfalls die Informationspolitik des Projekts und forderte mehr Mitspracherecht für die Bürger.
Die Bürgerinitiative „Missionshaus St. Wendel“ hatte bereits zuvor auf einem Treffen im Angel’s Hotel am Fruchtmarkt auf die Probleme hingewiesen, die das Bauprojekt mit sich bringt, darunter die Gefährdung des lokalen Wahrzeichens und potenzielle Probleme mit der Abwasserinfrastruktur und dem Baustellenverkehr. Auch die Idee, die Grundschulkinder auf dem sogenannten heiligen Berg zu unterrichten, wurde abgelehnt.
Die Stadtverwaltung und die CDU wurden von Michael Wagner und Anton Stier der schlechten und irreführenden Kommunikationspolitik bezichtigt. Das Bauvorhaben, so Wagner, sei eine „juristische Totgeburt“. In der öffentlichen Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag wird der Investor seine Pläne vorstellen und erläutern.
Gemeinsame Sorge um St. Wendel
In beiden Versammlungen äußerten die Teilnehmenden große Besorgnis über das Bauprojekt am Missionshaus. Die Kritik konzentrierte sich auf die mangelnde Nachhaltigkeit, das Fehlen von Angeboten für Normalverdiener, die Bedrohung lokaler Wahrzeichen und die unzureichende Kommunikation seitens der Stadtverwaltung und der politischen Entscheidungsträger.



