Im Landkreis St. Wendel besitzen rund 29.800 Haushalte ihre eigene Immobilie. Dies entspricht einer Wohneigentumsquote von 70,9 Prozent, wie eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts zeigt. Die Untersuchung wurde vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) in Auftrag gegeben. Von den Eigentümern leben 17 Prozent in einer Eigentumswohnung, der Rest bewohnt Häuser.
Die hohe Quote im Kreis St. Wendel steht im deutlichen Kontrast zum Bundesdurchschnitt von nur 43,5 Prozent. „Damit ist Deutschland ein ‚Mieter-Land‘ und landet beim Ranking zum Wohneigentum im Europa-Vergleich nur auf dem vorletzten Platz“, erklärt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Besonders problematisch sei die Situation für junge Erwachsene zwischen 25 und 40 Jahren. Von den etwa 15.300 Menschen dieser Altersgruppe im Landkreis könnten sich immer weniger den Traum vom Eigenheim erfüllen. „Die ‚Nestbauer-Generation‘ ist längst zur Verlierer-Generation beim Wohneigentum geworden“, so Günther.
Als Hauptursache für diese Entwicklung sehen die Experten die fehlende staatliche Unterstützung. Die Abschaffung der Eigenheimzulage und des Baukindergeldes habe die Förderung von Wohneigentum faktisch beendet, kritisiert BDB-Präsidentin Katharina Metzger. Sie fordert von der Bundesregierung ein neues Förderprogramm mit direkten Zuschüssen: „Ein Startkapital für das erste selbstgenutzte Wohneigentum.“ Zusätzlich sei ein Niedrigzinsprogramm erforderlich, das auch Menschen mit wenig Eigenkapital den Immobilienerwerb ermögliche.
Die Bedeutung von Wohneigentum zeige sich besonders im Alter. „Die Baby-Boomer gehen jetzt nach und nach in Rente. Damit haben sie deutlich weniger Geld im Portemonnaie. Die Miete bleibt aber oder steigt sogar. Die Folge: Immer mehr Neu-Rentner können sich ihre bisherige Wohnung nicht mehr leisten – sie wohnen sich arm“, warnt Günther. Eigentümer kämen dagegen finanziell im Ruhestand deutlich besser zurecht.
Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), betont die Notwendigkeit einer langfristigen Förderung: „Es muss eine Marathon- und darf keine Sprint-Förderung geben. Wer sich heute entscheidet, Geld für ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu sparen, muss sich auch in drei, fünf oder sieben Jahren noch darauf verlassen können, dass die Förderung als feste Zusage des Staates steht.“
Die Verbände appellieren an die Bundestagsabgeordneten aus dem Saarland, die im Koalitionsvertrag verankerte Wohneigentumsförderung umzusetzen. „Alle warten auf Unterstützung vom Bund. Solange die nicht kommt, liegt der Traum von den eigenen vier Wänden weiterhin auf Eis“, mahnt Metzger.



