Jörg Friedrich aus St. Wendel erhält Obermayer Award für Erinnerungsarbeit

Jörg Friedrich (hintere Reihe rechts) mit seiner Stolperstein AG im Jahr 2018 (Foto: GemS Nohfelden Türkismühle)
Jörg Friedrich (hintere Reihe rechts) mit seiner Stolperstein AG im Jahr 2018 (Foto: GemS Nohfelden Türkismühle)

Am 23. Januar 2023 werden in Berlin die Obermayer Awards verliehen, eine Auszeichnung für deutsche Bürger*innen und Organisationen, die sich in der Erinnerungsarbeit an die durch das NS-Regime zerstörten jüdischen Gemeinden in ihrer Region engagieren und ausgehend von der Lokalgeschichte Antisemitismus und Diskriminierung bekämpfen. Einer der Preisträger ist der Lehrer an der Gemeinschaftsschule Nohfelden Türkismühle Jörg Friedrich aus St. Wendel.

Die Feierstunde findet im Berliner Abgeordnetenhaus im Rahmen der Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages statt und wird ab 18:00 Uhr als Präsenzveranstaltung begangen sowie im Livestream auf den Websites des Abgeordnetenhauses und von Widen the Circle verfolgt werden.

Die Obermayer Awards gehen an deutsche Einzelpersonen und Organisationen, die aufzeigen, welch wichtige Rolle die jüdische Bevölkerung vor der Zeit des Nationalsozialismus über Hunderte von Jahren für die deutsche Gesellschaft spielte. Ausgezeichnet wird das Engagement von Menschen, die sich ausgehend von den Lehren aus der Geschichte der Bekämpfung von Vorurteilen, Rassismus und Antisemitismus widmen und die Verständigung zwischen verschiedenen Gruppen fördern, um dem Aufkommen und der zunehmenden Verbreitung von Vorurteilen etwas entgegenzusetzen.

„In einer Zeit, in der in vielen Ländern Antisemitismus und andere Formen von Vorurteilen und Hass immer mehr um sich greifen, sind die diesjährigen Preisträger*innen Vorbilder für alle, die sich für die Überwindung von brutalem Rassismus, Diskriminierung und Intoleranz einsetzen“, sagt Joel Obermayer, Geschäftsführer der Organisation Widen the Circle, die die Awards verwaltet.

Jörg Friedrich, der Preisträger aus St. Wendel, hat sich besonders hervorgetan in seinem Engagement für die Erinnerungsarbeit an die durch das NS-Regime zerstörten jüdischen Gemeinden in seiner Region und setzt sich aktiv für die Bekämpfung von Antisemitismus und Diskriminierung ein.

Der heutige Lehrer und ehemalige Bankbetriebswirt hat einen innovativen Ansatz entwickelt, um Jugendlichen die jüdische Lokalgeschichte und die von Vorurteilen ausgehenden Gefahren zu vermitteln. Unter dem Titel „Multimediale und inklusive Erinnerungsarbeit – Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden“ im Landkreis St. Wendel hat er verschiedene Projekte auf den Weg gebracht, darunter eine Wanderausstellung zur jüdischen Geschichte, eine Website, zwei Filme, eine App zu den „Wegen der Erinnerung“, einen Erinnerungspfad mit Gedenktafeln, Wandertage zur jüdischen Geschichte und Kultur sowie Unterrichtsmaterialien mit Komponenten in Brailleschrift oder Audiobeiträge für lernbehinderte Menschen.

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