Im Landkreis St. Wendel arbeiten rund 380 Beschäftigte in der Gebäudereinigung – und sie alle hoffen auf deutlich mehr Geld. Doch die laufenden Tarifverhandlungen zwischen der IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks stocken. „Doch auf ein ordentliches Lohn-Plus warten Reinigungskräfte bislang vergeblich: Die Arbeitgeber schalten am Tariftisch auf stur“, sagt Ute Langenbahn von der IG BAU Saar-Trier.
Die Gewerkschaft verlangt zwei Euro mehr pro Stunde, was den Stundenlohn auf 17 Euro anheben würde. Das Angebot der Arbeitgeberseite fällt dagegen mager aus: Erst ab Mai kommenden Jahres sollen 1,8 Prozent – umgerechnet 27 Cent pro Stunde – draufgelegt werden. „Das ist eine Farce. Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen“, so Ute Langenbahn. Derzeit liegt der Stundenlohn bei rund 15 Euro und damit nur knapp über dem gesetzlichen Mindestlohn, der ab Januar auf 14,60 Euro steigt.
Genau darin sieht die Vorsitzende der IG BAU Saar-Trier das zentrale Problem: „Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krummmachen? Einen Job zum gesetzlichen Mindestlohn findet sie allemal auch woanders“, so Ute Langenbahn. Die Arbeit in der Branche sei zudem „körperlich hart: ein Knochenjob“.
Sollten die Unternehmen kein besseres Angebot vorlegen, droht nach Einschätzung der Gewerkschaft eine Abwanderungswelle. „Weigern sich die Unternehmen weiterhin hartnäckig, ein ordentliches Angebot auf den Tisch zu legen, dann werden viele Reinigungskräfte den Stecker vom Staubsauger ziehen: Sie hängen ihren Job an den Nagel und suchen sich etwas anderes“, warnt Ute Langenbahn. Das würde die zwölf Gebäudereinigungsunternehmen im Landkreis „in erhebliche Schwierigkeiten bringen“, da das Personal in der Branche ohnehin knapp sei.
Am Dienstag, dem 3. November, steht die dritte und entscheidende Verhandlungsrunde zwischen der IG BAU und dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks an.




