Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mahnt Unternehmen im Landkreis St. Wendel zu verstärkten Schutzmaßnahmen für Beschäftigte, die während der Sommermonate im Freien tätig sind. Die IG BAU Saar-Trier verlangt von den Betrieben die Entwicklung konkreter Sonnenschutz-Konzepte für ihre Mitarbeiter.
Besonders gefährdet seien Bauarbeiter auf Gerüsten, Dachdecker, Garten- und Landschaftsbauer sowie Erntehelfer, erläutert Ute Langenbahn, Vorsitzende der IG BAU Saar-Trier. „Bauarbeiter auf dem Gerüst, Dachdecker auf den Sparren, Garten- und Landschaftsbauer beim Pflastern, Erntehelfer auf dem Feld … – die Liste der Open-Air-Jobber im Kreis St. Wendel ist lang. Sie brauchen intensiven Schutz vor praller Sonne“, fordert die Gewerkschafterin.
Als zentrale Schutzmaßnahmen nennt die IG BAU regelmäßige Flüssigkeitszufuhr und konsequenten Sonnenschutz. Beschäftigte sollten alle 15 bis 20 Minuten eine Trinkpause einlegen und dabei ein volles Wasserglas zu sich nehmen. „Ideal sind neben Wasser auch kalte Tees“, sagt Langenbahn. Zusätzlich empfiehlt die Gewerkschaft das Auftragen von Sonnenschutzmitteln in zweistündigen Intervallen. „Eincremen, eincremen, eincremen. – Und alle zwei Stunden nachcremen. Denn UV-Schutz ist das A und O – und ein wirksames Mittel gegen Hautkrebs“, rät die Vorsitzende der IG BAU Saar-Trier.
Die Gewerkschaft sieht die Arbeitgeber in der Verantwortung, entsprechende Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. „Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 50 plus und Wasserflasche sind ein Muss. Der Chef hat sogar die Pflicht, für alle, die draußen arbeiten, eine Wasser- und Sonnencreme-Flatrate anzubieten“, so die Gewerkschafterin.
Neben Sonnenschutzmitteln spielt auch die richtige Arbeitskleidung eine wichtige Rolle. UV-blockierende Kleidung solle möglichst viel Körperfläche bedecken. Bauarbeiterhelme müssten luftdurchlässig sein und über einen Nackenschutz verfügen. „Oben ohne ist in diesem Fall alles andere als sexy. Im Gegenteil: Möglichst viel vom Körper sollte mit Stoff bedeckt sein“, so Ute Langenbahn. Auch Sonnenbrillen gehörten für häufig im Freien Beschäftigte zur notwendigen Schutzausrüstung.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern die Mittagsstunden zwischen 12 und 14 Uhr. In diesem Zeitraum sollten Arbeiten weitestgehend in schattige Bereiche verlagert werden. Regelmäßige Erholungspausen im Schatten seien ebenfalls unverzichtbar. „Hier gilt: Viele kurze Ruhephasen sind besser als wenige lange Pausen. Schon ein einfaches Sonnensegel kann für den nötigen schattigen Platz sorgen“, so Ute Langenbahn.



