Ein Team aus Trier hat vor sechs Wochen einen Hilfstransport in die ostukrainische Stadt Isjum begleitet und dabei eindrückliche Erfahrungen gesammelt. Die 2.600 Kilometer von Trier entfernte Stadt liegt nur 25 Kilometer von der Kriegsfront entfernt und wurde 2022 während der russischen Besatzung großflächig zerstört.
Florian Dienhart, Kaplan und Sekretär von Bischof Ackermann, und Tobias Schneider, Präsident der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Trier, berichten von ihrer Reise mit einem sechsköpfigen Team. Die Gruppe brachte dringend benötigte Hilfsgüter wie Pflegematerial, Spielsachen, Musikinstrumente, Werkzeuge und Isomatten in die Stadt.
„Auch oder gerade unter diesen harten Bedingungen gestalten die Menschen in Isjum ihr Leben, sie resignieren nicht“, berichtet Dienhart. Die Bevölkerung versuche trotz der Zerstörung, schöne Orte zu schaffen und pflanze beispielsweise Blumen in den Trümmern an. Die herzliche Aufnahme durch die Gastfamilien und die Lebensfreude der Menschen hätten ihn fast vergessen lassen, dass er sich in einem Kriegsgebiet befinde.
Die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft Trier existiert seit zweieinhalb Jahren und hat sich bewusst für eine Partnerschaft mit einer Stadt entschieden, die großen Hilfsbedarf hat. „Dort leben Menschen, Familien mit Kindern – da muss es möglich sein, Unterstützung zu leisten“, erklärt Schneider seine Motivation. Er war bereits fünfmal in Isjum und betont die gute Vorbereitung der Reisen: „Wir bereiten uns immer gut vor, gehen keine unnötigen Risiken ein, und passen aufeinander auf.“
Besonders bewegend waren für die Helfer die Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen müssen. Der Unterricht findet ausschließlich online statt, persönliche Treffen zum Spielen sind nur gelegentlich möglich. Die permanente Präsenz des Militärs erinnere ständig daran, dass sich das Land im Krieg befindet.
Ein prägendes Erlebnis war für das Team, als ein gefallener Soldat in einem Autokonvoi aus der Stadt geleitet wurde. „Alle haben innegehalten, die Stadtgemeinschaft hat dem Toten das letzte Geleit gegeben – das war schon sehr bewegend“, erinnert sich Schneider.
Beide Männer beschreiben die Kontakte als „Begegnungen auf Augenhöhe“ und werben dafür, dass die Solidarität mit der Ukraine nicht nachlässt. „Die Menschen in der Ukraine verteidigen auch uns in diesem Krieg“, betont Schneider.
Wer sich engagieren möchte, kann dies bei der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft Trier tun. Im Bistum Trier laden zudem die Diözesanstelle Weltkirche, der Malteser Hilfsdienst und die Caritas Trier jeden 24. des Monats zum Friedensgebet in den Dom ein.



