Die Kriminalstatistik des Landkreises Sankt Wendel für das Jahr 2022 zeigt, dass von den 1.449 ermittelten Tatverdächtigen 143 Jugendliche im Alter von über 14, jedoch unter 18 Jahren waren – dies entspricht rund 10 Prozent der Gesamtzahl. Dies unterstreicht die Bedeutung der Jugendkriminalitätsprävention in der Region. In diesem Zusammenhang wurde kürzlich eine Kooperationsvereinbarung für ein „Haus des Jugendrechts“ unterzeichnet.
Landrat Udo Recktenwald erklärt dazu: „Dabei handelt es sich nicht um einen tatsächlichen Ort, sondern um einen Zusammenschluss verschiedener Institutionen, die die Jugendkriminalität im Blick haben, diese verringern möchten, Präventions- und Interventionskonzepte entwickeln. Wir intensivieren die Zusammenarbeit, um jungen Menschen, die auf die schiefe Bahn geraten sind, schneller und gezielter zu helfen, sie aber auch für ihre Taten in Verantwortung zu ziehen.“
Die Kooperationsvereinbarung wurde von mehreren Partnern unterzeichnet, darunter das saarländische Justizministerium, der Landkreis Sankt Wendel, das saarländische Innenministerium durch das Landespolizeipräsidium sowie die Diakonie Saar, die bereits seit vielen Jahren als freier Träger im Landkreis aktiv ist und verschiedene Angebote wie Gruppenaktivitäten, Sprechstunden und Anti-Aggressivitätstrainings bereitstellt.
Staatssekretär Torsten Lang vom Ministerium für Inneres, Bauen und Sport betont die Bedeutung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit: „Das Haus des Jugendrechts ist ein Erfolgsmodell, das auf die optimale Zusammenarbeit aller am Strafverfahren beteiligten Akteure setzt. Besonders wichtig ist uns dabei, stets die persönlichen Lebensumstände der Jugendlichen im Blick zu haben. Wir möchten den Jugendlichen frühzeitig Alternativen aufzeigen und Perspektiven bieten. Ein großer Dank gebührt den Kooperationspartnern, die dieses Projekt unterstützen. Nur durch unsere gemeinsame Anstrengung können wir sicherstellen, dass das Projekt weiterhin erfolgreich ist und unseren Jugendlichen eine bessere Zukunft ermöglicht.“
Staatssekretär Dr. Jens Diener vom Ministerium der Justiz ergänzt: „Es freut mich sehr, dass wir unsere Kräfte in Sankt Wendel bündeln, um jungen Menschen so früh wie möglich Möglichkeiten für ein straffreies Leben aufzuzeigen. Ich danke allen Kooperationspartnern für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, das ‚Haus des Jugendrechts‘ in Sankt Wendel zu etablieren.“
Die Kooperationspartner treffen sich regelmäßig zu Hausbesprechungen, bei denen Abstimmungen stattfinden und Fortbildungsbedarfe ermittelt werden. In fallbezogenen Konferenzen wird konkret über Strafen und die Resozialisierung junger Straftäter beraten.
Die Vereinbarung zur Einrichtung eines „Haus des Jugendrechts“ wurde bereits 2022 zwischen dem Landkreis und dem Justizministerium getroffen. Nach Festlegung der Kooperationspartner kann diese virtuelle Einrichtung nun ihre Arbeit aufnehmen.




